Fallout 76: Was Bethesda jetzt tun sollte

(Special)

von Matthias Kreienbrink (23. November 2018)

Es ist eine schwere Zeit für ein Studio, ein Spiel veröffentlicht zu haben, das für Jahre laufen sollte, aber nicht den Ansprüchen vieler Spieler und Kritiker entspricht. Es ist eine noch schwerere Zeit für die Spieler, die um die 60 Euro für ein Spiel ausgegeben haben, das von zu vielen Fehlern geplagt ist. Dennoch könnte Bethesda bei Fallout 76 die Kurve noch kriegen.

Ihr erinnert euch doch sicherlich noch an No Man's Sky. Zum Release war es für Wochen in den Nachrichten - wegen der Aufregung der Spieler. Keines der Versprechen der Entwickler habe es in das fertige Spiel geschafft. Die Welt sei leer, es sei nichts zu tun. Vielleicht erinnern sich auch noch einige von euch an den Start von For Honor. Ein Ubisoft-Spiel, das mit viel Kritik konfrontiert wurde, als es auf den Markt kam. Ständige Serverausfälle, Ärger mit Mikrotransaktionen. Schnell waren kaum noch Spieler auf den Servern.

Fallout 76: Terminal einfacher hacken

Was die beiden Spiele gemein haben? Sie beide haben die Kurve gekriegt. Weil die Entwickler sich nach der Veröffentlichung angestrengt haben, die Spiele mit Updates und Patches besser zu machen. Erst diese Woche ist wieder ein Update für No Man's Sky erschienen, das einige Veränderungen mit sich bringt. Das Spiel ist heute kaum noch mit dem zu vergleichen, was zum Start vor etwa zwei Jahren über die Bildschirme flimmerte.

Doch um an diesen Punkt zu kommen ist es ein weiter Weg mit einigen Durststrecken. Oftmals verlieren die User das Interesse, sodass jedes Patchen zu spät kommt. So ist es dieses Jahr etwa beim zweiten Teil von The Culling passiert - das Spiel wurde komplett eingestellt. Doch gerade ein so großes Unternehmen wie Bethesda müsste genug Kapazitäten und auch guten Willen haben, um ein Spiel besser zu machen - Schritt für Schritt. Und das sollten sie auch, denn sonst haben sie eine Marke stark angekratzt, die eigentlich für Qualität steht - und Spieler vergrault, die für viel Geld ein unausgereiftes Spiel bekommen haben

Leere Ortschaften mit wenig zu tun.Leere Ortschaften mit wenig zu tun.

Wie so eine Neustart aussehen könnte, welche Aspekte des Spiels verändert werden sollten, das wollen wir im Folgenden gerne darstellen. Konzentrieren wollen wir uns dabei auf drei Punkte, die uns als besonders wichtig erscheinen. Dafür haben wir euch, liebe Leser, auch auf Facebook gefragt, welche Änderungen ihr gerne sehen würdet. Auch eure Meinung ist also in diesen Text mit eingeflossen.

1. Bügelt die Bugs und Glitches aus

Der erste Punkt dürfte eigentlich auch der am einfachsten zu lösende sein - wenn man es denn richtig macht. Fallout 76 wird geplagt von vielen Bugs, Glitches und technischen Fehlern. Das fängt damit an, dass gerade in Kämpfen die Framerate derart in den Keller geht, dass sie zur Dia-Show wird. Auch werden die Modelle vieler Gegner fehlerhaft angezeigt oder frieren in der Umgebung fest. Die technische Seite des Spiels, da sind sich die meisten einig, ist also alles andere als optimal.

Texturen, die zu wünschen übrig lassen.Texturen, die zu wünschen übrig lassen.

Solche Fehler können durch Updates und Patches beseitigt werden. Nur könnte das bei Fallout 76 komplizierter werden als etwa bei Fallout 4. Der Grund: Fallout 76 ist ein Online-Spiel. Das bedeutet, dass Fans keine Mods für dieses Spiel erstellen können. Und genau diese Modder haben in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal ein Bethesda-Spiel ausgebessert. Denn das Unternehmen ist durchaus bekannt für Spiele, die gerade zum Start ziemlich fehlerhaft sind.

Doch diese technischen Ungereimtheiten müssen ausgebessert werden. Möchte Bethesda ein immersives Spielen ermöglichen, können sie die Spieler nicht durch plötzlich aufploppende Texturen oder ruckelnde Gefechte aus dem Spielfluss ziehen. Die größte Aufgabe dürfte also erstmal sein, das Fundament zu festigen, auf dem das Spiel steht. Viele von euch stört auch der Blurry-Effekt, der im Spiel Tiefenunschärfe des Auges simuliert. Einige von euch meinten sogar, dass ihr das Spiel aus diesen Grund gar nicht erst startet - aus Übelkeits-Gründen.

Nach Möglichkeit sollte das Unternehmen dafür jedoch nicht alle paar Tage 50-Gigabyte-Updates bereitstellen, wie es in der ersten Woche passiert ist. Es gibt noch immer viele Spieler, die nicht über schnelle Internetleitungen verfügen. Die laden dann tagelang Updates und können gar nicht mehr spielen.

2. Arbeitet an der Geschichte

Eine sehr viel komplexere Aufgabe dürfte es werden, die Geschichte von Fallout 76 in eine wirklich interessante und spannende Stringenz umzuschreiben. Bisher ist es so, dass ihr durch die Welt lauft, ab und an mal ein Terminal mit Infos, ein Tonband oder einen beschriebenen Zettel entdeckt. Durch diese Bruchstücke könnt ihr dann einer unfokussierten Geschichte folgen, die kaum jemanden wirklich interessieren dürfte. Hinzu kommt, dass sich diese Tonbänder mitunter von alleine abspielen - egal, ob gerade Mitspieler dazwischen sprechen oder ihr mitten in einem Gefecht sein. Der Geschichte so zu folgen ist kaum möglich.

Oftmals ist man in Fallout 76 ziemlich alleine - auch, weil es keine NPCs gibt.Oftmals ist man in Fallout 76 ziemlich alleine - auch, weil es keine NPCs gibt.

Zunächst wäre es also vonnöten, mehr Missionen mit interessanteren Geschichten in das Spiel zu patchen. Die Aufgaben sollten abwechslungsreicher sein, die Erzählungen spannender. Erinnert euch daran, dass Todd Howard bei der Ankündigung des Spiels noch versicherte, dass auch Einzelspieler in Fallout 76 auf ihre Kosten kommen sollen - bisher ist dem nicht so. Viele Spieler sind einfach nur gelangweilt.

Auch viele von euch sind auf Facebook dieser Meinung. In mehreren Kommentaren wurden etwa gesprochene Dialoge gefordert, oder Entscheidungen im Spiel, die tatsächlich den Charakter des Protagonisten prägen. Und - der häufigste Wunsch - NPCs. Also Charaktere, die vom Computer gesteuert werden und euch von der Geschichte der Welt erzählen können.

Wir finden diesen Aspekt ebenso wichtig. Und halten ihn auch für durchaus umsetzbar: Die Welt von Fallout 76 soll lebendig sein. Wieso sie also nicht tatsächlich lebendig machen? Zeigt, dass die Zeit in dieser Welt vergeht und fügt nach und nach mehr NPCs dem Spiel hinzu. So könnten immer mehr Figuren diese feindliche Welt bevölkern, sich in Städten zusammentun, euch Aufgaben geben, mit euch sprechen - kurzum, die Welt interessanter machen.

Weiter mit: Der dritte und wichtigste Punkt

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Tags: Online-Zwang   Open World  

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