RDR2: Ein Spiel schafft es, die Gaming-Welt zu einen

(Special)

von René Wiesenthal (09. November 2018)

Red Dead Redemption 2 ist in vielerlei Hinsicht bedeutsam. Eines der größten Kunststücke von Rockstar Games ist es wohl, damit über alle Lager und Geschmäcker hinweg Spieler zu begeistern. Wir ergründen mal, warum das so ist.

Auch wenn nicht jeder einzelne Spieler der Welt von Red Dead Redemption 2 überzeugt ist, erreicht das Spiel ein Maß an Akzeptanz, das bisher kaum dagewesen ist. Bis auf wenige Ausnahmen bekommt es Top-Wertungen von Spielekritikern – der Metascore hat sich bei 97 eingependelt.

Auch in der Nicht-Spielepresse wird Red Dead Redemption 2 umfassend behandelt und mit Lob bedacht. Die Welt schwärmt von der „gewaltigen Gewaltgeschichte“, Zeit staunt angesichts der „Schönheit und Grausamkeit der Natur“ seiner Spielwelt, die FAZ meint, das Spiel „verwischt die Grenze zwischen Film und Spiel, wie man es zuvor noch nicht gesehen hat.“

Auch spieletipps und Watson hat das Spiel bereits geeint. Seht hier unseren gemeinsamen Live-Stream:

Und noch viel erstaunlicher: Unter unseren Lesern gibt es in Kommentaren zum Thema RDR2 selten Ausreißer nach unten: Die meisten von euch lieben es. Eine Ausnahmeerscheinung. Rockstar Games ist es offenbar gelungen, die spielende Welt zu einen, wie man es bis dato nicht gesehen hat. Vom Casual- bis zum Hardcore-Gamer stimmen nahezu alle ein in den Lobgesang.

Woran liegt das? Wie kann es sein, dass die späte Fortsetzung eines zugegebenermaßen mehr als gelungenen Western-Spiels auf so breiter Flur überzeugt?

1. Ein Name, dem die Leute vertrauen

Unabhängig vom Produkt selbst, ist es natürlich schon einmal der Name, der dahintersteckt, welcher für Aufsehen sorgt. Rockstar Games sind geachtet. Sie haben mit der "Grand Theft Auto"-Reihe nicht nur spielerische Blaupausen für eine Vielzahl anderer "Open World"-Games geschaffen, ohne im Laufe der Zeit von dieser Konkurrenz in den Schatten gestellt worden zu sein. Sie haben auch erzählerische Grenzen gesprengt, mit der satirischen Abstrafung des amerikanischen Traums aus den Augen von Gangstern und Kleinganoven.

Mit diesem mutigen Ansatz, der auch nicht vor kompromissloser Gewalt Halt macht, sind sie längst über die Spielebranche hinaus bekannt und erfolgreich, bringen ihre Games mit großem zeitlichem Abstand zueinander heraus, schüren damit immer wieder einen Hype im Vorfeld jeder Veröffentlichung und setzen dann mit den Releases nicht selten Maßstäbe für die jeweils aktuelle Generation. Wer den Namen Rockstar hört, verlässt sich darauf, dass das Spiel liefert und so sind die hauseigenen Marken auch Namen, die freudig erwartet werden.

So wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, ist aber ein Hype kein Garant für eine positive Rezeption. RDR2 ruht nicht auf den Vorschusslorbeeren, sondern bietet auch inhaltlich die Zutaten, die es braucht um fast alle Menschen zufriedenzustellen.

2. Riesengroß und prall gefüllt

Open World ist ein Feature, das heutzutage fast schon der Standard ist. Und so verwöhnt wie wir von den Ausmaßen unserer virtuellen Spielplätze sind, so sehr gieren wir nach darin verfügbarem Spielzeug. Red Dead Redemption 2 bietet beides: Größe und Fülle.

Casual-Gamer, die gern einfach nur ein bisschen in der Spielwelt herumtoben und dabei unterhaltsame Stunden erleben wollen, können genau das tun. Wer jedoch jeden Sammelgegenstand haben will, das beste Pferd, aufgemotzte Waffen, viel Geld und teure Kleidung, der ist lange damit beschäftigt. Ein Muss ist es nicht, allem nachzugehen.

Das Spiel gibt dabei genug Hinweise, um Sammel- und Komplettierungswütige auf die richtige Fährte zu locken, hält sich aber soweit zurück, Genießer in Ruhe und einfach zufällig über genügend Spannendes und Überraschendes stolpern zu lassen. Somit schreckt es nicht diejenigen ab, die übersättigt sind von aufdringlichen Sammel-Quests und Füllmaterial mit Leuchtmarkierungen.

3. Eye-Candy, Popcorn-Kino, charakterliche Tiefe

Ein Punkt, von dem wohl alle Spieler gleichermaßen begeistert sein dürften, ist die Optik von RDR2. Von einem Spiel, das in unserer Historie verankert ist und in dem so viel Zeit und Geld steckt, erwarten vor allem Casual-Gamer Grafikrealismus und Schauwerte. Was das angeht, setzt RDR2 Maßstäbe und holt nochmal alles aus der derzeitigen Konsolengeneration raus.

Allerdings blendet es nicht einfach mit scharfen Texturen und hübschen Oberflächendetails. Die Dynamik der Animationen, sowohl bei den Figuren, als auch in der Umwelt, schafft eine optische Tiefe, die auch diejenigen abholt, die ein Auge fürs Feine haben und lieber die Atmosphäre der Welt genießen, anstatt sich ein Eye-Candy nach dem anderen abzuholen.

Ebenso punktet das Spiel in den Zwischensequenzen bei allen Spielern. Mit den darin enthaltenen Dialogen, deren Inhalten und Darbietungen. Hier kann sich einerseits einfach schelmisch an den markanten Typen und an deren Unverfrorenheit erfreut werden. Neben den Unterhaltungswerten entwickeln die Dialoge und Sequenzen Charaktere aber auch, verleihen ihnen Tiefe. Cineasten finden im Handwerk der Sprecher, in der Regie und der Kameraarbeit die gewünschten Qualitäten.

Gekonnt verschmelzen diese cinematischen Elemente mit dem eigentlichen Spiel. Einem Spiel, das gar nicht mal so zugänglich ist, wie man es von einer AAA-Produktion vermuten würde, die so einstimmig abgefeiert wird.

4. Behäbigkeit und Schwere, die Spielraum ermöglichen

Denn Red Dead Redemption 2 ist mitunter als behäbig, fast schon schwerfällig zu bezeichnen. Sowohl was den Fortlauf der Geschichte in den ersten Kapiteln angeht, als auch die tatsächliche Fortbewegung der Figuren. Ein Punkt, an dem Rockstar Games einige Spieler verliert – das Tempo und die von manchen als überfrachtet und umständlich empfundene Steuerung sorgen dafür, dass eben nicht wirklich jeder einzelne Spieler RDR2 feiert.

Jedoch zeigt sich: Die meisten Spieler betrachten diese Aspekte als Mittel von Rockstar Games, die Anstrengungen und Widrigkeiten der Spielwelt zu transportieren. Sehr verspielte und probierfreudige Gamer wiederum staunen über die zahlreichen Gameplay-Elemente, die die komplexe Steuerung überhaupt erst ermöglicht. Auch wenn es sich hier also um einen Punkt handelt, der eher spaltet, sind sich vieler Spieler einig, dass die Umsetzung der Steuerung und Geschwindigkeit gelungen ist.

5. (nicht) zu viel des Guten

Man könnte abschließend also sogar sagen, dass es Red Dead Redemption 2 trotz seiner vielen Zutaten schafft, die Leute so einstimmig zu begeistern. Dass hier ganz offensichtlich versucht wurde, so viel wie möglich an Stimmung, Inszenierung und Spiel unterzubringen und dabei dennoch kein wirrer Knoten einzelner, unstimmiger Elemente herausgekommen ist.

Alles zusammenzuhalten, was das Spiel beinhaltet, ist am Ende der Grund, warum fast ausnahmslos alle Spielwelt von RDR2 überzeugt ist. Was nur deswegen möglich ist, weil Rockstar Games das entsprechende Standing hat, und alle verfügbaren Kräfte für die Arbeit an RDR2 aktiviert hat.

Da wir aufmerksam eure Kommentare lesen, wissen wir, wie angetan ihr nach wie vor vom Spiel seid. Dennoch wollen wir natürlich auch an dieser Stelle gern wissen, ob ihr die Feststellungen im Artikel schon selbst gemacht habt und welchem Lager von RDR2-Spielern ihr euch zugehörig fühlt. Schreibt es uns in die Kommentare!

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Tags: Singleplayer   Open World  

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