Dieser eine Moment: Battlefield 5 erinnerte mich wieder an den Reiz von Online-Games (Kolumne)

von René Wiesenthal (Dienstag, 18.12.2018 - 16:50 Uhr)

Online-Games: Ein Begriff, der bei mir direkt Sekundenschlaf auslöst. Ein besonderer Moment in einem Multiplayer-Match von Battlefield 5 hat mir kürzlich wieder klar gemacht, dass meine Vorbehalte gegenüber netzwerkbasierten Spielen nicht immer angebracht sind.

Oft ist es nicht bloß die tolle Grafik, die spannende Geschichte oder der sympathische Hauptcharakter, der Spielern noch Jahre nach dem Genuss eines Abenteuers im Gedächtnis bleibt. Solche Erinnerungen drehen sich häufig um einen kurzen Moment. Einen besonderen Moment. >>Diesen einen Moment!<< Dem widmen wir diese Artikel-Serie und beschreiben aus unserer persönlichen Sicht, was diesen Moment so besonders und unvergesslich macht.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

Damit sich mein Erlebnis in Battlefield 5 für euch in einen größeren Kontext einfügt, muss ich Folgendes vorwegschicken: Ich bin kein großer Online-Gamer. Leidenschaftlich gern zocke ich seit jeher fast ausschließlich Singleplayer-Spiele beziehungsweise Story-Kampagnen. Wenn es kooperative Spiele oder Mehrspielerkram gibt, den ich mit einem Freund oder der Partnerin spielen kann, bin ich dafür zwar zu haben, für MMOs braucht es aber oftmals zusätzliche Motivation, wie einen Bruder, der mich drängt, um sie überhaupt anzurühren. Oder aber die Arbeit, wie es sich im Fall von Battlefield 5 ereignete.

Wie wir mit Battlefield 5 im Livestream herumblödelten, könnt ihr hier bewundern:

Battlefield 5 besitzt zwar eine Solo-Kampagne, die ist allerdings – und da tue ich sicher keinem Fan unrecht – nicht das Herzstück des Spiels. Die meisten von euch kaufen sich Battlefield-Spiele ganz bestimmt, weil sie längerfristig online gegen andere Spieler antreten wollen.

Lange war es bei mir her, dass ich in einen PvP-Kampf gegangen bin. Jetzt musste ich mal wieder ran. An den fünften Teil einer Serie, mit der ich bisher noch so gar nichts am Hut hatte. Zur Unterstützung von Kollege Michael, der an einem Artikel zum Spiel saß, und um herauszufinden, wie es sich für mich nach langer Zeit anfühlt, einen Online-Shooter zu spielen, wagte ich mich in die Gefechte von Battlefield 5.

Zum Warmwerden abknallen lassen

Es lief, wie es laufen musste: Die Karten des Spiels sind teils riesig und ich war regelmäßig planlos, wo ich mich am besten aufhalten sollte und wie es taktisch klug wäre, vorzugehen. Begegnete man mir, hatte man Freiwild vor sich und konnte einen einfachen Kill abstauben. Nach dem Respawn irrte ich in den weitläufigen Arealen der Maps herum, suchte nach dem Kampfgeschehen und fand nur den virtuellen Tod. "Online-Games, was ein Scheiß ...", flüsterte mir mein angeknackstes Ego immer wieder zu.

Ich befand die Optik des Spiels für sehr hübsch und detailreich. Genauso gefiel mir die Sound-Kulisse auf Anhieb. Ich hatte aber recht schnell auch den Hals davon voll ständig abzustinken und fragte mich in meinem Frust, warum Leute sich immer wieder neue Aufgüsse der immergleichen Shooter-Rezeptur antun und bis zum Umfallen suchten. Das ist doch nur das selbe seelenlose Geballere, wie man es in jedem anderen Online-Shooter vorfindet. Dachte ich mir.

Bombast am Gebirgspass

Bis Michael und ich auf die Karte Fjell im norwegischen Gebirge transportiert wurden. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie weniger große, dafür überschaubarere freie Flächen besitzt als andere Maps. Ihr bewegt euch viel über schmale Wege rund um eine Bergspitze, die in Plätzen, zusammenlaufen, an deren Rändern Holzhütten stehen. Recht zu Beginn des Matches war das Kämpferfeld noch nicht allzu zerstreut, so stürmten Einheiten beider Teams in Richtung einer solchen Freifläche.

So sieht es aus im hohen Norden von Battlefield 5.So sieht es aus im hohen Norden von Battlefield 5.

Durch die Gegebenheiten der Map und die Dynamik zwischen den Spielern ergab sich dann ein Moment, der mich schwer beeindruckt hat. Soldaten beider Seiten hechteten hinter Deckungen auf dem Platz und umkämpften ihn heftig. Überall zischten Kugeln vorbei, schlugen Granaten ein, wirbelten Druckwellen Dreck auf.

Über unseren Köpfen hatten sich Spieler ins Cockpit von knatternden Flugzeugen gesetzt und nahmen die Soldaten am Boden im Vorbeirauschen zusätzlich unter Beschuss. Ich hatte ein etwas flaues Gefühl im Magen wegen der Nähe, die das Spiel zur tatsächlichen Geschichte hat, war aber gleichzeitig überwältigt davon, welch brachiales und mitreißendes Ausmaß diese Situation in der Kürze der Zeit annahm.

Atmosphäre ganz ohne Skript

Was mir wieder ins Gedächtnis gerufen wurde, war, dass Online-Shooter eben doch mehr als stumpfes Geballere sein können. Ohne feste Skripte, einzig durch die Detailtiefe, die Möglichkeiten beim Vorgehen der Spieler und deren Entscheidungen, wie sie miteinander interagieren, ergab sich eine einzigartige und atmosphärische Spielsituation. Ein Rollenspiel, das eine nicht besonders schöne, dafür aber sehr eindringliche Szene darstellte, die mir aus der gesamten Spielzeit am meisten in Erinnerung geblieben ist.

Woran mich Battlefield 5 mit fortschreitender Spieldauer ebenso erinnerte, ist die Tatsache, wie jämmerlich schlecht ich in Online-Games bin. Mein Kumpane Michael erinnert sich nämlich vor allem an meine Flüche und die Verzweiflung während unseres gemeinsamen Einsatzes.

Für die große "Online-Game"-Liebe hat es also auch bei Battlefield 5 nicht gereicht. Aber hey, immerhin kann ich dank des Spiels wieder besser nachvollziehen, warum sich diese Art von Spielen überhaupt verkauft und bei fähigeren Zockern großer Beliebtheit erfreut. Ich verbuche meine kläglichen Niederlagen also einfach mal als positive Erfahrung. Auch wenn Michael mir das wohl kaum abkauft.

Wer unter euch spielt denn immer noch Battlefield 5? Habt ihr das erste große Update mitbekommen und euch schon einen Eindruck davon verschafft? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, wir freuen uns auf eure Beiträge!

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Tags: Dieser eine Moment  

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