Red Dead Redemption 2: Das sagt die Community zur Online-Beta

(Special)

von Sören Wetterau (30. November 2018)

Ein Monat Geduld war angesagt, jetzt ist es soweit: Die Beta zum Online-Modus von Red Dead Redemption 2 ist gestartet. Ab heute dürfen alle Besitzer des Western-Spiels einen Blick hineinwagen. So sehen die ersten Eindrücke aus.

Als Red Dead Redemption 2 nach jahrelanger Entwicklung am 26. Oktober für PlayStation 4 und Xbox One erschien, war ein Teil des Western-Epos noch gar nicht fertig. Der Mehrspieler-Modus Red Dead Online sollte, so Rockstar Games in einer Pressemitteilung, im Laufe des Novembers an den Start gehen. Der elfte Monat des Jahres kam und war schon fast wieder weg, als es am vergangenen Montag dann hieß: Jetzt startet Red Dead Online.

Für die Ersteröffnung hat Rockstar Games jedoch längst nicht alle Spieler eingeladen. Um ein technisches Chaos wie einst bei GTA Online zu verhindern, durften erst einmal nur die Besitzer der Ultimate Edition eintreten. Ab dem heutigen Freitag dürfen nun endlich alle Spieler, die über ein Exemplar von Red Dead Redemption 2 verfügen, den Multiplayer-Modus ausprobieren.

Red Dead Redemption 2: Bislang war nur die Singleplayer-Kampagne spielbar

Wie uns der erste Ausritt in Red Dead Online gefallen hat, haben wir euch bereits im Blickpunkt "Red Dead Online: Unsere ersten Eindrücke aus der Beta" verraten. Nun haben wir uns für euch im Netz umgesehen und tragen zusammen, wie gut Red Dead Online bei den ersten Spielern ankommt. Vornweg: Technisch gibt sich der Mehrspieler-Modus kaum eine Blöße, basiert er doch auf dem Grundgerüst von Red Dead Redemption 2 und steht der Singleplayer-Welt optisch in nichts nach.

Du hast die Haare schön

Das allererste was ihr in Red Dead Online erledigt, ist euren Charakter eigenständig zu erstellen. Während ihr in GTA Online dafür hauptsächlich aus zwei verschiedenen Elternteilen eine Tochter oder einen Sohn erstellt habt, gewährt Rockstar Games dieses Mal viel mehr Individualisierungsoptionen. Von Haaren bis zu den Zähnen ist alles einstellbar. Das kommt bei zahlreichen Spielern gut an, wie einige Einträge auf Twitter verraten:

Mancherorts, so zwitschern es ein paar Gerüchte, sei auch schon das eine oder andere Promigesicht aufgetaucht. Zumindest so halbwegs:

Das anschließende Tutorial ist so inszeniert, als würde es direkt aus der Singleplayer-Kampagne stammen. Der größte Unterschied: Euer alter Ego kann wie in GTA Online schlichtweg nicht sprechen. Vor allem in einem dialoglastigen Spiel wie Red Dead Redemption 2 sorgt das mitunter für ein wenig Kritik, da sich manche Spieler der Immersion beraubt fühlen.

Große Welt, wenig Abwechslung

Was danach folgt, ist zu Beginn meistens überwältigend. In Red Dead Online steht euch von Anfang an die komplette Spielwelt offen, und das hinterlässt erstmal einen bleibenden Eindruck. Die Stimmung, die schon in den ersten Spielstunden aufkommt, ist sowohl international als auch hierzulande positiv ausgefallen.

In den Folgestunden hat sich das Blatt aber schnell gewendet und die Kritik an Red Dead Online hat deutlich zugenommen. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen gibt es nur eine beschränkte Anzahl an toll inszenierten Missionen, wie unter anderem der Reddit-Nutzer KadukoX feststellen musste. In Sachen Spielmechanik unterscheiden sich diese kaum von den Singleplayer-Einsätzen: Es wird gelaufen, geritten, geschossen und hin und wieder geflucht.

Darüber hinaus liefert die Spielwelt selbst aber nur bedingt motivierende Aufgaben. Die sogenannten "Free Roam"-Missionen, also Aufträge, die in der offenen Welt abgeschlossen werden, wiederholen sich schnell. Das Jagen und Fischen ist derweil schon aus der Singleplayer-Kampagne wohlbekannt, wird jedoch nun durch andere Spieler erschwert oder gar völlig verhindert. Minispiele wie Pokern oder Blackjack sind zum aktuellen Zeitpunkt der Beta nicht einmal implementiert, was den Aktivitätsgrad weiter einschränkt. Der Spaß muss also selbst gefunden werden:

(Quelle: YouTube, gLitch-x-)

Jener "Open World"-Spaß kann in Red Dead Online allerdings schnell zum Bumerang werden und sorgt für Frustration. Viele Begegnungen enden aufgrund eines fehlenden Passiv-Modus tödlich und so manche Stadt wird zum reinsten Massengrab.

Preisgestaltung zum Fürchten

Den größten Kritikpunkt erntet Red Dead Online allerdings für seine Wirtschaft. Im Online-Part von Red Dead Redemption 2 greifen zwei verschiedene Währungen. Zum einen erhaltet ihr für Missionen, für verkaufte Tierfelle und vieles mehr ein paar Dollar, die ihr anschließend für Waffen, Nahrung, Arznei und andere Dinge ausgeben könnt. Das Problem? Die kaufbaren Gegenstände sind allesamt ziemlich teuer. In einem Reddit-Beitrag fasst der Nutzer Peanut_Dinosaur aus seiner Sicht verschiedene Probleme zusammen, wobei die hohen Preise direkt als erstes genannt werden.

Ein anderer Kommentar erlaubt sich den Einwurf, dass die Dollar-Belohnungen an das Jahr 1900 angepasst sind, aber die Bezahlpreise eher der heutigen Wirtschaft gleichen. Unter anderem heißt es wie folgt: "Ich habe drei Stunden lang gespielt und kann mir im Wesentlichen davon nur sechs oder sieben Mal Kautabak kaufen."

Auf der anderen Seite wartet die Premium-Währung Goldbarren, die sich unter anderem für Echtgeld erwerben lässt - zumindest in der Theorie. Praktisch ist der Shop zum jetzigen Zeitpunkt noch geschlossen. Wie teuer die Umrechungspreise am Ende sein werden, bleibt demnach abzuwarten. In der Community herrscht dennoch bereits große Skepsis.

Laut Rockstar Games sollen Spieler für Goldbarren in erster Linie lediglich kosmetische Gegenstände für das Lager oder Waffen-Verzierungen erwerben können. Die Spielpreise dafür lassen sich zum Teil schon einsehen, wie das folgende Bild zeigt. Eine anderes Material für den Revolver kostet den Spieler direkt zwei Goldbarren:

(Bildquelle: WhiteWolfofWestJorda via Reddit)

Eine Pferdeversicherung, die euch vor allem die Arzeneikosten erspart, kostet satte fünf Goldbarren. Zudem soll es möglich sein, dass ihr euren Ehrestatus mithilfe der Premiumwährung wieder zurechtrücken könnt. Zusammen mit dem Aspekt, dass selbst die Dollarpreise sehr hoch angesetzt sind, gibt es bereits unter den Spielern erste Boykottaufrufe für die Goldbarren. In nicht wenigen Kommentaren äußern sich viele Nutzer besorgt darüber, dass Red Dead Online zu einem frustrierenden Grindfest wird, bei dem bestimmte Aufgaben ständig wiederholt werden müssen, um sich halbwegs neue Sachen leisten zu können.

Fairerweise gilt es zu erwähnen, dass sich die Goldbarren auch spielerisch verdienen lassen. Für abgeschlossene Missionen und andere Aktivitäten erhalten die Spieler zwischen zwei und vier Goldnuggets. 100 Stück davon dürft ihr anschließend in einen Goldbarren umwandeln. Gemäß den aktuellen Zeiten dauert es laut dem Reddit-Nutzer UnavailableIDs somit bis zu achteinhalb Stunden, um einen Goldbarren zu bekommen. Grob hochgerechnet entspricht die Pferdeversicherung somit gut 40 Stunden Spielzeit.

Ungeklärte Langzeitmotivation

Unter dem Strich hinterlässt Red Dead Online zurzeit ein sehr gemischtes Stimmungsbild. Während in den Anfangsstunden die Euphorie noch überwiegt, nimmt mit zunehmender Spieldauer die Frustration über teure Preise und fehlende Aktivitäten zu. Es bleibt zu hoffen, dass Rockstar Games schnell Antworten bezüglich der Mikrotransaktionen und der Langzeitmotivation liefert.

Wer Red Dead Redemption 2 besitzt, kann sich mittlerweile eine eigene Meinung bilden. Die Online-Server sind ab dem heutigen Freitag für alle Spieler geöffnet. Lasst uns gerne an euren Erfahrungen teilhaben und hinterlasst uns einen Kommentar!

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Tags: Multiplayer   Beta   Open World  

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