Vorschau Mortal Kombat 11: Wir haben es bereits gespielt und überlebt

von Manuel Karner (21. Januar 2019)

Netherrealm und Warner Bros. stellen in London ihr neuestes und bislang wohl auch brutalstes Werk vor: Mortal Kombat 11. Wir waren live vor Ort und durften Hand an die „Xbox One X“-Version des Prügelspiels legen.

Allzu schnell ist uns bei dem Event klar geworden, dass Netherrealm nicht mit Änderungen hinsichtlich zum Vorgänger Mortal Kombat X gegeizt hat. So erwarten euch erstmals nicht nur vielfältige Anpassungsmöglichkeiten für alle Kämpfer, sondern auch eine Palette an spielbaren Modi, die nicht zuletzt für ausreichend Langzeitmotivation sorgen sollten.

Der neue Eintrag in der legendären Reihe versucht, seinen Kämpfern so viel Handlung und Hintergründe wie nur möglich mit auf den Weg zu geben. Das ist ein begrüßenswertes Unterfangen. Mortal Kombat 11 erscheint voraussichtlich am 23. April 2019 für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch. Ja, richtig gelesen: Auch für Nintendo Switch.

Die Zukunft ist Vergangenheit

Die Geschichte von Mortal Kombat 11 schließt nahtlos da an, wo die seines Vorgängers endete. Nachdem dem Antagonisten Shinnok von Donnergott Raiden sauber der Kopf von den Schultern getrennt wurde, mischt sich Kronika, Herrscherin über Raum und Zeit, ins Geschehen ein und teilt dem einstigen Herrscher dee Netherrealms mit (ja, eines der Reiche im MK-Universum heißt so wie der Entwickler), dass er seine Bestimmung noch zu erfüllen habe. Ihr dürft euch also schon mal auf einige Zeitreisen einstellen, bei denen ihr die Kontrolle über verschiedene Charaktere sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart übernehmt.

Shinnok befindet sich in einer kopflosen Lage.Shinnok befindet sich in einer kopflosen Lage.

Aber auch abseits der Story warten zahlreiche weitere Herausforderungen darauf von euch gemeistert zu werden. Allem voran die bereits aus einigen Vorgängern bekannten Türme, bei der sich euch je nach Turmgröße eine unterschiedliche Anzahl von Gegnern in den Weg stellt. Neben den klassischen Türmen werden in Mortal Kombat 11 auch die sogenannten „Türme der Zeit“ vertreten sein, die mit abwechselnden Modifikationen für zusätzliche Herausforderungen sorgen sollen. So wächst die gegnerische Gesundheit beispielweise von Kampf zu Kampf an oder es werden vampirische Geschosse auf euch losgelassen.

Wer die Kombos und Special Moves eines Charakters studieren will, kann das im Modus „Lernen“ tun. Wollt ihr euch stattdessen mit der KI oder einem menschlichen Spieler messen, steht euch die lokale Spielvariante oder auch der Online-Modus zur Verfügung. Ob auch die Krypta ihre Rückkehr feiert, bleibt vorerst abzuwarten (in der Krypta schaltet ihr allerlei Zusatzmaterial, Artworks und teils auch unterhaltsamen Firlefanz gegen Spielwährung frei). Weitere Spielmodi sind jedenfalls geplant.

Die neue Art zu kämpfen

In unserer Anspiel-Demo konnten wir mit sieben Kämpfern in den Ring steigen. Anhand der offenen Charakterplätze dürften in dem Prügelspiel zu Release übrigens 18 weitere Charaktere spielbar sein. Neben altbekannten Vertretern, wie Scorpion, Sub-Zero, Sonja Blade, Raiden und Baraka feiert auch Skarlet aus Mortal Kombat 9 ihre Rückkehr. Völlig neu zur Kämpferriege hinzugesellt hat sich hingegen Geras. Dieser steuert sich im Vergleich zur flotten Agentin Sonja Blade zwar etwas behäbiger, kann diese Schwäche jedoch durch wuchtige Attacken ausgleichen. Mit seiner Kontrolle über den Sand der Zeit ergänzt er die Aufstellung der „Mortal Kombat“-Kämpfer wunderbar.

Geras sorgt für staubige Kämpfe.Geras sorgt für staubige Kämpfe.

Auch bei den Prügeleien selbst hat sich einiges geändert. So wurde der vor allem inszenatorisch eindrückliche „X-Ray“-Angriff durch den nicht weniger beeindruckenden „Fatal Blow“ ersetzt. Der Unterschied: Anstatt den Angriff immer dann entfesseln zu können, wenn sich die dafür vorgesehenen drei Balken gefüllt haben, müsst ihr für den Einsatz jetzt ein Drittel der Gesundheitsleiste verloren haben. Wie der X-Ray soll auch der Fatal Blow vordergründig dazu dienen, einen bereits verloren geglaubten Kampf mit etwas Glück noch einmal herumzudrehen – vorausgesetzt der Angriff wird nicht abgeblockt.

Ein harter Treffer auf die Kauleiste zerbricht den Kieferknochen von Sub-Zero.Ein harter Treffer auf die Kauleiste zerbricht den Kieferknochen von Sub-Zero.

Vier Balken, die am unteren Bildschirmrand vorzufinden sind, können sich im Kampf ebenfalls als nützlich erweisen. Zwei davon dienen zur Verstärkung spezieller Angriffe, während die anderen beiden genutzt werden, um den Kombo des Gegners zu unterbrechen, wobei bei Letzterem auch das richtige Timing eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Brutalities haben ebenfalls wieder ihren Weg ins Spiel gefunden und scheinen zumindest teilweise unabhängig von der ausgewählten Figur zu sein. So reicht bereits ein gut getimter Aufwärtshaken als letzter Treffer aus, um euren Gegner einen Kopf kürzer zu machen und den Kampf damit zu beenden.

Finish him!

Eines der wohl bedeutendsten Features in der gesamten „Mortal Kombat“-Reihe darf natürlich nicht fehlen: Die Fatalities. Die Gewaltorgie findet ihren Höhepunkt wie gewohnt nach Abschluss eines Kampfes, vorausgesetzt ihr beherrscht die Tastenkombinationen für die jeweilige Finalaktion und nehmt den richtigen Abstand zu eurem Opfer ein.

Geras zum Beispiel donnert seinem Widersacher von hinten ein Loch in die Brust, führt von vorne einen Aufwärtshaken aus, der für weitere sichtbare Verletzungen sorgt und schlägt mit flacher Hand abschließend so fest auf den Hinterkopf seines Kontrahenten, dass diesem das Gesicht mitsamt dem Gehirn aus dem Schädel fliegt. Beispiele wie diese finden sich zuhauf unter den kreativen Hinrichtungen und sorgen bei der Durchführung ohne Zweifel für herunterfallende Kinnläden (wörtlich wie auch im übetragenen Sinne).

Scorpion führt einen Fatality aus, Raiden ist darüber geteilter Meinung.Scorpion führt einen Fatality aus, Raiden ist darüber geteilter Meinung.

Um nicht immer dieselben Fatalities zu Gesicht zu bekommen, hat sich Netherrealm etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ihr könnt die Kämpfer nämlich ganz nach eurem Belieben anpassen. Für Scorpion lassen sich beispielsweise völlig unterschiedliche Kostüme freischalten. Wer bei den Anpassungsmöglichkeiten lieber ins Detail gehen möchte, kann hingegen visuellen Einfluss auf seine Maske, sein Katana oder seinen Speer nehmen.

All diese Gegenstände verfügten in der Demo über drei Gegenstandsslots, die Raum für Verstärkungen bieten und euch damit passive Vorteile im Kampf sichern. Neben optischen Anpassungsmöglichkeiten habt ihr auch Zugriff auf die Spezialaktionen und Fatalities der Figuren. So bastelt ihr euch Stück für Stück euren Wunschcharakter zusammen.

Mortal Kombat 11 ist ein wahres Splatter-Fest:

Meinung von Manuel Karner

Mortal Kombat ist zurück, und das blutiger denn je zuvor. Die dynamischen Kamerafahrten, die jetzt auch bei besonders wuchtigen Treffern in einer Röntgenansicht münden, sowie die aufbereitete und zeitgemäße Grafik, die unter anderem bessere Gesichtsmimik ermöglicht, gefallen mir äußert gut.

Die Arenakämpfe fühlen sich noch ein Stück weit dynamischer an als im Vorgänger, und stumpfes Tastengehämmere führt zumindest auf den härteren Schwierigkeitsgraden nur äußerst selten zum Sieg. Wer mit der Steuerung von Mortal Kombat X vertraut ist, wird sich in Mortal Kombat 11 schnell zurechtfinden.

Interessant finde ich außerdem die recht vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten der einzelnen Charaktere. Das Repertoire durch den Abschluss von Herausforderungen (und vielleicht auch durch den Einsatz von Koins) erweitern zu können, dürfte sich zusätzlich zu den zahlreichen Spielmodi positiv auf die Langzeitmotivation auswirken. Mir stellt sich einstweilen nur die Frage, ob die Verstärkungen und auswechselbaren Fähigkeiten nicht auch einen zu starken Einfluss auf die Balance nehmen könnten.

Tags: Singleplayer  

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