A Fisherman's Tale: Virtuelles "Um die Ecke denken" (Special)

von Spieletipps-Team (Freitag, 25.01.2019 - 13:08 Uhr)

Zugegeben: Die VR-Welle, wie sie von großen Herstellern geplant war, ist noch immer nicht über euch hereingebrochen. Daher denken viele Entwickler in diesem Bereich nun in neuen Bereichen. Und manche nehmen euch dabei gleich mit.

Wenn ihr den Film "Inception" gesehen habt, dann habt ihr sicher auch eine ungefähre Vorstellung davon, welche Haken der menschliche Geist schlagen muss, um die verschachtelten Ereignisse richtig zu verarbeiten. Ähnlich komplex geht es auch in A Fisherman's Tale zur Sache. Zumindest, was die Herangehensweise an die VR-basierten Rätsel betrifft. Und das auch noch gewürzt mit einer guten Portion Charme.

Es sei aber auch erwähnt, dass selbst dieses clevere Stück Software noch immer nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Technik dahinter einfach noch nicht so richtig ausgereift ist. Es gibt all die typischen Symptome, die ihr aus VR-Spielen kennt: das Bild ist längst nicht so scharf wie auf einem Monitor/Bildschirm, die Brille sitzt gefühlt zu nah an den Augen, die Controller reagieren nicht so exakt wie eine klassische Steuerung.

Gut, dass das Spiel mit viel Originalität und Cleverness punkten kann und somit über solche Schwächen hinwegtröstet. Konkret geht es darin um eine Fischerpuppe. Die erforscht eine Welt, die mit jedem Schritt ein klein wenig surrealer wird. Und in genau die Rolle dieser Puppe schlüpft ihr. Ihr platziert euch selbst als Holzfigur in ein Modell eurer Fischermannsbehausung. So langsam dürfte der Vergleich mit Inception deutlicher werden.

Ein Blick in die Unendlichkeit

Ihr habt sicher schon mal einen Spiegel vor einen anderen Spiegel gehalten und durch die sich stets wiederholenden Reflektionen einen Blick in die Unendlichkeit werfen können. A Fisherman's Tale ist ebendas: eine Welt in einer Welt in einer Welt ... Euer Verstand wird im Laufe des Spiels Purzelbäume schlagen. Denn das ist die Basis für die Rätsel, die ihr lösen sollt. Den Entwicklern gelingt es, eine neue Art von Rätsel zu etablieren, die ohne die VR-Technik kaum möglich wäre.

Um erfolgreich zu sein, müsst ihr über die gewohnten Dimensionen eures Daseins hinausdenken. Es geht nicht nur um den Raum um euch herum, sondern auch auch Ebenen darunter und darüber. Lösungen erfordern also multidimensionales Denken. Allerdings sei betont, dass pro Rätsel wirklich nur einen Lösungsweg gibt. Das mag einengend klingen, ist es aber keineswegs. Denn bis ihr den richtigen Weg gefunden habt, wird einige Zeit vergehen, in der so schnell keine Langeweile aufkommt.

Der große Pluspunkt einer VR-Welt ist natürlich die Immersion, die durch die Technik zustandekommt. Die Welt, die ihr durch die VR-Brille seht, ist nicht nur zum Anschauen da, ihr sollt auch mit ihr interagieren. So könnte ihr alle Objekte im Spiel aufheben und betrachten. Es beginnt schon damit, dass ihr euch zum Beispiel virtuell die Zähne putzen sollt, was natürlich mit einer entsprechenden Geräuschkulisse noch stärker die Illusion erzeugt, in einer anderen Welt zu sein.

Bei unserem Probespiel war die Erkundung der virtuellen Welt ein wichtiger Spaßfaktor neben dem Rätsellösen. Die Interaktion mit den Gegenständen ist zuweilen recht unterhaltsam, wenn auch rein technisch etwas holprig. Manchmal glitchen geworfene oder fallen gelassene Objekte auch durch Wände und Böden. Jedoch wird das Problem umgangen, indem sie nach kurzer Zeit wieder auf ihrem Stammplatz auftauchen. So soll Frust verhindert werden.

Trotz der Kürze lohnenswert

Das VR-Seemansgarn hat seine Mängel, allerdings setzt es einige originelle und wirklich interessante Ideen gut spielbar um. Die äußerst abgedrehte, surreale Umgebung gepaart mit den hervorragend durchdachten Rätseln ergibt eine Spielerfahrung, die für VR-Technik auch eine neue Chance darstellt. Die Technik wird sinnvoll genutzt, nicht bloß zur Effekthascherei herangezogen.

So interessant sich A Fisherman's Tale auch präsentiert, so kurz ist der Spaß dann aber auch. Ihr findet nur drei Spielabschnitte vor, die Spiellänge umfasst knapp eineinhalb Stunden. Seit dem 22. Januar gibt es das Spiel auf Steam, unterstützt werden Oculus Rift und HTC Vive. Besitzer einer PSVR können ebenfalls in den Genuss kommen.

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Tags: VR  

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