Vorschau Anno 1800: Zurück in die glorreiche Vergangenheit

von Thomas Stuchlik (24. Januar 2019)

Die historische Aufbauserie baut wieder auf Altes: alte Stärken und eine alte Epoche. Anno 1800 hat das Zeug zum Klassiker, wie das erste Spiel mit unserer Vorabversion beweist.

Die deutsche Anno-Reihe sucht sich seit jeher immer neue Zeitalter, wie die Jahresangaben im Titel es auch immer wieder verraten. So bekamen Taktiker von Anno 1404 bis Anno 2205 bereits zahlreiche Epochen geboten. Doch mit Anno 1800 geht es ab Februar erstmals ins Zeitalter der Industrialisierung.

Dabei bleiben die grundsätzlichen Mechaniken zu den klassischen Vorgängern erhalten. Aus einem kleinen Inseldörfchen errichtet Ihr eine florierende Stadt und ein Handelsimperium. Zu Spielbeginn gestaltet sich das noch mittelalterlich: Ihr baut Holzfällerhütten, Sägewerke und Minen, um an passende Rohstoffe zu kommen. Die Ressourcen gelangen über Warenhäuser zu Marktplätzen. Von dort werden Waren zur Selbstversorgung verteilt oder per Schiffsweg verkauft.

Effizientes Wuseln

Nach wie vor kommt es auf geschickte Wegverbindungen an, damit Warentransporte effektiv erledigt werden. Wie bisher baut Anno 1800 dabei auf ein rechtwinkliges Spielraster. Auf freies Wegebauen in beliebigen Winkeln wird immer noch verzichtet.

Wohnhäuser, Arbeitsstätten und Handwerksbetriebe wollen effizient aufgebaut werden.Wohnhäuser, Arbeitsstätten und Handwerksbetriebe wollen effizient aufgebaut werden.

Ein wichtiges Element beim Aufbau sind Unterkünfte. Ihr baut zunächst zahlreiche Bauernhütten, damit die Einwohnerzahl wächst. Nach und nach dürft ihr die Gebäude und damit deren Bewohner auch upgraden. Denn bald sind auch Arbeiter, Angestellte und höhergestellte Bürger für zahlreich anstehende Tätigkeiten gefragt.

Schnell entsteht ein reges Treiben in eurer Gemeinde. Karren kutschieren über die Wege, die Bewohner wuseln herum und gehen ihrer Arbeit nach. Genau hier wird die grafische Stärke von Anno 1800 deutlich. Denn jedes Element vom Weizenfeld bis zum Wohnhaus ist liebevoll in die Szenerie eingebettet.

Variantenreiche Gebäude von der Taverne über die Kirche bis zu groß angelegten Attraktionen prägen bald das Stadtbild. Dank Industrialisierung und immer größerer Fabriken solltet ihr jedoch auf die Luftverschmutzung aufpassen. Schnell werdet ihr zum gekonnten Stadtarchitekten. Denn glücklicherweise lassen sich Gebäude auch verschieben und müssen nicht mehr abgerissen und neu gebaut werden.

Von der Gerste zum Bier

Den Schlüssel zum Wohlstand bilden im Spiel die Produktionsketten, mit denen ihr an begehrte Luxusgüter kommt. Mit einer Schaffarm und einer Kleiderfabrik produziert ihr Klamotten. Aus Lehm generiert ihr Ziegel. Aus Kartoffeln wird Schnaps.

Klassische Moderne: Die Industrialisierung wird von Fabriken und Wohnblocks geprägt.Klassische Moderne: Die Industrialisierung wird von Fabriken und Wohnblocks geprägt.

Waren lassen sich auch handeln. Schließlich verfügt ihr über eine wachsende Schiffsflotte, mit der ihr die Welt erkundet, um neue Handelspartner und Rohstoffe zu finden. Auf diese Weise errichtet ihr auch neue Außenposten für exotische Waren, die ihrerseits weiter expandieren können. Rüstet euch jedoch gegen windige Piraten und bestückt Schiffe und Häfen mit genug Kanonen.

Die angespielte Solo-Kampagne gibt viele Freiheiten zur Expansion und bietet auch ständig neue Aufgaben. Zwischendurch errichtet ihr geforderte Gebäude und produziert passende Waren. Ebenso rettet ihr zum Beispiel Schiffbrüchige auf dem Meer, die zu euren Arbeitern werden. Immer wieder melden sich bei euch Verbündete und Gegner mit Forderungen oder Annehmlichkeiten. Auch das sorgt für längere Motivation.

Meinung von Thomas Stuchlik

Mit diesem Teil erwartet euch wieder ein echtes Anno mit klassischem Spielgefühl. Ihr baut immer größere Städte und versorgt Bürger mit immer mehr Waren. Die durchdachte Menüführung sorgt dabei für genug Übersicht. Die Spielmechanik gibt sich klassisch, genauso wie das altbekannte Spielraster, das Bauten und Straßen nur im 90-Grad-Winkel erlaubt. Ich bin gespannt, wie dieses System mit der im Spiel geplanten Eisenbahn funktioniert.

Was mich immer wieder begeistert und zum Zuschauen einlädt, ist die Liebe zum Detail. Das lebendige Stadttreiben, die ausgefeilten Animationen oder auch die vielschichtige Naturkulisse sind im Aufbau-Genre nahezu einzigartig. Fast unbemerkt wollt ihr eure Ansiedlungen nicht nur effizient, sondern auch ästhetisch ansprechend aufbauen. Anno 1800 besitzt mit seinen raffinierten Mechaniken, einer interessanten Kampagne und wunderschöner Aufmachung alle Zutaten für einen Aufbau-Hit.

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Tags: Singleplayer  

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