Die Sims 3: Dieser Charakter-Editor hat mein Leben verändert

(Kolumne)

von Stephanie Schulze (02. Dezember 2018)

Es ist ja fast schon peinlich zuzugeben: Da liegt ein erstklassiges AAA-Spiel vor mir und ich freue mich wie wahnsinnig aufs Auspacken, Installieren und Loszocken, nur um letzten Endes die ersten Stunden im Charakter-Editor herumzuhängen. Ob ich keine Hobbys habe, dass ich soviel Zeit dafür verwende? Naja, schon, doch! Nur hat mich ein gewisses Spiel so stark geprägt, dass ich wahrscheinlich lebenslang einen Charakter-Design-Spleen anhängen habe. Die Rede ist von Die Sims 3.

Taucht ein in die bunte Welt von Die Sims 3!

Wie konnte das nur passieren? Nun, dass ist wirklich einfach zu erklären. Stellt euch vor, ihr habt bislang nicht viel mit Computerspielen zu tun, und da kommt dann dieses eine Spiel, das euch schier tausend Möglichkeiten der Design- und Handlungsvarianten bietet. Klingt gut, nicht? Das fand ich auch! Schon als ich Die Sims 3 (damals zuerst auf der PlayStation) gestartet habe, wusste ich, dass dieses Spiel mir meine Zeit rauben würde. Und meine letzten Nerven. Wie Recht ich doch behalten sollte.

Die Zeit nach dem Startbildschirm

Das erste Mal verbrachte ich vier Stunden im Charakter-Editor. Als ich herausfand, dass man die einzelnen Gesichtselemente wie Wangenknochen und Kinn-Höhe verändern konnte, war es um mich geschehen. Auge, Nase, Mund, Kopf, einfach alles konnte ich so gestalten wie ich wollte.

Eine digitale Wunschversion oder eine kreative Auslebung meiner inneren Gestaltungsbedürfnisse, ich wusste am Anfang überhaupt nicht wohin mit meiner endlosen Gestaltungsbegeisterung. Aufgrund meiner maßlosen Sinnesüberforderung beendete ich am ersten Tag das Spiel im Charakter-Editor ... um es am darauffolgenden Tag in ebendiesem Editor wieder zu starten.

Die Gestaltungsmöglichkeiten bieten mir viel Spielraum.Die Gestaltungsmöglichkeiten bieten mir viel Spielraum.

Bei Die Sims Drei konnte man nicht nur den Körperbau der Figuren, sondern auch deren Haarsträhnen einzeln gestalten. Als ich mich in jugendlicher Verwirrtheit mal nicht zwischen den Haarfarben grün oder blau entscheiden konnte (in echt), erstellte ich mich selbst in Die Sims 3 und kreierte meinen Haarschopf mal in grün, mal in blau. Das Ergebnis: Beides sah grässlich aus, weshalb ich mich dann doch gegen diese Haarfarben entschieden habe. Dank dem „Die Sims 3“-Editor meiner Familie und mir also ein übler Schock erspart.

Kleiderchaos 2.0

Ich leide Zeit meines Lebens unter dem „Ich habe keine Klamotten“-Syndrom, welches besagt, dass ich immer einen Grund finde, mir neue Kleidungsstücke zuzulegen. Sehr zum Leidwesen meines Portemonnaies. Die Sims 3 bot auch hier eine Lösung dieses Problems: Im Charakter-Editor kann ich mich für Badeszenen, für nachts, für abends und auch für tagsüber zwischen ausreichend Klamotten entscheiden.

Dank dem Erweiterungspack Supernatural gibt es in Die Sims 3 sogar noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten.Dank dem Erweiterungspack Supernatural gibt es in Die Sims 3 sogar noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Somit konnte ich mich zwischen ausreichend Varianten umsehen, mich stilmäßig sicherer fühlen und gab zugleich nicht Geld für Anziehsachen im realen Leben aus. Sogar die Designs waren einzeln anpassbar. Ein Traum! Denn im realen Leben konnte ich mal nicht so einfach die Farbe meiner Lieblingsjeans ändern.

Wie es der Name Charakter-Editor so schön ausdrückt, dreht sich selbstverständlich nicht alles ums Äußere. Klar, es ist toll, wenn man sogar die eigene Iris anpassen kann und gefühlte 1001 Möglichkeiten der Hosenerstellung hat. Doch Die Sims 3 lassen euch auch einzelne Charaktermerkmale auswählen. Zugegeben, nach den zahlreichen Möglichkeiten der äußeren Gestaltung meines Charakters fielen diese etwas mau aus, jedoch hatten sie wiederum unmittelbaren Einfluss auf mein Spielerlebnis.

Als Kinder-Disliker bin ich in der Umgebung von Kindern sehr unleidlich.Als Kinder-Disliker bin ich in der Umgebung von Kindern sehr unleidlich.

Wenn ich mich als Glückspilz definiert habe, passierte es seltener, dass mein Essen anbrannte, mit der Eigenschaft Verrückt würde ich meinen Sims immer einen guten Unterhaltungswert bieten. Um das gesamte abzurunden, folgte letztlich das I-Tüpfelchen: der Name meines Charakters. Uschi Obermaier, Pinkie Pie ... ich bediente alle Stereotype für jegliche Sims, die ich kreiert hatte.

Eines der interessantesten Features war aber wohl die Entscheidung meines Lebenszieles. Ein Klick und meinem Sim war klar, was er erreichen wollte. Als Meisterin der Künste würde ich die höchste Stufe der Gestaltung erreichen und erfolgreich mit meinen Bildern Geld verdienen. Wenn es doch nur im realen Leben so wäre!

Fies bis ans Lebensende, dass klappt zumindest im Spiel ganz gut.Fies bis ans Lebensende, dass klappt zumindest im Spiel ganz gut.

Fakt ist, das Leben ist nun mal keine Ansammlung von glücklich machenden Pixeln. Demzufolge bot mir Die Sims 3 mit der Charaktererstellung etwas, was ich eine Weile wirklich vermisst hatte: das Gefühl, etwas selbst steuern und ganz nach eigenen Gestaltungen zu kreieren. Ich schätze daher die Möglichkeiten, die Die Sims 3 mir gegeben haben. Vielleicht hat es mir auch geholfen, selbst ein bisschen mehr darauf zu achten, welche Merkmale mich eigentlich ausmachen, wer weiß.

All die Mühe ist natürlich nicht nur für die Charaktersache draufgegangen. Immerhin möchte ich auch mit meinem selbsterstellten Charakter herumlaufen. Danach folgten also viele Stunden Gameplay. Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch hier stundenlang in den Design-Editor des Hauses versenkte, anstatt die Bedürfnisse meines Sims zu befriedigen. Wer aber alle zehn Minuten zum Kühlschrank rennt, ist selber schuld. Da sind Gegenstände pflegeleichter.

Sorry: Die Sims haben mir einfach zu viel Hunger.Sorry: Die Sims haben mir einfach zu viel Hunger.

Obwohl ich wahrscheinlich nicht jede Ecke des Spieles mit meinem selbst erstellten Charakter genossen habe, könnten sich am Editor von Die Sims 3 einige Spiele etwas abschneiden. Auch heute kritisiere ich es oft, wenn ein Spiel mir nicht die Möglichkeit gibt, meinen Helden anzupassen. Ich möchte keine glatt gebügelte Person haben, die mir noch dazu unsympathisch ist.

Aber es gibt auch gute Beispiele, eine ganz tolle Charaktergestaltung hat das Team von Horizon - Zero Dawn hingelegt, denn Aloy ist eine der wenigen Charaktere die ich gerne gespielt habe. Auch Arthur Morgan aus Red Dead Redemption 2 sollte an dieser Stelle positiv erwähnt sein.

Aloy hat richtig Schmackes!Aloy hat richtig Schmackes!

Heute spiele ich Die Sims 3 zwar sehr selten, doch ich ertappe mich ab und an im Gedanken daran, es einfach mal wieder anzufangen um ein, zwei Stunden lang einen Charakter zu erstellen. Vor allem, wenn ich ein neues Spiel beginne und mir die Gestaltungsmöglichkeiten zu blass sind. Für mich sind die ersten Stunden und Momente eines Spieles auch heute noch hauptsächlich wegen der Vorfreude auf die Charaktererstellung bedeutsam.

Mit all den Einzelheiten der Charaktererstellung kann ich meinen individuellen Helden erstellen, der es mir viel besser ermöglicht, mich in das Spiel ehreinzufinden. Ein Tattoo an der Seite des Beins oder Sommersprossen auf der Nase sind kleine Details, die mich einfach glücklich machen, wenn ich sie im Spiel entdecke.

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Meinungen - Die Sims 3

muffinking98
95

Warum man sich lieber

von muffinking98 1

ChrisCraftCH
85

Gutes Spiel

von ChrisCraftCH (2)

NowhereFun
26

Haette besser sein muessen

von NowhereFun (3)

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