Vorschau Just Cause 4: Mit viel Krawumm ins nächste Abenteuer

von Franziska Behner (08. November 2018)

Wer an Just Cause denkt, hat sofort riesige Explosionen, einen Action-Helden wie er im Buche steht und die Möglichkeit, alles in die Luft zu jagen, vor Augen. Noch mehr Gelegenheiten um Blödsinn anzustellen erwarten euch in Just Cause 4.

Auf Solís, irgendwo im fiktiven Südamerika, beherrschen vier Biotope das Land: Regenwald, Wüste, Grasland und die Alpin-Region. Protagonist Rico muss sich durch die verschiedenen Abschnitte kämpfen und sich immer wieder an die neuen Gegebenheiten anpassen, um die Abenteuer zu bestehen. Wie sich das für den Spieler anfühlt, durften wir vor kurzem im Rahmen einer Anspiel-Session selbst herausfinden.

Apropos Rico: Aufregende Neuigkeiten hat der Held nicht zu erzählen. Nach den Geschehnissen aus dem letzten Teil hat er sich zurückgezogen und sein Ding gemacht – bis jetzt neue Hinweise zu seinen Eltern auftauchten. Und das reicht vollkommen als Aufhänger. Also stürzt sich der Action-Held wieder frohen Mutes ins Abenteuer. Kugelhagel und cooler Technik-Schnickschnack? Nichts Neues für Rico Rodriguez.

Ganz schön stürmisch

Einige der spannendsten Neuerungen in Just Cause 4 stellen die Wetterphänomene dar, die keinen natürlichen Ursprung haben können. Auf Solís herrscht in jedem Gebiet eine andere Wetterlage, sodass ihr euch immer wieder neuen Herausforderungen entgegenstellen müsst. Mitten im Sandsturm werdet ihr kaum geradeaus schauen können und habt trotzdem jede Menge Feinde und Quests, die eurer Aufmerksamkeit bedürfen. Strömender Regen macht das Kämpfen auch nicht unbedingt leichter, während der Blizzard euch kalt erwischt, solltet ihr euch zu nah an ihn heran wagen.

Nicht bloß Deko: Die Naturgewalten in Just Cause 4 sorgen für jede Menge Wirbel.

Die wohl eindrucksvollste Wettererscheinung ist der riesige Tornado, der über die Felder und Straßen wütet, während der Himmel sonst strahlend blau erscheint. Schon von Weitem könnt ihr ihn sehen und zunächst für eine hübsche Deko halten. Kommt ihr ihm näher, werdet ihr schnell feststellen: Mit diesem Ungetüm ist nicht zu spaßen. Okay – eigentlich schon, denn mit dem Wingsuit seine Kreise um ihn zu ziehen und dabei darauf zu achten, nicht komplett eingesogen zu werden, ist schon ziemlich cool.

Von allen Wetterereignissen hatten wir während unserer Anspiel-Session hier am meisten das Gefühl, es wirklich mit einer Naturmacht zu tun zu haben. Wie auch die anderen Wetterlagen spielt sich der Wirbelsturm in Echtzeit ab und nährt sich von allem, was ihm im Weg steht. Häuser, Tiere, Autos: Nichts ist vor dem Riesen sicher. Ihr solltet euch also schnellstens aus dem Staub machen, oder seine Kraft nutzen und gegen die Kontrahenten einsetzen.

Laufen ist keine Option

Apropos "nicht laufen": Fliegen ist auch eine Möglichkeit.Apropos "nicht laufen": Fliegen ist auch eine Möglichkeit.

Die Welt von Just Cause 4 ist nach wie vor weitläufig, auch wenn sich die Karte nun auf ein einziges, großes Land beschränkt. Die unterschiedlichen Biotope bieten vom hohen Berg, der optimal für den Wingsuit oder den Fallschirm ist, bis hin zum Strand und kleinen Städten alles, was das Herz begehrt. Sich zu Fuß durch die Wälder und Berge zu quälen, kommt für Rico allerdings nicht in Frage. Also schnappt ihr euch kurzerhand in GTA-Manier das nächstbeste Auto und düst eurem Questmarker entgegen. Ist gerade kein Wagen in der Nähe oder ihr wollt euch eher traditionell fortbewegen, habt ihr ja noch den guten, alten Enterhaken.

Okay, alt ist das Ding auf keinen Fall, denn im vierten Ableger des Action-Games bekommt er einen ganzen Schwung neuer Features, mit denen ihr im wahrsten Sinne des Wortes spielen könnt. Just Cause wäre, wenn wir ehrlich sind, ohne die coolen Aktionen mit dem Enterhaken ziemlich austauschbar und weit weniger spaßbringend. Wie gut, dass die Macher also eine Schippe drauflegen und ihm drei Fähigkeiten geben, die sich jeweils mehrfach konfigurieren lassen, sodass am Ende vier Millionen mögliche Kombinationen entstehen, den Enterhaken einzusetzen.

Spielt und habt Spaß dabei

Airlifter, Booster und Retractor sind die drei Oberbegriffe, mit denen ihr während der einführenden Erklärungsbeispiele viel zu tun haben werdet. So kann der Enterhaken nicht nur Dinge miteinander verbinden: Hängt doch einfach mal einen großen Ballon an die bösen Buben. In den Einstellungen könnt ihr zuvor entscheiden, ob der Ballon nur ein Stück, 15 Meter oder gar ins Unendliche aufsteigen soll. Wie gewohnt lassen sich nicht nur menschliche Hindernisse so überwinden: Ein Auto steht im Weg? Kein Problem! Ballon aufpusten und schon ist die Straße frei.

Jeder Held braucht einen Gegenspieler. In Ricos Fall ist das Gabriela Morales, die Anführerin der Söldnerarmee der Schwarzen Hand:

Richtig lustig wird es mit Funktionen wie dem Booster-Raketenzusatz. Während der Anspiel-Session gab es einen Jahrmarkt zu besuchen, der die üblichen Fahrgeschäfte bereit hielt. Besonders interessant waren hier das Riesenrad und das Karussell mit den Pferdchen, die sich im Kreis drehen. Vor allem Letzteres bringt Kinderaugen immer wieder zum Strahlen. Um auch als Erwachsener dort Spaß zu haben, könnt ihr an den Po eines jeden Pferdes mithilfe des Enterhakens ein paar Booster anbringen und schon heizen sie den Pferdchen gehörig ein. Durch die Schubkraft nimmt das Karussell ordentlich Geschwindigkeit auf. Im Interview mit den Entwicklern haben wir erfahren, das möglichst viele dieser Attraktionen auf der gesamten Karte eingebaut wurden, um den Spielern immer wieder neue Anreize zu geben, sie auszuprobieren.

Wie das mit den Retractor-Seilen funktioniert, wissen die meisten "Just Cause"-Veteranen: Zwei Ziele auswählen und sie mit gezielten Schüssen aneinanderbinden. Auf Knopfdruck können so die Soldaten des Gegners ganz leicht irgendwo baumeln oder in die Luft gesprengt werden. Dank der Feinjustierungen dürft ihr nun auch die Geschwindigkeit festlegen, mit der sich die beiden Objekte verbinden und ob das Seil überhaupt reißen soll.

Weil mit Lamas nun mal alles besser wird, gibt es auch welche in Just Cause 4.Weil mit Lamas nun mal alles besser wird, gibt es auch welche in Just Cause 4.

Besonders findige Tüftler und kreative Köpfe haben sich beim Lesen der letzten Zeilen sicher schon gefragt: Was ist, wenn ich zwei Dinge kombinieren will? Auch dafür hat sich Square Enix eine Lösung überlegt: Zu den bisher genannten Einstellungsmöglichkeiten, und das war wirklich nur ein Bruchteil, können die einzelnen Aktionen entweder direkt bei Benutzung ausgelöst, oder erst durch das (lange) Drücken einer Taste hinzugefügt werden. Was sich im Kampf anfangs als knifflig und fummelig darstellt, bietet in ruhigeren Phasen viel Spielraum für Experimente.

Wer so gar keine Lust auf Luftballon-Sträuße und am Fahnenmast baumelnde Gegner hat, der kann auch ganz altmodisch zur Waffe greifen. Ganz neu: Rico wird sich eine zweite Wumme über die Schulter hängen. So könnt ihr je nach Situation die Kugeln wechseln. Neben den normalen AK-Gewehren, dem Scharfschützengewehr und der Shotgun soll es im Spielverlauf außergewöhnliche Waffen geben, an denen sich Rico bedienen wird.

Allzeit bereit: Euer Loot Drop

In solchen Situationen können schon mal die Ressourcen knapp werden. Gut, dass ihr Nachschub anfordern könnt.In solchen Situationen können schon mal die Ressourcen knapp werden. Gut, dass ihr Nachschub anfordern könnt.

Ihr könntet am Strand einen Helikopter gebrauchen oder euer schnittiges Auto raucht bereits beunruhigend stark? Kein Problem: Für Nachschub ist gesorgt! Via Air Drop wird mit einem Flugzeug einfach das gewünschte Fahrzeug geliefert. Aber nicht nur ein fahrbarer Untersatz wird gebracht: Nahezu alles was das Herz begehrt kann nun vom Himmel fallen und steht Rico direkt zur Verfügung.

Spannend an der ganzen Geschichte: Der Anflug des Transportflugzeugs, ebenso wie der Abwurf, passiert in Echtzeit. Schießt ihr also das Flugobjekt ab bevor es den wertvollen Loot liefert, geht beides mit einem lauten Knall in die Luft und die Lieferung kommt nicht auf dem Boden an. Aber keine Sorge: Die Piloten scheinen unsterblich zu sein und sind beim nächsten Anruf wieder zur Stelle.

Ob sich die Gondeln des Riesenrads mit den Funktionen des Enterhakens überschlagen können, verraten wir an dieser Stelle übrigens nicht. Probiert es doch selbst einmal aus: Voraussichtlich am 4. Dezember 2018 erscheint Just Cause 4 für PlayStation 4, Xbox One und PC.

Meinung von Franziska Behner

Nach den ersten Videos und Pressemeldungen war ich eher unsicher, ob mich Just Cause 4 wirklich wieder fesseln könnte. Das Wetter sah ja ganz hübsch aus, aber ein bisschen Schnee hatte mich auch in Tomb Raider noch nicht davon abgehalten, mir die Wege problemlos freizuschießen.

Beim Anzocken hatte ich allerdings wirklich viel Spaß und habe mich in den Bann des Tornados ziehen lassen. Für mich hätte es die anderen Wetterphänomene nicht geben müssen, bzw. nicht so prominent. Wie sie sich dann in die Missionen einfügen, wenn man so richtig mit ihnen spielt, muss sich noch zeigen.

Die Synchronisation von Ricos Partnerin Mira könnte kaum emotionsloser sein, das versaut die Zwischensequenzen für mich arg. Das ist schade, da das Game auf einem hohen Niveau mitspielen möchte, was Möglichkeiten und Grafik angeht.

Im ersten Moment könnte der Bildschirm zum Einstellen des Enterhakens abschreckend wirken, doch die Tutorials haben das für mich ganz gut erklärt. Mit ein bisschen Rumprobieren habe ich die Basics dann recht schnell begriffen. Musste ich auch, denn an einigen Stellen des Spiels komme ich ohne Airlifter und Co. nicht weiter. Ich bezweifle zwar, dass viele Menschen auch nur annähernd an die vier Millionen Enterhaken-Konfigurationen herankommen, aber um mal richtig die Sau rauszulassen, ist das sicherlich eine schöne Sache.

Tags: Singleplayer  

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