#ThingsIWouldBan: Bethesda will Nazis verbieten - im Netz bricht Streit aus

von René Wiesenthal (29. Januar 2019)

Es ist eine dieser Begebenheiten, die nur durch die - sagen wir mal - besondere Dynamik sozialer Medien möglich ist: Ein durch die Tierrechtsorganisation PETA trendender Hashtag wird für Bethesda zum Anlass, sich gegen Nazis auszusprechen. Und schon brechen die Wortgefechte im Internet aus.

Wolfenstein - Das nächste Spiel hört auf den Namen Youngblood, hier ist der Trailer:

Doch zurück auf Anfang: Die Tierrechtsorganisation PETA ist für Provokationen bekannt. Der Beitrag der Organisation, der heute für einen trendenden Hashtag gesorgt hat, ist aber vergleichsweise moderat ausgefallen. In einem Tweet sprechen sich die Verantwortlichen gegen das Essen, Tragen, Quälen – generell den Missbrauch von Tieren aus und überschreiben ihr Statement mit dem Hashtag #ThingsIWouldBan. Also in etwa "Dinge, die ich verbieten würde". Dieser nimmt dank der großen Reichweite des Kanals Fahrt auf und trendet international.

Viele User verbreiten daraufhin politische Meinungen über #ThingsIWouldBan, teils zum Thema Tierrechte, teils zu völlig anderen Themen. So auch das "Social Media"-Team von Bethesda, welches darauf aufmerksam wird und über den offiziellen Wolfenstein-Channel die Gelegenheit nutzt, um sich gegen Nazis zu positionieren. Wie? Auf die denkbar einfachste Weise:

Nun werden wohl die allerwenigsten Menschen gegenteiliger Meinung zum Thema Nationalsozialismus sein. Des Weiteren ist Wolfenstein zu einer stark satirischen Spielreihe herangewachsen, in der der Protagonist gegen das Nazi-Regime kämpft. Doch dauerte es nicht lange, bis sich auf Twitter dennoch der erste User an Bethesdas Tweet störte:

Dinge, die ich verbieten würde: Politik in Spiele zu gießen, so dass sie die Action unterbricht, wie eine Mauer ein fahrendes Auto.

Die Reaktionen auf diesen Kommentar ließen natürlich ebenso nicht lange auf sich warten und so hagelte es direkt vor allem Unverständnis auf diesen Beitrag. Twitter-Nutzer machten den Poster darauf aufmerksam, dass es in Wolfenstein im wahrsten Sinne darum ginge, Nazis zu töten. Ein anderer User reagierte humorvoll:

Es ist IMMER der Typ mit dem Anime-Bild.

Tatsächlich ist es, wie es der Zufall so will, ein anderer User mit Anime-Profilbild, der sich daraufhin das erste Mal wieder hinter den Kritiker stellt und seinen eigenen Standpunkt formuliert:

Alle Ideologien haben ein Recht zu jeder Zeit auf dem Planeten zu existieren, auch wenn sie falsch sind.

Viele Twitter-Nutzer schließen sich unter dem Tweet der Haltung von Bethesda an. Wiederum andere entgegnen mit sachlichem Widerspruch, dass Verbote keine Probleme lösten. Ein Teil der Nutzerschaft merkt an, dass "echte" Nazis doch gar nicht mehr existierten – was wiederum Diskussionen über Verantwortung und Erinnerung auslöste.

Egal wie man zu dem Beitrag steht: Bethesda hat mit dem Posting auf schlichte Art eine große Zahl an Menschen angeregt, nachzudenken und sich zu Wort zu melden und zu positionieren. Und manche auch verärgert. So oder so haben sie erfolgreich Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt. Und auf Wolfenstein selbst – denn mit Youngblood steht wohl noch in diesem Jahr der nächste Release zum Kult-Franchise bevor.

Die meisten Twitter-User zeigen jedenfalls Einigkeit unter dem Beitrag von Bethesda. Oder wie es dieser Nutzer zusammenfasst:

Maaaaaaan, scheiß auf Nazis.

Die Diskussionen dauern an und es bleibt spannend, sowohl die humorvollen und harmlosen, als auch die ernsteren und kritischen Beiträge zu verfolgen.

Nun kann man den Tweet vorrangig als politische Botschaft verstehen, oder aber als geschickte PR-Aktion. Am Ende ist es wohl beides. Sagt uns doch gern in den Kommentaren, was ihr von den Reaktionen auf den Tweet haltet. Und natürlich ob ihr euch auf Youngblood freut!

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