Test Fallout 76: Zu viele Spagate auf einmal

von Micky Auer (21. November 2018)

Die Marke Fallout in eine neue Form zu gießen, ist ein mutiger Schritt und könnte vielleicht gut funktionieren. In diesem Fall wurde jedoch zu viel vom Inhalt verschüttet.

Seit der Ankündigung, dass Fallout 76, der jüngste Teil der erfolgreichen und beliebten Spielreihe, ein "Online-Survival-Multiplayer-Rollenspiel" werden würde, gingen die Meinungen der Fans sternförmig auseinander. Einige zeigten sich an diesem Konzept interessiert, andere wiederum witterten die Gefahr, dass sich Publisher Bethesda damit zu viel zumuten würde. Aber das waren nur Ahnungen, Befürchtungen, Vorab-Analysen.

Seit dem 14. November 2018 ist das fertige Spiel nun für PC, PS4 und Xbox One im Handel und hinterlässt leider alles andere als einen tatsächlich fertigen Eindruck. Wir haben uns die Zeit genommen, das Ödland von West Virginia zu erforschen und unsere eigenen Erfahrungen zu sammeln. Das Resultat ist eher ernüchternd. Getestet haben wir auf PS4 und Xbox One.

Fallout geht neue Wege - und verirrt sich

Wer "Fallout" hört, denkt vermutlich zuerst an die ausladende, verödete Welt nach der atomaren Apokalypse. Ein einsamer Held, den ihr selbst verköpert, ist mittendrin. Er oder sie verfolgt ein Ziel, trifft auf archetypische Fraktionen und Gegner, erlebt viele Geschichten und Abenteuer, mit oder ohne NPC-Gefährten an seiner Seite. Das ist das, was Fallout bislang war: Ein Rollenspiel für Solo-Spieler in einer Open World.

Da grinst er noch: Vault-Bewohner Foxfire vor Beginn seines Abenteuers.Da grinst er noch: Vault-Bewohner Foxfire vor Beginn seines Abenteuers.

In Fallout 76 ist einiges anders, und der Unterschied ist für euch als Spieler oder Fan wichtig: Als Bewohner der Vault 76 habt ihr die Aufgabe, in die Welt hinauszuziehen und sie wieder bewohnbar zu machen, sie zurückzuerobern. "Die Welt" ist in diesem Fall die verstrahlte Version des US-Bundesstaates West Virginia, gesegnet mit üppiger Natur und abwechslungsreichen Landschaften. Der "Bewohner der Vault 76" seid ihr. Allerdings seid ihr nicht mehr der Nabel der Spielewelt, ihr seid nur einer von vielen, die die gleichen Ziele verfolgen wie ihr selbst.

Während ihr die Welt erforscht, findet ihr zahlreiche Notizen, Tagebücher und Sprachaufzeichnungen, die euch neue Quests eröffnen. Menschliche NPC-Charaktere sucht ihr vergebens, denn die sind meistens tot. Ihr verfolgt also lediglich die letzten Hinweise, die sie schriftlich oder mündlich festgehlten haben. Auch wenn einige dieser Geschichten recht nett geschrieben sind, es fehlt der quasi-menschliche Bezug.

Ohne Figuren und Charaktere, mit denen ihr interagieren könnt, wird das Geschehen schnell zu einem seelenlos anmutenden Gerüst, an das lose diverse Aufträge gehängt wurden. Ein weiterer Nachteil dabei: Aufgrund der sich stets in Bewegung befindlichen Online-Umgebung ist es teilweise unnötig mühsam, den mitunter recht langen Sprachaufzeichnungen zu lauschen, während ihr potenziell von allen Seiten unter Beschuss geraten könntet. Und das passiert einfach viel zu oft, wie wir gleich noch erörtern werden.

Kurzum: Ihr seid nicht "die eine, wichtige Person, um die sich alles dreht." Ihr seid niemand, der mit einem persönlichen und motivierenden Ziel vor Augen agiert. Ihr seid im Grunde nicht mal jemand, der über eine Persönlichkeit oder einen Hintergrund verfügt. Außer, ihr reimt euch den in euren eigenen Gedanken zusammen. Und das ist in Summe leider ein großer Abstrich für den gewohnten und erhofften Inhalt eines Spiels, das "Fallout" im Namen trägt. Ganz egal, welche Wege der Publisher damit einschlagen wollte

Fokus auf Survival und Multiplayer

Fallout 76 will kein MMO sein. Daher ist die Anzahl menschlicher Spieler pro Welt auch stark begrenzt. Ihr seht auf der Karte immer, wo sich jemand aufhält, trotzdem kommt es gerade in abgelegenen Teilen der Welt oder in besonders düsteren Dungeons hin und wieder zu äußerst gruseligen Begegnungen, wenn ihr euch umdreht und da steht plötzlich ein anderer Spieler hinter euch! Das gehört mitunter zu den kleinen Höhepunkten des Spiels. Auch deshalb, weil Spieler, die sich an abgelegenen Orten über den Weg laufen, oft das gleiche Ziel verfolgen.

Ihr findet den überaus unheimlichen Mothman-Altar. Wenn ihr euch jetzt umdreht und jemand steht hinter euch, darf gerne vor Schreck gejodelt werden.Ihr findet den überaus unheimlichen Mothman-Altar. Wenn ihr euch jetzt umdreht und jemand steht hinter euch, darf gerne vor Schreck gejodelt werden.

Schnell ist dann ein Team gebildet und man trotzt den Gefahren gemeinsam. Die Gruppenbildung in Fallout 76 ist tatsächlich von der Technik und Handhabung her gut gelungen, auch wenn die spielerische Begründung dafür etwas verwässert ausfällt. Die Gruppen von maximal vier Spielern sind keine Gilde im herkömmlichen Sinn. Vielmehr dienen sie dazu, zufällige Ereignisse gemeinsam zu meistern, die an allen möglichen Stellen der Welt aufploppen und die oft darin bestehen, mehrere Gegnerwellen zu besiegen.

Abgesehen von solchen Aufgaben will sich aber nicht so recht zeigen, wozu solche Gruppen gut sein sollen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass jeder, der eine Gruppe bilden will, das meist nur dann möchte, wenn er eine spezifische Aufgabe erledigen muss, die er alleine nicht bewältigen kann. Ein gemeinsames und koordiniertes Erforschen der Welt scheint nicht so gern angegangen zu werden. Jedoch ist auch unklar, ob das überhaupt so gewollt ist. Meistens zieht jeder in der Gruppe schon bald seiner eigenen Wege.

Neu in Fallout: Das gesamte Spiel lässt sich mit anderen Spielern gemeinsam bestreiten.

Am meisten Spaß bietet der Multiplayer für Leute, die sich kennen und sich ihren eigenen Spaß bereiten. Was nun mal auch eine weitere Schwäche des Spiels offenbart: Der größte Spaß entsteht aus dem Rumalbern, dem miteinander Kommunizieren, nicht jedoch aus dem Spiel selbst.

Das zweite neue Standbein neben dem Multiplayer ist die Survival-Mechanik. Hunger, Durst, Strahlung, Krankheiten und kaputte Ausrüstung sind neue Feinde, die ihr stets im Hinterkopf behalten solltet. Zwar sind diese Elemente nicht ganz neu, all das - mitsamt dem Basenbau - gab es schon in der einen oder anderen Form in der Reihe. Hier sollen sie jedoch einen wichtigeren Platz einnehmen. Was für manche Spieler zum nächsten Problem führen könnte.

Ihr dreht gerne minutiös jeden Stein um, sammelt weggeworfene Plastikgabeln, Batterien, Holz und könnt an keinem Blümchen vorbeilaufen, ohne es zu pflücken? Und lauft ihr gerne endlos lange hin und her, weil ihr ständig an die Grenzen eurer Tragkraft geratet und euer Inventar leeren müsst? - Herzlich willkommen in Fallout 76! Ihr werdet, was das betrifft, sehr viel Spaß haben!

Allen anderen sei geraten, genau zu überlegen, ob sie das wirklich wollen. Denn die Sammelei und Wiederverwertung von Rohstoffen wird sehr, sehr schnell anstrengend und nervtötend. Das Schlimme daran ist, dass ihr ohne Crafting und ständige Reparaturen nicht weit kommen werdet. Und dazu wiederum benötigt ihr all den Schrott, den ihr im Spiel aufsammeln könnt. Um so richtig gute Gegenstände zu basteln, wird allerdings etwas Zeit vergehen. Denn die werden erst später im Spiel zugänglich.

Doch besser im Alleingang?

Der Multiplayer ist nach außen hin der wichtigste Grund, Fallout in ein Online-Spiel zu verwandeln. Die mögliche zukünftige Erweiterung des Spiels nach dem "Games as a Service"-Prinzip ist aber eher die wahre Absicht dahinter. Aber wenn ihr gar keine Lust auf Multiplayer habt, könnt ihr dann Fallout 76 dennoch spielen? Die Antwort lautet: Ja, aber es werden euch viele Steine in den Weg gelegt.

Macht zu viert mehr Spaß, klappt aber auch im Alleingang: Wer sich hinsetzt und Musik macht, kann einen temporären Bonus erlangen.Macht zu viert mehr Spaß, klappt aber auch im Alleingang: Wer sich hinsetzt und Musik macht, kann einen temporären Bonus erlangen.

Solo-Spieler sind vermutlich eher an einer packenden Story interessiert. Das, zusammen mit dem bereits erwähnten Fehlen von NPCs, ist hier leider nicht gegeben. Die unmotivierende Erzählung und das flache Quest-Design gepaart mit oft mühsamen Aufgaben macht es Einzelspielern nicht leicht, ihren Weg durch das Spiel zu finden. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Es geht hier nicht um schwierige Herausforderungen für den Einzelnen, sondern schlicht darum, dass sich grundlegende Aufgaben oft quälend lang ziehen. Das betrifft das "Von A nach B Kommen" in längeren Quests, ebenso wie die ständige Jagd nach überlebenswichtigen Rohstoffen.

Neben den Survival-Gefahren gibt es natürlich auch noch direkte Bedrohungen in Form von mutierter Fauna, durchgedrehten Robotern und Supermutanten. Egal, ob ihr euch auf Schuss- oder Hiebwaffen konzentriert, um Auseinandersetzungen kommt ihr nicht rum. Das ist auch gut so! Schließlich ist eine gelungene Kampfmechanik ein wichtiger Pfeiler eines Spiels. Das Urteil dahingehend fällt jedoch eher verhalten aus.

Zum einen ist da die Steuerung, die unglaublich träge reagiert. Waffenwechsel über Schnelltaste oder Quick-Menü ist ein zäher, frickeliger Prozess, der im nicht pausierbaren Echtzeit-Getümmel oft für Frust sorgt. Oft funktioniert eine Eingabe nicht, weil eine Nachlade- oder Auswechsel-Animation noch nicht abgeschlossen ist, obwohl es auf dem Bildschirm so aussieht.

Am besten funktioniert der Kampf, wenn ihr euch schleichend Gegnern nähert und aus der Ferne Präzisionstreffer erzielt. Aufgeschreckte Gegner, die dann auf euch zustürmen, lassen sich gut und gezielt auf jede beliebige Weise erledigen. Viel zu oft wird der Kampf aber zu einem wilden Scharmützel, in dem ihr nur noch mit einer großen Keule um euch schlagt.

Der kleine Fleck in der Mitte ist ein heftiger Lvl50-Gegner. Wenn ihr gerade in der Gegend was zu erledigen habt, seid ihr arm dran.Der kleine Fleck in der Mitte ist ein heftiger Lvl50-Gegner. Wenn ihr gerade in der Gegend was zu erledigen habt, seid ihr arm dran.

Das geschieht übrigens unnötig häufig. Ein stets wiederkehrender Grund dafür: In manchen Bereichen finden immer wieder Mehrspieler-Events statt. Diese Bereiche überschneiden sich mitunter mit Arealen, in denen ihr ein bestimmtes Questziel verfolgt. Und dann erhaltet ihr plötzlich die Mitteilung, dass ihr jetzt an einem Event teilnehmt. Ein Timer läuft und die erste von mehreren Gegnerwellen stürmt auf euch ein. Oder ein besonders dickes, hochstufiges Monster fegt euch mit einem Treffer von der Karte. Das mag beim ersten Mal für Ärger sorgen, beim zweiten Mal für Frust. Auch fällt auf, dass Gegner viel zu schnell respawnen. Durchsucht ihr ein mehrstöckiges Gebäude bis zum Dach, ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Gegner auf eurem Weg nach unten wieder auferstanden sind, erschreckend hoch.

Und dann ist da noch die Sache mit V.A.T.S. - Das beliebte und schon beinahe ikonische Zielsystem der Fallout-Reihe: Die Zeit anhalten oder zumindest verlangsamen, Trefferwahrscheinlichkeiten auf verschiedene Körperteile einsehen, Bereich ins Visier nehmen und gezielt schwächen. Tolle Idee, die für vielfältige taktische Möglichkeiten sorgt. Leider mutiert V.A.T.S. in Fallout 76 zu einem hektischen, unübersichtlichen und unintuitiven Chaos.

Alles findet in Echtzeit statt. Das resultiert darin, dass sich die Trefferwahrscheinlichkeit innerhalb einer Sekunde von null auf 95 Prozent und wieder zurück entwickeln kann. Jede noch so kleine Bewegung in V.A.T.S. zieht oft sprunghafte Änderungen nach sich. Neueinsteigern wird der Modus auch nur recht oberflächlich erklärt, so mag vielen lange Zeit nicht klar sein, was da eigentlich geschieht.

Technik wie vor dem Krieg

Fallout 76 hat seine schönen Momente. Zum Beispiel, wenn im Spiel aufgrund des dynamischen Tageszeitwechsels der Morgen anbricht und Licht in fahlen Bahnen durch Äste und Nebel fällt. Oder wenn ihr auf einer Anhöhe steht und an einem sonnigen Tag über die herbstlichen Wälder blickt. Das alles ist dem Design geschuldet (und ist natürlich Geschmackssache), nicht jedoch der Technik.

Die idyllischsten Nuklearexplosionen gibt es in West Viriginia.Die idyllischsten Nuklearexplosionen gibt es in West Viriginia.

Denn es fällt nun mal unabstreibar auf: Die Engine von Fallout 76 kann nicht mehr mithalten. Das zeigt sich in mehrfacher Hinsicht. Im besten Fall lauft ihr mit nur gelegentlichen Grafikrucklern durch die Gegend, seht aber deutlich, wie ständig Objekte in mittlerer Distanz aus dem Nichts auftauchen, wie Texturen erst nach einiger Zeit geladen werden und Gegner teilweise ohne Animationen knurrend und brüllend durch die Gegend gleiten.

Im schlimmsten Fall - und der tritt regelmäßig ein - fängt das Spiel in den hektischen Kämpfen an, ebenso hektisch zu stottern. Je mehr Gegner, desto höher die Wahrscheinlichkeit. Da wird die Handhabung eurer verschiedenen Waffen zusätzlich zu der trägen Steuerung noch krampfiger, ihr erleidet aufgrund der schwachen Technik in zu vielen Kämpfen zu viel Schaden.

Objekte, die sich nur schwer aufsammeln lassen, fehlende oder fehlerhafte Einblendung von Interaktions-Kommandos, Gegner, die erst Sekunden nach dem tödlichen Treffer umfallen und Quests, die sich nicht abschließen lassen: Das sind die technischen Spaßbremsen. Bugs, die zwar unschön sind, aber keine gröberen Auswirkungen auf den Spielfluss haben, gibt es zusätzlich.

Daran ändert auch der 48 GB große Patch nicht viel (der bereits Zweite dieser Größenordnung), der Anfang dieser Woche noch ausgespielt wurde. Der soll zwar laut den Patchnotes diverse Performance-Probleme beheben, jedoch ist davon in der Praxis kaum etwas zu merken.

Um nochmal auf das Design zurückzukommen: Was die Gestaltung von Fallout 76 betrifft, daran scheiden sich die Geister. Der rein künstlerische Aspekt der Grafik lässt sich in keine absoluten Aussagen pressen. Ob die Kombination aus farbenfroher und abwechslungsreicher Umgebung mit den verfallenen Relikten einer vergangenen Zeit für euch auf ästhetischer Ebene funktioniert, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die vielen Sammel- und Ausrüstungsgegenstände, Charakterwerte und sonstigen recht komplexen Funktionen des Spiels werden wie gewohnt über ein Menü verwaltet, das ihr im klassischen Pip-Boy-Design navigiert. Und auch hier bleibt nur zu sagen: Es wird dringend Zeit für eine Neugestaltung. Die Menüs sind unübersichtlich, unklar, sperrig und erfordern zu viel Zeit, um an den gewünschten Punkt zu kommen.

Bethesda hat selten vernünftige Nutzeroberflächen in Spielen geschaffen. Aktuell in Fallout 76 ein Menü zu verwenden, das größer ausfällt als das von Fallout 3 vor zehn Jahren, jedoch immer noch über den gleichen Aufbau verfügt, zeigt deutlich, dass sich hier was tun sollte. Die gewohnte Ansicht aus reiner Nostalgie oder missverstandener Markentreue beizubehalten, funktioniert nicht mehr. Das gilt auch für die sperrigen und gerade in diesem Spiel umso wichtigeren Crafting-Menüs sowie die neugestaltete Übersicht bei der Charakterentwicklung. Hier sei jedoch erwähnt, dass die neue Flexibilität beim Hinzufügen und Austauschen von Eigenschaften durchaus positiv ausgefallen ist.

Meinung von Micky Auer

"Los, Micky! Sag was Gutes über Fallout 76!" - Gerne: Die musikalische Begleitung ist hervorragend gelungen, die Song-Auswahl ist grandios, die typische Fallout-Atmosphäre wird gelungen transportiert, grafisch wird die meiste Abwechslung geboten, die ich bisher in einem Fallout-Spiel gesehen habe.

Leider sind alle anderen Bereiche unbefriedigend ausgefallen. Hauptsächlich die verdächtig knarzende Technik und die Abwesenheit einer Story, die den Spieler sonst durch das Geschehen zieht, sind Kritikpunkte, die sich auch in Zukunft kaum wegpatchen lassen werden.

Aber dennoch: Es wird ganz sicher die Diskussion darum entbrennen, was Fallout 76 irgendwann in der Zukunft mal sein könnte. Und das will ich auch gar nicht abstreiten. Verbesserungen sind möglich, zusätzliche Inhalte sind ohnehin geplant, auch wenn das Spiel in seiner aktuellen Form schon über einen ordentlichen Umfang verfügt.

Allerdings bewerten wir das Spiel so, wie es jetzt in den Läden steht, wie es sich jetzt spielt und welche Mängel man sich jetzt zum Vollpreis in die Sammlung stellt. Und nicht, wie das Spiel vielleicht irgendwann in der Zukunft sein mag. Aufgegeben habe ich Fallout 76 noch nicht, aber mein Interesse, nochmal dahin zurückzukehren, hält sich aktuell stark in Grenzen. Ein neues Spiel will ich genießen und nicht für sechs bis acht Monate lang als Beta-Tester dafür herhalten.

Meinung von Stefan Wirth

Die Idee hinter Fallout 76 ist mutig - eine beliebte Rollenspielreihe für Einzelspieler in ein Online-Survival-Spiel umzuwandeln. Damit versucht sich Bethesda an dem Spagat sowohl die alten Fans glücklich zu machen, sowie auch Multiplayer-Spieler anzusprechen. Doch genau daran scheitert das Projekt.

Eine Geschichte – wenn man das überhaupt so nennen kann – die mir völlig egal ist, haufenweise Bugs und technische Fehler, langweiliges Quest-Design, ein Gunplay, das selbst in den älteren Teilen der Reihe nicht so schlecht war, unnötige, nervige Survival-Elemente, Lore-Probleme, eine furchtbare Grafik und eine Engine die Altersschwäche zeigt – das sind meine großen Kritikpunkte an Fallout 76.

Mit Freunden zusammen macht das Spiel Spaß, aber nicht, weil es ein gutes Spiel ist, sondern weil es Spaß macht, mit anderen zusammen zu spielen. Solo habe ich gar keinen Anreiz mehr, das Ödland West Virginias weiter zu erkunden.

Irgendwo in Fallout 76 steckt bestimmt ein Spiel, dass es sich lohnt zu spielen, davon ist es aber zum jetzigen Zeitpunkt noch weit entfernt. Bethesda muss hier noch einmal ordentlich Arbeit investieren, bis Fallout 76 das Spiel ist, welches uns eigentlich versprochen wurde. Bis dahin wird uns aber bestimmt noch der einen oder andere 50 GB Patch erwarten.

Meinung von Matthias Kreienbrink

Ja, ich war wohl einer der wenigen Menschen, die sich damals nach der Ankündigung auf der E3 wirklich auf dieses Spiel gefreut haben. Ich mag Fallout sowieso sehr gerne und fand die Idee, Survival-Abenteuer in dieser Welt zu bestehen wirklich sehr reizvoll. Aber was soll ich sagen?

In den über 20 Stunden, die ich mit diesem Spiel verbracht habe, habe ich mich entweder über die Technik aufgeregt. Über die Framerate-Einbrücke, die Bugs, die Server-Probleme, die aufploppenden Texturen. Oder aber ich habe mich gelangweilt. Sehr viel dazwischen gab es leider nicht. Ich hoffe sehr, dass Bethesda die Kurve noch kriegt und Fallout 76 in ein paar Monaten ein vernünftiges Spiel sein wird.

Hat euch dieser Artikel gefallen? Oder habt ihr Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge? Lasst es uns gerne wissen! Schreibt uns eine Mail an redaktion@spieletipps.de und verratet unserer Redaktion eure Meinung.

65

meint: Online-Survival-Multiplayer-RPG, das an zu vielen unausgereiften Ideen, sehr schwacher Erzählung und veralteter Technik krankt.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Singleplayer   Multiplayer  

Erratet ihr die Spiele anhand der Button-Belegung?

Knöpfchen im Köpfchen: Erratet ihr die Spiele anhand der Button-Belegung?

Jedes Spiel hat sie - eine Steuerung. Und je nachdem, wie gut beziehungsweise schlecht diese ist, beeinflusst sie, wie (...) mehr

Weitere Artikel

Goldbarren können nun für Echtgeld gekauft werden

Red Dead Online: Goldbarren können nun für Echtgeld gekauft werden

Bislang war Red Dead Online, der Mehrspieler-Modus von Red Dead Redemption 2, gänzlich ohne die Möglich (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Fallout 76 (Übersicht)
* gesponsorter Link