Desti-nie: Warum es keinen dritten Teil braucht

(Special)

von Stefan Wirth (08. November 2018)

Eine Weile ist es schon her, da berichteten wir euch von Gerüchten, die drauf hindeuten, dass sich ein dritter Teil der Destiny-Reihe in der Entwicklung befinden könnte. Diese Neuigkeit sorgte bei euch nicht unbedingt für große Freudensprünge. Ja, einige unter euch würden sich über einen neuen Teil freuen, doch gibt es mindestens genauso viele, die spätestens dann der Reihe endgültig den Rücken kehren würden.

Die Hoffnungen für Destiny 2 liegen im DLC Forsaken

Das ist durchaus überraschend, wenn ihr euch einmal anschaut, wie viele Leute die ersten beiden Teile gespielt haben. Warum also wäre es für viele von euch ein No-Go, wenn ein dritter Teil rauskäme? Wir haben uns mal alle möglichen Kritikpunkte an der Reihe zu Gemüte geführt.

Die Historie von Destiny 1

Der erste Teil von Destiny wurde am 9. September 2014 veröffentlicht. Damals waren die Erwartungen hoch. Ein neues Spiel von den Halo-Machern, welches nicht nur für die Xbox erscheinen sollte und ein MMO-Shooter war, stieß im Vorhinein auf eine Menge Zuspruch. Dementsprechend groß war auch der Hype, als das Spiel erschien.

Das Modell klang vielversprechend. Mehrere Male im Jahr sollten kostenpflichtige Erweiterungen herauskommen, die gewillte Spieler mit neuen Inhalten versorgten. Doch rückten genau diese Erweiterungen Destiny in ein schlechtes Licht. Einigen Spielern gelang es schon kurz nach Veröffentlichung durch Glitches in die Bereiche vorzudringen, die eigentlich erst durch die DLCs freigeschaltet werden sollten.

Die Community fühlte sich betrogen. Verschlimmert wurde dies zusätzlich durch die Vorwürfe, dass die Grundversion des Spiels zu wenig Inhalt biete, das Storytelling schlecht sei und auch die Verbindung zu den Spiele-Servern zu wünschen übrig ließe.

Der Sargnagel für den ersten Teil, zumindest für einige Spieler, war jedoch die erste große Story-Erweiterung König der Besessenen, die am 15. September 2015 erschien. Die brachte viele Neuerungen, Inhalte und überarbeitete einige grundlegende Mechaniken des Spiels, jedoch gab es auch zwei große Probleme.

Der Spielfortschritt, der bis dahin erreicht wurde, war nahezu nichtig, denn sämtliche alten Gegenstände waren den neuen bei weitem Unterlegen. Das zweite Problem war, dass Spieler, die die Erweiterung nicht gekauft haben, praktisch vom Spiel ausgeschlossen wurden, denn sie konnten an vielen Missionstypen nicht mehr teilnehmen.

Daraufhin sanken die Spielerzahlen und es folgte nur noch eine Erweiterung im Juni 2016. Nur zwei Monate später wurde der Support für PlayStation 3 und Xbox 360 eingestellt. Destiny 2 erschien schließlich ein Jahr später, am 6. September 2017 für PlayStation 4 und Xbox One. Dies war auf der einen Seite der Versuch die Marke zu retten, aber auf der anderen Seite auch der Todesstoß für den ersten Teil.

Destiny 2 – Die Rettung?

Destiny 2 sollte ein Neustart für die Reihe werden und setzte an den Kritikpunkten des Vorgängers an. Die Geschichte und das Storytelling sollten verbessert, die Update-Zyklen verkürzt und Verbesserungen in Kommunikation und Matchmaking vorgenommen werden.

Das Konzept kam anscheinend an, denn zum Start gingen die Spielerzahlen von Destiny 2 durch die Decke. Allein am ersten Wochenende spielten mehr als eine Million Spieler gleichzeitig, obwohl das Spiel noch nicht einmal für PC erschienen war. Auch vom Publisher und den Entwicklern wurden in diesem Zuge Stimmen laut, dass sie mit dem ersten Teil nie zufrieden gewesen seien.

Doch was zunächst wie ein gelungener Neustart der Reihe wirkte, begann ebenfalls bald einen Schatten zu werfen. Bevorzugung von PC-Spielern, Banns von Leuten, die nichts verbrochen hatten, technische Fehler, die nicht behoben wurden – auch hier begannen sich die negativen Schlagzeilen zu häufen.

Einer der wohl größten Kritikpunkte war abermals die Erweiterungspolitik - zu wenig Inhalt für zu viel Geld. Daraus resultierte natürlich große Enttäuschung bei der Community. Das Destiny schlussendlich an PS-Plus und PC-Spieler verschenkt wurde, wirkt in diesem Kontext fast wie der Versuch, die bröckelnde Marke vor dem Aus zu bewahren, denn in diesem Zuge erschien auch das Update 2.0 und die Erweiterung Forsaken.

Der Neustart vom Neustart

"Destiny 2 ist wie die eine Liebe, vor der jeder einen warnt: Eigentlich hat sie viele offensichtliche Fehler, aber man bleibt trotzdem bei ihr und hofft auf Besserung. So auch mit Destiny 2 - Forsaken, welches den MMO-Shooter wieder einmal retten soll." So beginnt unser Test zur Erweiterung Destiny 2 - Forsaken.

Das Spiel zu verbessern, ist der Erweiterung auch ganz gut gelungen, jedoch kommt erneut die Frage auf, wieso hat es so lange gedauert? Mit Forsaken haben die Spieler eigentlich die Destiny-Version erhalten, die ihnen von Anfang an versprochen wurde. Für diese mussten sie allerdings erneut Geld ausgeben und davon nicht gerade wenig.

Des Weiteren stellt sich die Frage, wie lange Destiny 2 in dieser Art und Weise funktioniert, bis das Balancing wieder einbricht und es neue Updates und Inhalte braucht und wann diese dann auch kommen.

Wenn sich die Gerüchte als wahr herausstellen und Destiny 3 sich wirklich in der Entwicklung befindet, würde das einige Fragen aufwerfen. In Bezug auf den ersten Teil wurde nur zwei Monate nach Release bekannt, dass schon an einem Nachfolger gearbeitet würde. Wieso? Und verhält es sich auch so in Bezug auf den zweiten und dritten Teil?

Beide Destiny-Teile funktionieren nach dem Modell "Games as a Service". Diese sind also nicht zwingender Weise auf Endlichkeit ausgelegt und können über Jahre hinweg durch verschiedene Erweiterungen am Leben erhalten werden. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist wohl World of Warcraft.

Natürlich setzen diese Spiele voraus, dass die Spieler in irgendeiner Form Geld bezahlen, um die Entwicklung am Laufen zu halten. Diese kostenpflichtigen Updates gab es jedoch bei beiden Destiny-Teilen. Wieso wurde also bereits so früh mit der Entwicklung eines Nachfolgers angefangen?

Destiny 3 wäre ein Schritt in die falsche Richtung

Schlussendlich hinterlassen die Gerüchte um Destiny 3 einen sehr faden Beigeschmack. Wäre die Kraft, die in die Entwicklung eines Nachfolgers gesteckt wird und wurde, nicht besser in den Support der schon bestehenden Spiele investiert? Vielleicht hätte es dann nicht einmal Destiny 2 gebraucht und ihr würdet heute ein sehr viel besseres Destiny 1 spielen.

Ein zweiter Punkt, der damit einhergeht, ist, dass ihr eures Spielfortschritts beraubt werdet. Was ihr in Destiny 1 erreicht habt, konntet ihr nicht mit in den zweiten Teil nehmen, und so würde es wahrscheinlich auch bei einem dritten Teil aussehen. Das wäre nicht schlimm, wenn die Spiele unabhängig voneinander existieren würden. Aber kurz nach der Ankündigung von Destiny 2 wurde die Versorgung des ersten Teils mit neuen Inhalten eingestellt.

Das Modell und die Marke Destiny wird immer wieder neu gestartet. Immer wieder kommt die Versprechung, das Spiel abzuliefern, dass ihr schon von Tag Eins an erwartet habt. Wenn ihr jetzt ein letztes Mal Geld bezahlt, bekommt ihr wirklich Destiny! Wenn ihr euch alle Teile mit allen Erweiterungen zur Veröffentlichung gekauft habt, habt ihr mehre hunderte von Euros in ein Spiel gesteckt, das zu keinem Zeitpunkt wirklich gut und fertig war.

Was solltet ihr also von Destiny 3 erwarten? Noch eine Enttäuschung? Noch mehr schlecht investiertes Geld? Noch mehr Versprechungen, dass alles besser wird? Und schlussendlich kommt ein vierter Teil? Destiny 3 – Nein danke!

Was würdet ihr von einem dritten Teil der Destiny-Reihe halten? Habt ihr langsam genug von immer wieder denselben Versprechen oder könnte auch dieser wieder euer Interesse wecken? Schreibt es uns in die Kommentare!

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Multiplayer  

Warum es schade ist, dass beide nicht ein und dasselbe Spiel sind

RDR2 und Odyssey: Warum es schade ist, dass beide nicht ein und dasselbe Spiel sind

Als Assassin's Creed - Odyssey am 5. Oktober erschien, konnte ich spektakuläre drei Wochen im antiken Griechenland (...) mehr

Weitere Artikel

"9,99 Euro"-Aktion bei GameStop

Battlefield 5: "9,99 Euro"-Aktion bei GameStop

In einer Pressemitteilung gibt GameStop ein aktuelles Sparangebot bekannt: Wer bis zum 3. Dezember zwei gebrauchte Spie (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Destiny 2 (Übersicht)
* gesponsorter Link