Dieses eine Spiel: Stefans späte Liebe zu Prügelspielen

(Kolumne)

von Stefan Wirth (15. Januar 2019)

Eines schicksalhaften Sommertages im Jahre 2012 kam mein bester Freund auf mich zu und fragte, ob ich den Dragon Ball Z - Budokai Tenkaichi 3 kennen würde. Die Hälfte des Titels verstand ich gar nicht. Auch hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Prügelspiel gespielt. Jedoch war ich riesiger "Dragon Ball"-Fan, also nervte ich meine Mutti so lange, bis sie es mir bestellte.

Ihr alle habt es wahrscheinlich: Dieses eine Spiel, das euch aus ganz unterschiedlichen Gründen am Herzen liegt. Vielleicht liegt das gar nicht nur am Spiel selbst, sondern auch an den Umständen, wie ihr es gezockt habt: Eurer Kindheit oder Jugend. Die Menschen, mit denen ihr es gespielt habt ... An dieser Stelle wollen wir euch von unseren ganz subjektiven und persönlichen Spiel-Geschichten erzählen.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

Rückblickend weiß ich gar nicht, wie ich diese Entscheidung überhaupt rational begründen soll. Zu diesem Zeitpunkt besaß ich eine PlayStation 3 und war in einer Phase, in der ich fast ausschließlich "Open World"-Spiele wie Assassin's Creed spielte. Aber irgendetwas in der Beschreibung meines besten Freundes weckte in mir das Verlangen, den "Dragon Ball"-Prügler für die PlayStation 2 zu kaufen.

Zwei Wochen musste ich warten, bis Dragon Ball Z - Budokai Tenkaichi 3 endlich bei mir in der tiefsten anhaltinischen Provinz angekommen war. Da der Name übrigens unglaublich sperrig ist, werde ich ihn im folgenden Text mit DBZ-BT3 abkürzen. Davon jedoch abgesehen war ich sofort gefesselt.

Die Rückkehr zur PS2

Fast fünf Jahre war die Veröffentlichung von DBZ-BT3 her, als ich es zum ersten Mal spielte. Das sah man dem Spiel auch an, jedoch konnte ich nichts davon fühlen. Meinen ersten Kampf bestritt ich gegen meinen besten Freund. In einem Team aus fünf Charakteren kämpfte ich, während er lediglich einen einzigen nutzte. Trotzdem konnte ich nicht gewinnen.

Budokai Tenkaichi 3: Auch wenn es schon zu dem Zeitpunkt als es erschien furchtbar aussah - spielerisch war ich begeistert:

Doch obwohl ich so vernichtend geschlagen wurde, hatte ich den Spaß meines Lebens! Die Transformationen zwischen den verschiedenen Stufen des Super-Saiyajin, die Energie-Attacken, wie das Kamehameha oder der Final Flash und die Kämpfe, die ich vorher nur aus der Serie kannte, konnte ich im Spiel nun selbst bestreiten.

Nach ein paar weiteren Kämpfen gegen meinen Freund, der irgendwann sogar einen zweiten Kämpfer in sein Team aufnehmen musste, war es schließlich Zeit, dass dieser nach Hause gehen musste. Ich war also alleine und erkannte, was mir das Spiel auch jetzt noch alles bot. Beispielsweise ein Story-Modus, der nicht nur die Geschichten der "Dragon Ball"-Serien nacherzählt, sondern auch ganz neue "Was wäre, wenn"-Szenarien beinhaltet, die zeigen, welche andere Wendungen das Universum hätte nehmen können.

Das war aber noch lange nicht alles. Turnier-Modi mit unterschiedlichen Schwierigkeiten und Einschränkungen, Herausforderungs-Modi, freischaltbare Charaktere, Charakter-Aufrüstungen und nicht zu vergessen: Ich konnte auch die sieben Dragon Balls sammeln, um mir einen Wunsch erfüllen zu lassen.

War ich süchtig?

Es ist wahrhaftig nicht übertrieben, wenn ich sage, dass ich das Spiel tagelang am Stück spielte. Ich war regelrecht besessen davon. Ich wollte jeden Charakter besitzen und maximal aufrüsten, jede Herausforderung meistern, mir jeden Wunsch vom Drachen Shenlong erfüllen lassen. Ich wollte alles aus diesem Spiel herausholen.

Nicht nur die normalen Kämpfer, sondern auch die riesigen Weraffen waren spielbar.Nicht nur die normalen Kämpfer, sondern auch die riesigen Weraffen waren spielbar.

Und dieser Zeitpunkt war auch irgendwann erreicht. Das war jedoch kein Grund für mich aufzuhören, denn es gab noch zwei versteckte Modi, welche man durch die Discs der beiden Vorgänger, Dragon Ball Z - Budokai Tenkaichi und Dragon Ball - Budokai Tenkaichi 2 freischalten konnte. Also kaufte ich mir diese auch. Die neuen Modi hatte ich jedoch schnell beendet.

Danach spielte ich häufiger gegen meinen besten Freund und dieser brauchte mittlerweile auch fünf Charaktere in seinem Team. Ein Match zwischen uns beiden konnte sich gut und gerne bis zu einer halben Stunde oder noch länger hinziehen. Doch auch er konnte nicht immer zur Stelle sein. Also spielte ich die beiden Vorgänger bis zum Erbrechen.

Turnier ohne Eigenleistung

Irgendwann war dann der Punkt erreicht, an dem es wirklich nichts mehr in diesen Spielen für mich zu machen gab. Ich hatte alles freigeschaltet, die Charaktere die ich am häufigsten spielte für meine Spielstile bestmöglich aufgerüstet und alle Herausforderungen bewältigt. Da mein bester Freund ein ordentliches Stück weit weg wohnte, konnte ich auch nicht auf Abruf gegen ihn spielen.

Aber dennoch wollte ich noch mehr aus DBZ-BT3 herausholen. Zwar stellte es selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad keine Herausforderung mehr für mich dar, aber es gab eine Funktion, die ich bis jetzt nur selten genutzt hatte. Man konnte die CPU nämlich auch gegen sich selbst kämpfen lassen.

Tagelang war ich mit meinem Turnier beschäftigt, bei dem ich noch nicht einmal selbst gespielt habe.Tagelang war ich mit meinem Turnier beschäftigt, bei dem ich noch nicht einmal selbst gespielt habe.

Also zeichnete ich einen Turnierplan, mit Gruppenphase für alle 98 Charaktere in ihren 161 Formen. All diese Kämpfe ließ ich ausschließlich von Computerkämpfern bestreiten. Ich wollte wissen, welcher Charakter der vom Spieler unabhängig beste ist. Die Ladezeiten zwischen den Matches vertrieb ich mir damit, Perfektion in den Minispielen zu erlangen (dabei ging es nur darum, möglichst schnell den X-Knopf zu drücken).

Dieses Turnier hielt mich eine Woche beschäftigt. Fein säuberlich protokollierte ich, welcher Streiter welchen Kampf gewonnen hatte. Das war mit mehr Mühe verbunden als mit Unterhaltung, denn wirklich ansehnlich waren die Kämpfe ehrlich gesagt nicht.

Bis zum Ende habe ich dieses Turnier durchgestanden, aber heute weiß ich nicht einmal mehr wer gewonnen hat. Sicherlich war es eine der Fusionsformen, wie Super-Vegetto oder Gogeta in seiner "Super-Saiyajin 4"-Form. Sicher bin ich mir allerdings nicht mehr.

Seit diesem Turnier habe ich Dragon Ball Z - Budokai Tenkaichi 3 nicht mehr angerührt. Ich bin mir aber sicher, würde man mich heute mitten in der Nacht aufwecken, um eine Runde zu spielen, wäre ich immer noch ziemlich gut darin, wenn auch nicht so gut wie damals. Einige "Dragon Ball"-Spiele habe ich dannach noch exzessiv gespielt, wie die beiden "Dragon Ball - Raging Blast"-Teile oder Dragon Ball - Xenoverse 2, und auch wenn mich alle diese auch fesseln konnten, war ich von keinem so besessen wie von DBZ-BT3.

Ich könnte noch so viel mehr zu diesem Spiel erzählen, doch dieser Einblick soll an dieser Stelle genügen. Die Zeit, die ich mit Budokai Tenkaichi 3 verbracht habe, war auf jeden Fall sehr prägend. Mit welchen Spielen habt ihr etwas Ähnliches erlebt? Verratet mir eure Geschichten in den Kommentaren!

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Tags: Dieses eine Spiel  

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