Dark Souls:Noch trister als eure Erkältung - das perfekte Krankheits-Spiel (Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (12. Januar 2019)

Auch in diesem Jahr habe ich meine traditionelle Nasennebenhöhlenentzündung zum Ende des Jahres bekommen. Doch während ich vergangenes Jahr Anno ausgegraben und exzessiv gespielt habe, hat mir diesmal Dark Souls durch diese graue Zeit geholfen.

Fun Fact: Bei diesem Dreh war ich gerade krank und mitten in meinem "Dark Souls"-Wahn

Was also tun, wenn die Nase zusitzt, der ganze Kopf dicht ist? Ich könnte mich ablenken mit schönen Dingen. Eine Sitcom etwa, ein lustiger Film. Selbst ein buntes Videospiel - ich hätte etwa Super Mario Odyssey anstellen können.

Stattdessen jedoch entschied ich mich für Dark Souls 3. Ich hatte bereits den zweiten Teil und Bloodborne mit viel Begeisterung gespielt (korrekt, das erste Dark Souls habe ich immer noch nicht gespielt - aber es wird passieren, irgendwann). Und schnell stellte sich heraus, dass das genau die richtige Entscheidung war.

Dark Souls verlangt komplette Aufmerksamkeit. Nur wenn ihr die Gegner genau beobachtet, euch einprägt, wie sie handeln; nur wenn ihr die Umgebung genau untersucht, jeden Hinweis durchlest und euch Gedanken macht; nur wenn ihr Rüstung und Waffen genau kombiniert und hochlevelt; nur dann könnt ihr euren Weg durch die Spiele finden.

Wenn ich krank bin, liegt meine ganze Aufmerksamkeit auf meiner Krankheit, ich drehe mich nur noch um mich selbst - kurzum: Ich bin echt ganz schlecht im Kranksein. Doch Dark Souls hat es geschafft, meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

In einer Woche habe ich gut 40 Stunden in das Spiel gesteckt, habe stundenlang gegrindet, Endgegner immer und immer wieder versucht, bis ich sie endlich besiegt habe. Jedesmal, wenn ich ein neues Areal betreten habe, war da diese Ehrfurcht vor den Gegnern, vor der verwinkelten Architektur - bis ich jede Gasse, jeden Raum wie meine Westentasche kannte, besser kannte als die Verwinkelungen meiner Nebenhöhlen. Pausen habe ich nur eingelegt, um ätherische Öle zu inhalieren.

Das ging so weit, dass ich, wenn meine PlayStation 4 mal ausgestellt war, in Foren über das Spiel gelesen habe, mir Videos angeschaut habe, in denen Strategien für Endgegner oder die besten Waffen vorgestellt wurden. Dann ging es weiter mit tiefgründigen Fan-Theorien zur Lore des Spiels. Ich war also komplett drin in dieser morbiden, dunklen Welt, sie ergänzte meinen gesundheitlichen Zustand und lenkte mich gleichzeitig von ihm ab.

Bis ich dann nach einer langen, warmen Dusche dachte, ich würde den Hammer des Schmieds aus Dark Souls 3 hören. Verwirrt suchte ich nach der Quelle des Geräusches - es waren Wassertropfen, die auf die Amatur der Wanne prallten. Das war der Moment an dem mir klar wurde, dass ich nun vielleicht wieder etwas Abstand gewinnen muss. Auch, weil meine Nebenhöhlen inzwischen nicht mehr ganz so verstopft waren.

Ich danke dir, Dark Souls 3, dass du mir meine Krankheit etwas angenehmer gemacht hast. Dennoch hoffe ich, dass ich dich so schnell nicht wieder spielen muss.

Welche Spiele zockt ihr denn, wenn ihr krank seid? Oder könnt ihr dann gar nichts spielen und nur im Bett liegen? Schreibt uns eure Antworten doch in die Kommentare, wir sind gespannt.

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