Vorschau The Division 2: Die Apokalypse als Erlebnispark

von Michael Sonntag (17. Januar 2019)

In The Division 2, dem Nachfolger des beliebten Shooter-MMOs von 2016, soll die Spieler im Endgame ein noch viel fesselnderes Spielerlebnis erwarten. Um uns davon zu überzeugen, haben wir Entwickler Massive Entertainment in Schweden besucht.

Hinweis: The Divison 2 befindet sich noch in der Beta-Phase. Das behandelte Material ist nicht repräsentativ für das fertige Spiel!

In The Division wurde die USA von einem tödlichem Virus heimgesucht, woraufhin ein Bürgerkrieg zwischen den überlebenden Fraktionen entbrannte. Die namensgebende Spezialeinheit hat die Aufgabe, die gesellschaftliche Ordnung wiederherzustellen.

New York konnte zwar gerettet werden, aber die Apokalypse hat mittlerweile Washington D.C. erreicht und jetzt steht das Land endgültig vor dem Kollaps. Hier beginnt The Division 2. Einen ersten Vorgeschmack zur Spielwelt, den gegenerischen Fraktionen und zum Equipment der Division gab Ubisoft kürzlich mit einem neuen Trailer:

Das ist erst der Anfang vom Ende der Welt:

Wir sehen uns in den Höllen!

Habt ihr die Hauptmissionen beendet und Charakterlevel 30 erreicht, ist Division 1 noch lange nicht vorbei. Viele Spieler würden sogar sagen, dass der eigentliche Spaß dann erst anfängt. Das gefährlichste Gebiet, die Dark Zone, lockt mit Abenteuern, Schätzen und Kämpfen. Anfangs noch eher mager und unausgeglichen, wurde sie im Laufe der Zeit mit Updates angepasst und um weitere Spielmodi ergänzt.

Wie uns Creative Director Julian Gerighty auf dem Event erklärte, habe ihn fasziniert, wie viel sich die Spieler mit der Dark Zone auseinandergesetzt haben. So sollen sie im Internet über Überlebenstaktiken diskutiert, Geschichten erzählt und sogar eigene Fight Clubs gegründet haben. Da der Entwickler hier noch sehr viel Potenzial sieht, hat er sämtliches Spieler-Feedback ausgewertet und anhand dessen sein "Dark Zone"-Konzept verbessert. Das sind die deutlichsten Neuerungen:

  • Statt einer wird es jetzt drei Dark Zones geben, aufgeteilt nach Osten, Süden und Westen.
  • Jede Dark Zone hat ihr eigenes Design und ihre eigene Hintergrundgeschichte.
  • In jeder Dark Zone können bis zu zwölf Spieler spielen, jeweils in drei Vierer-Teams.
  • Über ein neues Clan-System können Gruppen noch besser miteinander interagieren.
  • Statt mächtiger Waffen können nur seltene Waffenmodifikationen gefunden werden.
  • Bessere Einteilung: Sowohl Erkunder als auch Kampflustige können Spaß in der Dark Zone haben.
  • Mehr Fairness: Unter anderem werden Waffen derselben Klasse schadenstechnisch angeglichen.
  • Rogue-System soll Spieler mit zunehmenden Belohungen motivieren zu jagen und gejagt zu werden.
  • "Occupied Dark Zones" sind zeitlich begrenzte Hardcore-Versionen der Dark Zones, bei denen alle Regelungen außer Kraft gesetzt werden

Begleitet uns auf einem apokalyptischen Spaziergang:

Auf dem Event bildeten wir mit drei anderen Journalisten ein Squad und erkundeten zwei Dark Zones. Wie wir nach kurzer Zeit feststellten, kommt alles auf Kommunikation an, da wir uns ohne innerhalb weniger Sekunden aus den Augen verloren haben.

Die weitläufige Welt lockte mit allerlei Erkundbarem, seien es nun Straßenkreuzungen, betretbare Gebäude oder plötzliche Ereignisse, die das Radar irgendwo aufspäht. Wir sprachen unsere Ziele von nun ab und blieben zusammen, da verloren gegangene Teammitglieder nicht lange überlebten. Es herrschte eine starke Anspannung, nicht unbedingt wegen Computer-Gegnern, die sofort angreifen, sondern vor allem aufgrund der anderen Squads. Trafen wir auf diese, warteten wir ab und versuchten zunächst ihre Gesinnung zu erkennen.

Keiner wollte grundlos schießen und sein Team damit in Gefahr bringen. Oft ließen wir uns einfach gegenseitig vorbeiziehen. Wenn es sich anbot, halfen wir einer anderen Gruppe beim Räumen einer gegnerischen Basis. Ging es aber danach ans Plündern, konnte man förmlich herunterzählen, wann die Stimmung kippte.

Eine Dark Zone ist von einem gelben Pulver überzogen, das den Virus eigentlich stoppen sollte.Eine Dark Zone ist von einem gelben Pulver überzogen, das den Virus eigentlich stoppen sollte.

Nach einer halben Stunde und den ersten Gefechten war die Anspannung abgefallen, es gab keine Zurückhaltung mehr, weshalb bei Sichtkontakt sofort geschossen wurde. Erreichte ein Spieler durch seine Feindseligkeit einen Rogue-Status, eröffnete er eine ganz neue Situation, in der die Squads ihn einerseits für die Belohnung ausschalten wollten, aber gleichzeitig die anderen zu meiden versuchten.

Unser Highlight bildete aber der sichere Transport von Datenpaketen aus der Dark Zone. Nachdem wir einen kompletten Satz erbeutet hatten, mussten wir alle gemeinsam zu einem Schutzraum gelangen. Zu dumm nur, dass ein Spieler sich im U-Bahn-System verlaufen hatte und von uns abgeschnitten war. Während wir ihn per Headset zu uns lotsten, musste er sich vorsichtig an einem Gefecht zwischen zwei Squads vorbeischleichen.

Kommunikation ist alles.Kommunikation ist alles.

Zwischenfazit zum neuen „Dark Zone“-Konzept

Das Endgame scheint genauso wie im ersten Teil eine fesselnde Spielerfahrung zwischen ständiger Angst vor Konflikten und dem Streben nach wertvoller Beute zu bieten. Dazu kommt ein intensives Multiplayer-Erlebnis, da die Dark Zone notwendigerweise nur mit guter Kommunikation bewältigt werden kann.

Die Gebiete sind deutlich abwechslungsreicher als die ursprüngliche New Yorker Dark Zone gestaltet, auch wenn wir die angepriesene Individualität innerhalb der Spielzeit noch nicht deutlich wahrnehmen konnten. Die Dark Zones unterscheiden sich zwar stilistisch, spielen sich aber weitesgehend ähnlich.

Es wäre wünschenswert, wenn Massive Entertainment bei Release noch deutlicher das jeweilige (spielerische!) Alleinstellungsmerkmal der Dark Zones herausstellen könnte. Es bleibt ebenfalls abzuwarten, ob es ausreichend motivierende Aktivitäten in den Dark Zones geben wird.

Das kann zwar im Post-Release noch alles ausgebaut werden, sollte aber bei Erscheinen bereits genug Stoff bieten. Neben sammelbaren Objekten und dem Räumen von Gegnerbasen würden wir uns über Nebenquests freuen, die den Spielern die Hintergrundgeschichte der jeweiligen Dark Zone näherbringen könnten.

Zwei Modi für die Kampfaffinen

Während The Division vergleichsweise spät um Multiplayer-Modi wie Team-Deathmatch ergänzt wurde, wird der Nachfolger laut Entwickler direkt zum Release über diese verfügen. Man habe die Modi grundlegend überarbeitet, dazu gehöre unter anderem die Schadensanpassung für Waffen gleicher Klasse und andere Details. Außerdem neu sind die eigens für die Modi entworfenen drei Karten, die nicht zur normalen Spielwelt gehören.

Bei Domination müssen mehrere Stationen gehalten werden.Bei Domination müssen mehrere Stationen gehalten werden.

Wir konnten auf dem Event Skirmish und Domination anspielen, die klassischen „Team Deathmatch“- und Capture-Modi enstprechen. In beiden Varianten kämpfen immer vier gegen vier Spieler. Während sich in Skirmish das Blatt immer wieder wenden konnte - Dächer und Zwischengassen luden immer wieder zu neuen Manövern ein - fiel Domination dagegen etwas schwächer aus. Da eine der Karten nur aus einem Korridor bestand, war es sehr leicht, den Gegner immer weiter nach hinten zu drängen und ihn irgendwann in seinem Spawn-Bereich festzuhalten.

Darüber hinaus haben das Gunplay, die Deckungsmechaniken und die Charakterfähigkeiten von The Division 2 wieder gezeigt, dass sie gerade im PVP viel Spielraum bieten und Kämpfe fesselnd gestalten. Auch hier ist Kommunikation keine reine Unterstützung, sondern das A und O eines effizienten Teams.

The Division 2 soll am 15. März 2019 für PlayStation 4, Xbox One und PC erscheinen.

Meinung von Michael Sonntag

Ich freue mich auf The Division 2 und finde es richtig, dass der Entwickler seinen verführerischen Endgame-Content - die Dark Zone - weiter ausbaut. Ich habe bereits im ersten Teil fast dieselbe Spielzeit wie für das Hauptspiel nochmal in dieser Zone verbracht.

Mit drei Dark Zones, mehr Fairness und besserer Einteilung kann jeder Spieler dort das erleben, was er möchte. Besonders gespannt bin ich auf die angekündigten „Occupied Dark Zones“. Massive Entertainment legt mit diesem Konzept gut vor, muss aber schauen, dass die Zonen über lange Zeit auch interessant bleiben.

Die Modi Skirmish und Domination sind ein nettes Gimmick und fallen dank der Spielmechaniken nicht so standardmäßig aus wie ich es von den Beschreibungen her erwartet habe. Jetzt fehlt aber noch der Modus, der speziell für die Division-Mechaniken entwickelt wurde. Da geht noch mehr.

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Tags: Multiplayer   Open World  

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