Visage: Der Terror von P.T. in neuem Gewand?

(Special)

von René Wiesenthal (02. November 2018)

Wenn ihr aktuell die Streaming-Landschaft im Blick habt, wird euch vielleicht ein Spiel aufgefallen sein, das sehr an P.T. erinnert. Das Spiel trägt den unscheinbaren Namen Visage, sollte für euch deshalb aber nicht minder interessant sein. Denn tatsächlich schickt sich das Horror-Game gerade an, den spielbaren Teaser zum nie erschienenen Silent Hills spirituell zu beerben.

Visage: Ausschnitte vom Alpha-Gameplay

Doch erst einmal zu den Hintergründen: Wie ihr sicher mitbekommen habt, war die Entwicklung von Silent Hills nicht ausschließlich mit Enttäuschungen verbunden. Zwar wurde das Projekt frühzeitig eingestampft. Jedoch erlangte der spielbare Teaser zum nie erschienenen Kojima-"Silent Hill" schon kurz nach seiner Veröffentlichung im Jahr 2014 Kultstatus. Spieler tappten darin im wörtlichen und übertragenen Sinne im Dunkeln durch die bedrückenden Räume eines Einfamilienhauses, während sie von einem Schrecken nach dem anderen heimgesucht wurden.

Die Leere nach P.T.

P.T. lässt sich mittlerweile nicht mehr im PlayStation Store herunterladen, weshalb sich viele Hobby- und Indie-Entwickler seitdem daran versucht haben, eine neue, vollwertige Spielerfahrung aus den Zutaten von P.T. zu erschaffen. Der große Hoffnungsschimmer unter den Wettbewerbern war lange Zeit Allison Road, an dessen Erscheinung heute aber keiner mehr so wirklich glaubt.

In diesen Hohlraum tritt nun Visage vom kanadischen Indie-Studio SadSquare, an dem die Verantwortlichen bereits seit 2015 tüfteln. Die lange Zeit muss hier aber kein schlechtes Omen sein, immerhin wurde das Finanzierungsziel auf Kickstarter erreicht und eine erfolgreiche Greenlight-Kampagne auf Steam abgeschlossen. Damit verfehlt Visage zwar ursprüngliche Release-Pläne, ist aber seit Anfang Oktober im Early Access für PC-Spieler verfügbar.

Die Zutaten fürs Horror-Fest

Visage ist angesiedelt in den 80er-jahren. Ihr erlebt es wie P.T. aus der Ego-Perspektive, bewegt euch durch ein großes, altes Haus, das von seiner schrecklichen Vergangenheit verfolgt wird. Brutale Morde haben hier stattgefunden, der Spieler deckt die Geschichte in Adventure-Manier nach und nach auf und wird dabei mit einer Vielzahl von Grausamkeiten und geschehenen Toden konfrontiert. "Jeder Tod hat seine eigene Visage", so sagen es die Entwickler, so erklärt sich der Name.

Bei den deutlichen Parallelen zu P.T. bleibt Visage allerdings nicht stehen. Es leiht mit dem so genannten Sanity-Meter beispielsweise auch bei Spielen wie Amnesia - The Dark Descent. Verharrt ihr zu lange in der Dunkelheit oder werdet Zeuge übernatürlicher Ereignisse, verliert ihr allmählich den Verstand. Die Einnahme von Pillen oder das Ruhen in der Nähe von Lichtquellen lässt eure geistige Gesundheit regenerieren. Verliert ihr den Verstand oder werdet von einem Dämon erwischt, war es das mit eurem virtuellen Leben. Manuelle und automatische Speicherpunkte sorgen in einem solchen Fall dafür, dass ihr nicht zu viel nochmal spielen müsst.

Kritiker und Fans zittern und jubeln

Nun könnte man meinen, es sei ein Leichtes auf den P.T.-Zug aufzuspringen und die Idee seines unberechenbaren Psycho-Horrors zu imitieren. Bisherige Kritiken der frühen Spielfassung deuten aber darauf hin, dass mit Visage ein ernstzunehmendes und eigenständiges Horror-Spiel in den Startlöchern stehen könnte. Auf den P.T.-Hype können SadSquare ohnehin nicht mehr zählen, der ist längst vergangen. Vielleicht haben sie den aber auch gar nicht nötig.

Denn schaut ihr euch Steam-Bewertungen zum Spiel an, ist der Tenor ziemlich eindeutig: Viele User sprechen von der eindringlichsten Horror-Erfahrung, die sie je gemacht haben, von einem Erlebnis, das VR-Horror-Spiele im Ausmaß der Immersion übertrifft. Viele – nach eigenen Aussagen – gestandene Horror-Fans geben sogar an, Probleme zu haben, es weiter zu spielen und Pausen einlegen zu müssen.

Die Feinarbeit macht's

Was auch immer wieder durchscheint: Spielern fällt positiv auf, dass Visage vor allem für eine Indie-Produktion erstaunliche Produktionswerte aufweist. Dazu gehören sowohl optischer und klanglicher Feinschliff als auch die Tatsache, dass das Spiel nach Aussagen vieler Alpha-Tester sehr flüssig und fehlerfrei läuft.

Neben den Steam-Kritiken sorgt das Spiel auch deswegen für Aufsehen, weil es von bekannten nationalen und internationalen YouTubern gespielt und besprochen wird. So könnt ihr aktuell beispielsweise einem sichtlich aufgewühlten Simon von den Rocket Beans dabei zusehen, wie er sich durch den Horror kämpft. Es sei zartbesaiteten Seelen zu Vorsicht geraten, bereits der Einstieg ins Spiel ist nichts für schwache Nerven:

(Quelle: YouTube, Rocket Beans TV Gaming)

Aber auch Größen wie Markiplier haben sich daran versucht. Der YouTuber ist durch die positiven Steam-Bewertungen auf Visage aufmerksam geworden und ist ebenso beeindruckt wie erschrocken vom Spiel:

(Quelle: YouTube, Markiplier)

Eine umfangreiche Sammlung von Spielmitschnitten sammeln sich derzeit im Reddit-Thread zum Spiel.

Visage soll im Frühjahr 2019 in seiner finalen Fassung erscheinen. Konsolen-Releases sind ebenfalls geplant.

Spielt ihr ihr die Alpha-Version und könnt selbst schon etwas zu Visage sagen? Hättet ihr Lust darauf, ein Spiel zu spielen, das euch den Terror von P.T. noch einmal erfahren lässt? Schreibt uns eure Meinungen in die Kommentare!

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Tags: Horror   Steam   Hideo Kojima  

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