Dieser eine Moment: Als ich in Skyrim einen Endboss mit einem Schrei besiegte

(Kolumne)

von Michael Sonntag (01. Dezember 2018)

Ja, ich gebe es zu, ich könnte der allerletzte gewesen sein, der von Skyrim in den Bann gezogen wurde. Mehr noch, es war sogar das letzte große Spiel, das ich auf der PlayStation 3 gezockt habe. Über ein halbes Jahr trieb ich mich in dem Fantasy-Rollenspiel herum und verschlang jeden einzelnen Pixel.

Dass aber auch eines der besten Spiele leider irgendwann durchgespielt ist, wollte ich einfach nicht wahrhaben. Als ich mir die zusätzlichen Erweiterungen holte, nahm ich mir vor, absichtlich langsamer zu spielen, um den Schluss weiter hinauszuzögern. Trotz meines Vorhabens dauerte einer der Endkämpfe darin nur drei Sekunden - aus äußerst merkwürdigen Gründen. Aber lest einfach selbst ...

Oft ist es nicht bloß die tolle Grafik, die spannende Geschichte oder der sympathische Hauptcharakter, der Spielern noch Jahre nach dem Genuss eines Abenteuers im Gedächtnis bleibt. Solche Erinnerungen drehen sich häufig um einen kurzen Moment. Einen besonderen Moment. >>Diesen einen Moment!<< Dem widmen wir diese Artikel-Serie und beschreiben aus unserer persönlichen Sicht, was diesen Moment so besonders und unvergesslich macht.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

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Das „3 Sekunden“-Duell

Der Dawnguard-DLC schickte mich zusammen mit der Vampirin Serana in das vergessene Tal. Wie das storytechnisch alles zusammenhing, möchte ich hier gar nicht aufbröseln, zumal ich mich auch nicht mehr wirklich erinnere. Solange zumindest die Vampirin wusste, was wir hier machten, war alles okay, ich war ohnehin nur ihr barbarischer Bodyguard. Mir ging es nur darum, gute Beute abzustauben und vielleicht eine Romanze mit ihr anzufangen, sobald das alles vorbei war. (Was übrigens nicht klappt.)

Laut Wiki war ich anscheinend dort, um einem mächtigen Schneeelfen namens Vyrthur einen Bogen abzunehmen, mit dem man die Sonne auslöschen konnte. Na gut, meinetwegen. Der Weg bis dahin gestaltete sich schwierig. Wir mussten Schreinrätsel lösen, über Hängebrücken laufen, jede Menge garstiger Falmer umbringen, durch den Schnee stapfen und mit Gelehrten reden, bis wir hoch oben auf einem Bergplateau endlich auf den besagten Endboss trafen.

Das vergessene Tal ist nur einer von vielen mythischen Orten der Dawnguard-Erweiterung.Das vergessene Tal ist nur einer von vielen mythischen Orten der Dawnguard-Erweiterung.

Während ich Luft nach der Tortur holte, stellte Serana Vyrthur zur Rede, der ihr wiederum erklärte, dass sie geradewegs in seine Falle getappt war. Die beiden lieferten sich ein Wortgefecht mit vielen epischen Worten. Prophezeiung! Götter! Sonne! Vampir! Ich stand daneben und brummte zustimmend. Ihr sagt Bescheid, wenn ihr fertig seid, ja? Vom Gesprächston ausgehend, konnte es nur noch wenige Sekunden dauern, bis wir gegen ihn kämpfen mussten.

Ich musterte den Greis in seiner massiven Rüstung von oben bis unten. Es war davon auszugehen, dass er sowohl in der Fechtkunst als auch in der Magie bewandert war. Das würde also ein heftiger Kampf werden, ich nahm mir vor, alles einzusetzen, was ich zu bieten hatte: Auf ihn zulaufen, dutzende Male mit dem Schwert zustechen, ihm eins mit dem Schild verpassen, ihn in Brand setzen, einen Feueratronachen zur Hilfe rufen...

Vyrthur will die Sonne auslöschen. Alles, was er dafür braucht, sind der Auriel-Bogen und Vampirblut.Vyrthur will die Sonne auslöschen. Alles, was er dafür braucht, sind der Auriel-Bogen und Vampirblut.

Vyrthurs Griff zur Waffe riss mich plötzlich aus meinen Gedanken, anscheinend hatte der Kampf schon begonnen und ich konnte nicht einmal mehr meine Energieleiste komplett auffüllen. Verdammt! Bevor Serana aber ihren ersten Zauber auf den Schneeelfen schleudern konnte, fiel mein Blick auf die Balkonbrüstung hinter ihm. Ich handelte instinktiv und stieß meinen Machtschrei aus. Und Vyrthur flog vom Plateau.

Ist ... das ... gerade ... wirklich ... passiert ... ??? Völlig perplex rannte ich vorwärts und beobachtete, wie Vyrthur immer kleiner werdend in die Tiefe stürzte. Hätte Serana nur einen Meter näher gestanden, wäre sie ebenfalls mitgerissen worden. Zwei Sekunden später prallte der kleine Punkt auf dem geforenen See auf. Mein Erfahrungsbalken bekam sofort einen großen Punkte-Boost, offenbar war er tatsächlich tot. Serana wollte schon weiter, aber ich stand noch ein paar Sekunden dort fest und starrte auf diesen Punkt. Was zum Talos?!

Es dauerte eine gewisse Zeit, bis wir die Leiche erreichten. Dort lag er, still und seine Rüstung wartete nur darauf, geplündert zu werden. Nur noch mit seiner Unterwäsche bekleidet sah der Arme noch lächerlicher aus. Serana wollte erneut weiter - „Wir müssen meinen Vater aufhalten!“ - aber ich war wieder erstarrt und schaute nach oben zum Plateau. Das kann doch einfach nicht wahr sein!

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Tags: Dieser eine Moment  

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