Vorschau The Division 2: Das erwartet euch in der Kampagne und im Endgame

von Michael Sonntag (05. Februar 2019)

The Divison hatte zu seinem Start im Frühjahr 2016 zwar seine Probleme, hat sich aber im Laufe der Zeit gemausert. The Division 2 will von Anfang an alles besser machen. Wir durften es vor kurzem schon anspielen.

Wenn Ubisoft zur Präsentation einlädt, sagt man gerne: Oh ja! Noch dazu, wenn es um einen Hochkaräter wie The Division 2 geht. Und so haben wir den Division-Enthusiasten Michael ausgeschickt, um mit frischen Eindrücken wiederzukommen. Nach drei Stunden in der Story und zwei weiteren im Endgame von The Division 2 wollen wir euch nicht vorenthalten, was er erlebt hat.

Der Schauplatz des Geschehens ist diesmal die US-Hauptstadt Washington. Die Pandemie hat auch dieses Bollwerk der Gesellschaft eingenommen und steht nun am Rande des Zusammenbruchs. Gewalt, Anarchie und eine wachsende Instabilität bedrohen die Bevölkerung, und obendrein sorgen auch noch Gerüchte über einen Staatsstreich im Kapitol für weiteres Chaos. Ihr schlüpft ihn die Rolle eines Division-Agenten und seid dazu aufgerufen, die Stadt zu retten. Denn eines ist allen klar: Wenn Washington fällt, fällt auch Amerika.

Altes und Neues vereint: Die Story-Missionen

Das Weiße Haus, der Amtssitz des Präsidenten der USA - ein Sinnbild für die Freie Welt; oder zumindest war das mal so. Denn in der Dystopie von The Division 2 dient das ehemals würdevolle Regierungsgebäude als der spielerische Hauptstützpunkt, wo Werkbänke, Händler, NPCs und auch andere Spieler zu finden sind. In der Einführungsmission wird eine Belagerung des Weißen Hauses gestoppt, wodurch das Gebäude überhaupt erst zum Stützpunkt gemacht werden kann.

Von hier aus gilt es, anderen Siedlungen zu helfen, damit sie im Gegenzug wiederum euch helfen können. Die erste dieser Siedlungen, oder "Settlements" befindet sich in einem Hochaus, das wie ein Mikrokosmos wirkt. Eine ganze Stadt, kondensiert auf ein einziges Gebäude. Auch hat das Szenario irgendwie ein bisschen was von einem Baumhaus aus Peter Pan. Bloß ohne Magie und Zauberei, jedoch sicher mit dem einen oder anderen verlorenen Traum.

Im Story-Trailer wird euch der Hintergrund von The Division 2 erläutert:

Die Aufgabenstellung: Holt die Tochter der Anführerin aus einem Kampfgebiet raus! Dazu dringen wir in ein Hotel ein, das sich fest im Griff der Hyenas befindet. Die Hyenas wiederum sind eine Bande von wahnsinnigen Räubern, die die Zivilisten durch Gewalt unterjochen wollen. Stellt sie euch als Aasgeier vor, die nur darauf warten, den Überlebenen alles wegzunehmen. Sie bilden eine nur eine von mehreren Fraktionen, die im Spiel wichtig sind.

Die Mission selbst gestaltet sich als durchaus solide. Der Schauplatz glänzt unter anderem durch die Darstellung von Drogenlaboren (die auch für hübsche Farbexplosionen sorgen) mit einer authentischen Atmosphäre. Spielerisch werfen sich uns mehrere Gegnerwellen entgegen. Sind diese überwältigt, kommen noch ein paar besonders große Burschen ins Spiel, die etwas stärkeren Widerstand leisten, aber im Endeffekt auch klein beigeben müssen.

Eine Neuerung fällt dabei auf: Nachdem die Mission offiziell beendet und vorbei ist, muss auch auf dem Rückweg gekämpft werden. Das war nicht nur überraschend, sondern fiel auch unerwartet fordernd aus, da neue Gegner immer und zu jedem Zeitpunkt auftauchen können. Bis wir dann endlich hinter einer verbarrikadierten Tür in Sicherheit waren, hat uns das einiges abverlangt.

Dann ging es auch schon auf zur nächsten Mission, im Zuge derer wir einen Agenten aus einem Trade Center befreien sollten, wo er als Geisel festgehalten wird. Rein vom spielerischen Ablauf gestaltet sich diese Aufgabe recht ähnlich wie die erste Mission. Allerdings folgt das Vorgehen einer anderen Dynamik, weil das Schicksal der Geisel ungewiss bleibt. Das sorgt für eine gewisse Spannung und Dringlichkeit. Wie das ausging, sei erstmal nicht verraten.

Ein Punkt sei jedoch erwähnt: Höhenunterschiede in der Auslegung der Umgebung haben für neue Situationen im Kampf gesorgt. Die ansonsten auf quasi ein und derselben Ebenen stattfindenden Gefechte gewinnen dadurch eine neue Dimension, die in taktischer Hinsicht neue Herausforderungen darstellt.

Mehr Liebe zum Detail in der Open World

In der Welt von The Division 2 weht ein rauer Wind. Das sollte nicht weiter verwunderlich sein, steht doch die Menschheit am Rande des Abgrunds und wird weithin durch das "Recht des Stärkeren" regiert. Dennoch fällt auf, dass ein wesentlich härterer und dunklerer Ton in der offenen Welt vorherrscht als dies bisher der Fall war. Ohne Vorwarnung könnt ihr zum Beispiel Zeuge von öffentlichen Hinrichtungen werden.

Washington D.C. ist abwechslungsreicher und bunter gestaltet als das verschneite und düstere New York aus dem ersten Teil. Unter anderem wohl auch deswegen, weil im Spiel gerade Sommer ist, die Natur sich die Welt zurückerobert und die Fraktionen/Settlements sich besser an die Apokalypse gewöhnt haben. (Statt nur in Aufnahmeeinrichtungen zu leben, haben die Menschen provisorische Lager gebaut.) Die Gegner weisen unterschiedliche Kampfstile und Motive auf. Bestes Beispiel: die chaotisch wirkenden Hyenas gegenüber den True Sons, die eine bestens organisierte Miliz aus Waffennarren darstellen.

Darüber hinaus gibt es aber wieder die gewohnten langen Straßenzüge zwischen Hochhäusern mit umgestürzten Autos zu sehen, was schon ein wenig wie Recycling wirkt. Das gesamte Design erinnert in vielerlei Hinsicht an den Vorgänger, fühlt sich aber dank der vielen, kleinen Neuerungen runder an.

Ein Beispiel hierfür: Zu den einsetzbaren Kampfgadgets hat sich unter anderem eine Drohne gesellt. Das ändert den Kampfablauf zwar nicht von Grund auf, bietet aber neue Möglichkeiten für gezielte Angriffe und Erkundungsaufträge.

Neue Gefahren im Endgame

Nach Beendigung der Kampagne wird Washington von den Black Tusks heimgesucht, einer schwerbewaffneten Söldnergruppierung, die es mühelos mit der Division aufnehmen kann. Dazu deuten die Entwickler an, dass die Black Tusks die Map beeinflussen können, indem sie zum Beispiel Stützpunkte einnehmen und somit weitere Missionen erschweren. Zudem sei noch jede Menge Content zur Veröffentlichung nach dem Launch geplant. Das betrifft Hauptmissionen, Siedlungsprojekte, Clan-Projekte, Kopfgeldjagden, die berüchtigten Dark Zones, organisierten PvP und Strongholds.

Erreicht ihr mit einem Charakter Level 30, steht ihr vor der Wahl zwischen drei Spezialisierungen: Überlebensspezialist, Scharfschütze und Sprengstoffexperte. Jede dieser Klassen verfügt über spezielle Attribute, eigene Gadgets und eine eigene Spezialwaffe.

Diesmal gleich im Dreierpack: Die Dark Zones in The Divison 2

Im Zuge der Präsentation fällt unsere Wahl auf den Scharfschützen, der mit einer Aufklärungsdrohne, einem Geschütz, einer speziellen Blendgranate und einem sehr starken Scharfschützengewehr ausgestattet ist. Für letzteres muss jedoch spezielle Munition verwendet werden, die auch erstmal gefunden werden will.

So aufgestellt konnten wir dann zwei Endgame-Missionen gegen die Black Tusks spielen. Welche Auswirkungen die Dark Tusks auf die allgemeine Open World haben, konnten wir noch nicht feststellen. Dafür ergab sich die Gelegenheit, zwei weitere der neuen Locations zu bewundern.

Das Planetarium

Ein wirklich schöner Schauplatz, der mit Schaukästen und Planetenmodellen typische Museums-Atmosphäre vermittelt. Die bereits zuvor erwähnten Höhenunterschiede führten auch hier zu teils kniffligen Situationen im Kampf. Die Black Tusks erweisen sich dabei als recht fordernde Feind-Fraktion, die auch gezielt zurückschlägt, taktisch vorgeht, sich selbst wieder heilt und taktische Drohnen einsetzt.

Im Planetarium gerieten wir mehrfach in recht heikle Situationen, in denen ein Team-Mitglied alle anderen retten oder sich eben auch mal zurückziehen musste, damit die anderen nach entsprechender Zeit automatisch respawnen. Hier zeigte sich sehr deutlich: Gründliche Absprachen sind nicht nur hilfreich, sie sind überlebensnotwendig.

Der Bunker

Eine ebenfalls recht interessant gestaltete Location mit engen Korridoren und Räumen, die aber im Vergleich zum hübschen Planetarium auf Dauer monoton werden. Hier brach auch die Framerate hin und wieder ein, was aber wohl auf den Beta-Build der Version zurückzuführen ist.

Vom Ablauf her bleibt hier alles wie gehabt: Stürmt einen Raum, macht alle Gegner platt, geht weiter in den nächsten Abschnitt. Dabei ist - zumindest jetzt noch - der Unterschied zwischen den Spezialisierungen nicht immer spürbar, zumal der Scharfschütze in engen und kleinen Räumen nahezu nutzlos ist beziehungsweise umrüsten muss.

Meinung von Michael Sonntag

Wie schon im ersten Teil gestaltet sich das Gameplay spaßig und motivierend. Vor allem in der Gruppe kam ein gutes Spielgefühl auf, das sich natürlich auf den Spielspaß insgesamt auswirkt.

Die offene Welt des Spiels wirkt abwechslungsreicher. Jedoch lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, ob und wie die Umgebung für eine interessante Erzählung dienen kann. Noch bleibe ich in diesem Punkt etwas skeptisch.

Die Black Tusks als neue Gefahr im Endgame empfinde ich begrüßenswert. Denn ansonsten wäre der Unterschied zur Dark Zone nicht sonderlich signifikant, selbst wenn es diesmal drei davon gibt.

Wer bereits Fan der Reihe ist, den werden die vielen, kleinen Neuerungen freuen, die den Gesamteindruck abrunden und den Wert des Gesamtkonzepts etwas anheben. Wer jedoch neu hinzukommt, braucht eventuell noch zusätzliche Argumente, um in die Welt von The Division 2 abzutauchen.

Es bleibt zum Schluss eine große Frage im Raum stehen: Wer The Divison 40 Stunden oder länger gespielt hat, hat vermutlich irgendwann gewisse Ermüdungserscheinungen erlebt. Da sich The Divison 2 in vielerlei Hinsicht am Vorgänger orientiert, könnte dieser Effekt dank Déjà-vu noch viel früher, vielleicht schon nach zehn oder 20 Stunden eintreten.

Das ist aber - und das möchte ich betonen - eine persönliche Vermutung. Dennoch fehlt mir bis jetzt noch das storytechnische und spielerische Alleinstellungsmerkmal, das diesen und weitere Zweifel aushebelt. Denn unter all der hübschen Grafik und den Neuerungen ist eine gewisse, stets wiederkehrende Formel zu spüren, wenn auch mit ein bisschen mehr Variation und Liebe zum Detail.

Tags: Multiplayer  

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