3 Dinge gelernt: So hat mich Fallout zum Überlebensspezialisten gemacht

(Kolumne)

von Michael Sonntag (21. Dezember 2018)

Survival-Spiele können mich mittlerweile nicht mehr großartig schocken, da ich mir über die Jahre so etwas wie einen postapokalyptischen Instinkt aneignen konnte. Dank diesem kann ich Gefahren von weitem erkennen, weiß immer, wo sich wertvolle Gegenstände befinden, und vermag es, selbst die aussichtslosesten Situationen zu überleben. Aber um so weit zu kommen, musste mich erst eine ganz spezielle Reihe dazu ausbilden. Mal abgesehen davon, ob mir das alles auch in der echten Apokalypse wirklich weiterhelfen würde.

Von Videospielen lernen. Das ist so eine Sache. Freilich soll das Medium in erster Linie unterhalten und nicht lehren. Dennoch kann es vorkommen, dass man aus einem guten Spiel - und auf ganz andere Art und Weise auch aus einem schlechten Spiel - etwas mitnimmt. Dass man etwas über sich selbst lernt, etwas fürs Leben lernt, oder auch einfach nur unnützes Wissen anhäuft, das man dann nie wieder aus dem Hirn bekommt. In dieser Reihe wollen wir euch von unseren Erfahrungen berichten, die wir während des Spielens gemacht haben. Von lebensverändernden Weisheiten bis zu erspieltem Blödsinn kann alles dabei sein.

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Alle Artikel dieser Reihe findet ihr hier.

Überleben erfordert Kontrolle und Cleverness

Fallout - New Vegas hinterließ bei mir zuerst ein Gefühl der Überforderung wie kein anderes Spiel. Es war mein erster Fallout-Teil, vielleicht sogar mein erstes Rollenspiel überhaupt, und ich habe es nach der ersten Stunde sofort wieder ausgemacht.

Nicht nur das Tutorial mit seiner Charaktererstellung und Wertefestlegung hat mich mit zahlreichen Details überschüttet, ich kam mir beim anschließenden Betreten der Spielwelt regelrecht ausgesetzt und hilflos vor. Wo sollte ich hingehen, wen sollte ich ansprechen, was sollte ich machen, wo finde ich gute Waffen? - Der Strudel meiner Fragen setzte sich endlos fort und eigentlich starb ich die meiste Zeit auch nur.

So unangenehm meine erste Erfahrung auch gewesen war, das Spiel hatte mich trotzdem in zweifacher Hinsicht neugierig gemacht: Erstens was die allgemeine Welt betraf und zweitens, ob ich es schaffen würde, sie in den Griff zu bekommen.

Um die gesamte Masse an Faktoren und Aufgaben zu bewältigen, teilte ich sie beim nächsten Mal in Bereiche ein, denen ich mich dann einem nach dem anderen widmete. So verging einige Zeit, bis ich überhaupt den ersten Schritt aus dem Startdorf wagte und Expeditionen unternahm.

Der Strudel an Fragen hatte mich beim ersten Mal erschlagen, jetzt war ich dankbar dafür, da er mich immer wieder auf Lücken in meiner Planung hinweisen konnte, die mir im Ernstfall das virtuelle Leben kosten konnten. Wird meine Rüstung ausreichen? Habe ich genug Heilpakete dabei? Welche Fluchtroute sollte ich nehmen? So wurde mit der Zeit auch meine Fähigkeit, Situationen einzuschätzen, immer besser. Welche ich unter Kontrolle hatte und welche nicht.

Ob es nun ein kleines Banditenlager, eine Roboterfabrik oder ein riesiges Nest von Todeskrallen war, meine Cleverness erlaubte es mir, den Spielraum zwischen Gefahr und tatsächlichem Tod immer weiter zu vergrößern. Auf eine Erhöhung klettern, unsichtbar werden, Sprengfallen nutzen - Ich lernte stets, immer noch ein Ass im Ärmel zu haben, das ich dann ausspielen konnte. Das alles brachte mir Fallout bei, was mir nicht nur bei anderen Spielen schon des Öfteren geholfen hat, sondern mich auch sogar mal aus einem aussichtslosen Speichertod bei Fallout 3 rettete.

Erkunden erfordert Fühlen, nicht nur Schauen

In Fallout bin ich kein reiner Plünderer, der nur in die Ruinen reinzischt, sich alles Wertvolle unter den Nagel reist und dann wieder verduftet. Wer das tut, übersieht nämlich das meiste. Ich höre stattdessen den Orten zu, die die Geschichten ihrer Bewohner und ihres Dahinscheidens erzählen. Sei es durch die Inneneinrichtung oder durch Tagebucheinträge, die sich auf Computern finden lassen.

Wer aufmerksam ist, stößt dabei auf Safes, geheime Hinterzimmer, Passwörter und mysteriöse Gegenstände, die womöglich noch mit einer weiteren Quest zusammenhängen. Ein Tor im Berg kann sich als Eingang zu einer geheimen Vault entpuppen, ein zerstörtes Labor kann sich als Enstehungsort der nächsten Technologiestufe offenbaren.

In der Welt von Fallout liegt mehr rum als nur Tod und Schrott. Selbst was auf den ersten Blick wertlos erscheint, kann in Kombination mit anderen Gegenständen ein praktisches Gagdet oder eine effektive Waffe ergeben. Das zu sehen, erfordert Geduld und eine stets für alles offene Wahrnehmung.

Weiter mit: Es gibt immer einen Weg, aber nicht immer einen guten

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Tags: Drei Dinge gelernt  

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