Test Just Cause 4: Mehr ist mehr!

von Franziska Behner (04. Dezember 2018)

Im actionreichen Feierabend-Shooter Just Cause 4 bekommt der wortkarge Held Rico Rodriguez einfach nicht genug: Nach ein paar Jahren Pause schnallt er sich wieder den Fallschirm um und rast ins nächste Abenteuer. Dieses Mal geht es zurück nach Südamerika, um Project Illapa unter die Lupe zu nehmen. Wer hätte gedacht, dass er sich dort auch mit mehreren Naturgewalten auseinandersetzen muss!

Mehr gibt es zur Story eigentlich auch nicht zu sagen, denn sind wir mal ehrlich: Wer hört bei Just Cause eigentlich so richtig zu? Wir interessieren uns jedenfalls eher für die Besonderheit des Franchises, die es von Genrekollegen eindeutig abhebt: Die Möglichkeit zum Chaos stiften.

Der Chaos-Sandkasten ist zurück!

Der Enterhaken bekam ein Update

Viele Shooter, ob Sandbox-Game oder nicht, machen es sich einfach mit dem Ausschalten von Gegnern. Entweder sterben sie direkt durch Kugeln oder durch explosive Fässer in ihrer Nähe – Das war’s dann aber schon. Da fährt Square Enix mit Just Cause 4 einen ganz anderen Plan, denn Rico Rodriguez hat laut Entwickler dank seines Enterhakens „vier Millionen“ Möglichkeiten zur Verfügung, dem Feind den Garaus zu machen.

Damit sind wir auch schon bei dem offensichtlichsten Alleinstellungsmarkmal des Open-World-Games: Dem Enterhaken! Über die Kletterfähigkeiten von Lara Croft kann der Protagonist hier nur lachen, denn sein Spielzeug kann noch einiges mehr.

Neben der allseits bekannten Möglichkeiten, Dinge heranzuziehen oder miteinander zu verbinden, lassen sich nun über ein Konfigurationsmenü viele weitere Einstellungen vornehmen. Objekte können miteinander verbunden und zur Explosion gebracht werden. Und mit Helium gefüllte Luftballons an Objekten oder Menschen sorgen für Partystimmung in luftiger Höhe.

Damit eines klar ist: Rico bleibt die größte Gefahr am Himmel.Damit eines klar ist: Rico bleibt die größte Gefahr am Himmel.

Im Auge des Sturms

Ganz neu: Verdammt gefährliches Wetter. Rico kommt auf den Spuren von Projekt Illapa nicht nur an vielen feindlichen Stützpunkten vorbei, sondern trifft auch auf mehrere Naturphänomene, die ihm ganz neue Moves abverlangen. Blitze, Schneestürme und ein riesiger Tornado: Immer wieder muss sich der Action-Held auf neue Gefahren einstellen.

Sobald ihr herausgefunden habt, wie man am besten mit dem Wetter umgeht, machen vor allem Stürme viel Spaß. Es fühlt sich einfach super cool an, mit dem Wingsuit die Winde des Tornados auszunutzen und gemeinsam mit eingesogenen Häusern und Bäumen dem Auge des Sturms gegenüberzustehen.

Nutzt das Unwetter zu eurem Vorteil!Nutzt das Unwetter zu eurem Vorteil!

Cooles Gameplay – schlechte Performance

An dieser Stelle müssen wir aber auf die wohl größte Schwachstelle von Just Cause 4 eingehen: Die Grafik. Wir sprechen hier nicht von den imposanten Landschaften oder den Wettergewalten, die wirklich eindrucksvoll anzusehen sind. Nein, hier geht es um die im Schatten verschwindenden Gesichtszüge und unscharfen Kanten des Protagonisten, die uns vor allem in den Zwischensequenzen immer wieder aufgefallen sind.

Apropos Cutscenes: Es ist sicher nicht immer einfach, das gesprochene Wort und die Lippen der Figuren völlig synchron in mehreren Sprachen zu halten. Aber dass die Hälfte der Charaktere scheinbar Bauchredner sind, fällt schon in der Einführungssequenz negativ auf und zieht sich auch weiter durch das ganze Game. Schade!

Wenn euch die Wälder im ersten Moment aus der Luft etwas leer vorkommen, wartet einfach eine Sekunde oder zwei ab, denn nach und nach werden immer mehr Details aufploppen. Zäune flimmern eigenartig und manchmal sind die Haare von Rico durchsichtig – das muss im Jahr 2018 nicht mehr sein. Hier würde dem Spiel ein Grafikpatch für eine bessere Performance wirklich gut tun. Das Ganze ist uns vor allem auf der Version für die PlayStation 4 aufgefallen.

Meinung von Franziska Behner

Niemand nimmt einen neuen Teil Just Cause-Reihe wirklich ernst und das meine ich völlig positiv! Schließlich ist es das perfekte Game, um nach einem harten Tag die Beine hochzulegen und den Frust des Alltags so richtig abzulassen. Es ist völlig irrelevant, ob ihr der Story folgt oder nicht, es knallt sowieso überall herrlich laut. Explosionen und verrückte Wege, um Gegenstände oder Gegner aus dem Weg zu räumen – darauf kommt es an!

Just Cause kann nicht wie ein normaler Shooter angesehen oder bewertet werden, denn hier geht es hauptsächlich um den Spaß am Spiel und nicht um die höchste Präzision. Eine Vielzahl an Waffen und technischen Spielereien tragen eine Menge zum Erlebnis bei und erlauben es dem Spieler, alles auf seine eigene Art und Weise zu machen. So erlebt jeder das Spiel ein wenig anders.

Square Enix hat mit der Einführung von extremen Wetterphänomenen viel gewagt und damit einem ohnehin schon chaosreichen Spiel wie Just Cause viel beigetragen. Denn so eröffnen sich für Rico Rodriguez zahllose, neue Möglichkeiten, die nur darauf warten, von euch ausgetestet zu werden.

79

meint: Just Cause 4 stiftet noch mehr Chaos in der Welt als sein Vorgänger - richtig cool! Wenn es auf der Konsole bloß besser aussehen würde...

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