Test Hitman 2: Der menschliche Schalldämpfer

von Michael Sonntag (08. November 2018)

Neben ein paar Neuerungen beinhaltet Hitman 2 wieder dutzende Herausforderungen und erstmals auch einen Multiplayer. Wir haben das mörderische Sandkasten-Spiel auf der PlayStation 4 gespielt.

Am 13. November 2018 wird mit Hitman 2 der glatzköpfige Attentäter wieder von der Leine gelassen. Nachdem die erste Season in einzelnen Episoden rauskam, erscheint die zweite nun in einem Stück. Hier gilt es, an sechs malerischen Schauplätzen diverse Zielpersonen unbemerkt auszuschalten. Sie alle verbindet eine schattenhafte Organisation, die zu Fall gebracht werden soll.

Macht die Welt zu eurer Waffe!

Vom Promi-Henker zum Korrektor der Weltpolitik

Der Beruf von Agent 47 hat einen Vorteil: Er muss weder seine Auftraggeber noch die genauen Hintergründe seiner Arbeit kennen. Er macht einfach seinen Job. Die Geschichte ist nämlich trotz ihrer Dünne überraschend konfus. Die Zwischensequenzen versuchen von Kriegen zwischen Unternehmen zu erzählen, die Intrigen spinnen und sich dann doch wieder verbünden, um einen größeren Feind zu bekämpfen. Was aber davon übrig bleibt, sind nur lauter Namen, Personen und Fragezeichen.

Es ist ebenfalls fraglich, ob der neue "Comic Strip"-Stil wirklich eine optische Verbesserung gegenüber den hübschen Sequenzen des Vorgängers darstellt (oder einfach auf eine Einsparung von Ressourcen hinweist). Sobald die Geschichte dann doch plötzlich interessanter wird, wenn sie auf die Vergangenheit von 47 und seiner Chefin Diana eingeht, ist sie auch schon wieder vorbei und lässt euch auf ihre Fortsetung in Season 3 warten.

Es wird Zeit, dem ominösen Shadow Client gegenüber zu treten.Es wird Zeit, dem ominösen Shadow Client gegenüber zu treten.

Dass das eigentliche Spiel nur lose mit der Geschichte zusammenhängt, lässt zumindest den darin enthaltenen Spaß unberührt. Braucht Hitman eigentlich mehr, weniger oder gar keine Geschichte? Das Einzige, was er braucht, ist dann wohl eine Motivation, die Zielpersonen umzubringen, welche die Briefing-Sequenzen vor jeder Mission liefern. Diese bleiben glücklicherweise beeindruckend wie schon in der ersten Season.

Wenn die Geschichte aber eines vermitteln soll: Hitman arbeitet in Season 2 in einer höheren Kriminalitätsliga. Vorbei ist es mit den Reichen, die in ihrer Freizeit krummen Dingern nachgehen, jetzt sind die Terroristen, Waffenentwickler, Warlords und unsichtbaren Weltherrscher an der Reihe. Und wenn es 47 höchstwahrscheinlich egal ist, weil er seinem Geschäft auch in einem Wartezimmer mit Graufaser-Tapete nachgehen würde - die Beförderung bringt den Umstand mit sich, dass er an viele exotische und aufregende Orte reisen muss.

Wer braucht bei dieser Arbeit schon Urlaub?

Ob es ein stylisches Strandhaus in Neuseeland ist, ein „Formel 1“-Rennen in Miami, ein Dorf im kolumbianischen Dschungel, ein Slum-Viertel in Mumbai, eine Vorstadt wie aus der Werbung oder ein dekadenter Inselpalast, der über einen IKEA für Hyperreiche verfügt - die neuen Schauplätze konnten die Weltenbau-Qualität der ersten Season nochmal ordentlich toppen. Es macht Spaß, die Welt zu erkunden, auch ohne jeden mörderischen Hintergedanken.

Stellenweise haben wir die Waffe einfach im Halfter stecken gelassen und spontan Urlaub gemacht, indem wir herumliefen, uns an die Bar stellten und ein paar Fotos gemacht haben.

Das Renngelände wirkt durch die Zuschauermassen und detailierten Stände äußerst realitätsnah.Das Renngelände wirkt durch die Zuschauermassen und detailierten Stände äußerst realitätsnah.

Die Level bewegen sich niemals auf dem Niveau einer reinen Kulisse, in allen Ecken lassen sich interessante Details und kleine Geschichten entdecken. So lässt sich beispielsweise einem Drogenboss nicht absprechen, dass er eine wirklich interessante Andenken-Sammlung in seiner Villa ausstellt.

Auch die vorkommenden Personen sind keine Statisten, sondern wohnen tatsächlich in individuell eingerichteten Häusern und gehen ihrem Alltag in der Spielwelt nach. Deshalb gehen wir auch behutsam mit dem Friseurladen eines Ehepaars um, das Agent 47 bewusstlos in den Schrank gesteckt hat.

In diesem Level müssen gleich drei Zielpersonen auf einmal ausgeschaltet werden.In diesem Level müssen gleich drei Zielpersonen auf einmal ausgeschaltet werden.

Die Welt gibt euch stets das Gefühl, dass sie auch ohne Hitman funktionieren würde und ihr hier quas "nur" zu Gast seid. Diese dichte Lebendigkeit motiviert zusätzlich dazu, möglichst leise die nötige Arbeit zu verrichten, um den Frieden nicht zu stören. Und wenn der Job getan ist, erfolgt die Abreise genau so schnell, als wärt ihr nie dagewesen.

Weiter mit: In meinem Sandkasten regiere ich mit blutiger Schaufel

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