Fallout 76: Die Ängste eines Fans

(Kolumne)

von Stefan Wirth (04. November 2018)

Fallout ist zu einer meiner Lieblingsvideospielreihen geworden, seitdem ich sie mit Fallout 3 für mich entdeckt habe. Auch wenn ich viel zu jung bin, um die ersten beiden Teile bei Release gespielt zu haben, so habe ich sie doch mit Freuden nachgeholt.

Auch wenn mir der Trailer zu Fallout 76 super gefallen hat, konnte mich das Spiel noch nicht überzeugen:

Meine Liebe zu der Reihe geht so weit, dass ich jeden Ableger der Reihe mehr oder weniger weit gespielt habe. Dazu zählen nicht nur Teil 1, 2, 3, 4 und New Vegas. Selbst die unbekannteren Sachen wie Fallout Tactics habe ich gespielt und sogar mit Fallout Shelter hatte ich für einen Monat eine Menge Spaß.

Kein Teil der Reihe konnte mich nur ansatzweise enttäuschen und so war ich trotz des neuen Ansatzes immer auch ein wenig zuversichtlich, dass mich Fallout 76, der kommende Multiplayer-Ableger, gut unterhalten würde. Jetzt hatte ich jedoch die Möglichkeit, die B.E.T.A. auszuprobieren und mein Optimismus ist verschwunden. Von meinen wirklich subjektiven Problemen möchte ich hier nicht berichten, es gibt aber Sachen, die im neuen Fallout eindeutig falsch laufen.

Fallout als Online-Shooter

Fallout war schon immer mehr Rollenspiel als Shooter, denn wenn wir mal ehrlich sind, ist die Reihe in diesem Aspekt auch nicht wirklich gut. Die Steuerung war schon immer recht unpräzise und als Spieler konntet ihr froh sein, dass es das V.A.T.S. gab, um dieses Problem auszugleichen.

Das Vault-Tec Assisted Targeting System (V.A.T.S.) wurde für Fallout 76 neu erfunden.Das Vault-Tec Assisted Targeting System (V.A.T.S.) wurde für Fallout 76 neu erfunden.

Ein wirklich guter Shooter ist Fallout 76 immer noch nicht und mit der neuen V.A.T.S.-Mechanik wird es noch schwieriger etwas zu treffen. So wird das Ziel nicht mehr eingefroren, sondern eine Zielhilfe aktiviert, die mir sagt, welche Trefferwahrscheinlichkeit mein nächster Schuss hat. Bei einem schnellen Gegner ändert diese sich allerdings sekündlich.

Ein zweites Problem ergibt sich beim Schießen durch den Zeitversatz. Da Fallout 76 ein Online-Spiel ist, ist es klar, dass jede meiner Aktion ein paar zusätzliche Sekunden braucht, bis sie richtig ausgeführt wird. Dadurch werden allerdings die Probleme, die es in der Shooter-Mechanik schon vorher gab, noch schlimmer.

Fallout als Survival-Spiel

Die Fallout-Reihe hat sich schon immer damit beschäftigt, wie die Menschheit nach der nuklearen Apokalypse überlebt. Diese Frage war jedoch immer eher philosophischer Natur und wurde nicht in Form eines Survival-Spiels umgesetzt - bis jetzt.

Fallout 76 enthält sehr viele Survival-Elemente. Neben der Radioaktivität leidet meine Figur unter Hunger, Durst und Schlafentzug. Im Verlauf des Spiels muss ich darauf achten, dass mir das nicht zum Verhängnis wird.

Das ist im Großen und Ganzen nicht das Problem, ich habe nichts gegen neue Mechaniken. Nur muss mir das Spiel diese erst einmal für mehr als eine Stunde erklären. Vom klassischen Fallout-Gefühl war nur wenig zu spüren. Hier hätte ich mir eine bessere Balance zwischen Alt und Neu gewünscht.

Fallout ohne Geschichte

Was mich an Fallout immer am meisten interessiert hat, ist die Welt und die Bandbreite, welche diese bietet. Unzählige Charaktere, von tragisch bis skurril, und Entscheidungen, die mir teilweise unglaublich schwergefallen sind, haben Fallout für mich ausgemacht.

In Fallout 76 kommt die Geschichte eindeutig zu kurz. Die Aufseherin scheint die einzige Figur in der ganzen Welt zu sein, die für mich irgendwie von Interesse ist. Alle anderen sind entweder Spieler oder tot.

Die Hintergrundgeschichte der Welt erzählt sich fast ausschließlich über Terminals oder Holobänder. Auch wenn es diese Elemente auch in den alten Fallout-Teilen schon gab und es interessant war, diese zu durchforsten, eignen sie sich nicht als Hauptelement der Erzählung.

"Ist das noch Fallout?"

Die Frage stellt sich überhaupt nicht. Natürlich erkennt man genug Elemente aus den alten Spielen wieder und auch die Welt wirkt wie die von Fallout. Bei mir kam jedoch immer wieder die Frage auf, warum ich nicht gerade Fallout 4 oder New Vegas spiele.

Natürlich schreibe ich Fallout 76 noch nicht komplett ab. In der Gruppe habe ich es noch nicht gespielt. Davon erhoffe ich mir, dass mir der Wert des Spiels klar werden wird. Bis jetzt bin ich aber ziemlich enttäuscht vom Online-Ableger.

Habt ihr selbst die B.E.T.A. schon ausprobiert? Was sind eure Erlebnisse? Seid ihr auch enttäuscht vom neuen Fallout-Teil oder konnte er eure Begeisterung wecken? Verratet es uns in den Kommentaren!

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Online-Zwang  

Vier Deppen vom Dienst gegen den Rest der Welt

Fallout 76: Vier Deppen vom Dienst gegen den Rest der Welt

Die Kollegen und ich sind am Donnerstag zusammen durch West Virginia getigert. Was als harmloses Beta-Probespiel anfing, (...) mehr

Weitere Artikel

Release-Datum und Collector's Edition vorgestellt

One Piece - World Seeker: Release-Datum und Collector's Edition vorgestellt

Eigentlich hätte One Piece - World Seeker noch dieses Jahr erscheinen sollen, aber bereits im September hat Herste (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Fallout 76 (Übersicht)
* gesponsorter Link