Test Metro - Exodus: Zum Ende nochmals Aufbruchstimmung

von Micky Auer (13. Februar 2019)

Es ist immer ein besonderer, oftmals wehmütiger Moment, wenn eine Spielereihe, die euch lange begleitet hat, ein Ende findet. Im Falle von Metro - Exodus beginnt jedoch das Ende dieser Reise mit ... einer Reise.

Das Abenteuer von Artjom und die damit verbundene Reise begann auf euren Bildschirmen bereits vor neun Jahren mit Metro 2033. Drei Jahre später folgte die Fortsetzung mit Metro - Last Light und führte die Geschehnisse aus beiden Spielen zu einem vorläufigen Höhepunkt.

Jetzt, im Jahr 2019, wird die Geschichte um die letzten Überlebenden der Menschheit nach der atomaren Apokalypse mit Metro - Exodus zur Trilogie. So ein wenig stellt sich schon die Frage, womit der dritte Teil denn die Spieler locken will, denn das große Abenteuer in der Moskauer Metro ist doch eigentlich zu Ende erzählt worden. Die Antwort darauf glaubt Entwickler 4A Games gefunden zu haben: Raus aus der Metro, hinein in die große, weite Welt an der Erdoberfläche. Aber galt die nicht als vollkommen verstrahlt und absolut lebensfeindlich?

Erlebt die Welt von Metro - Exodus - mit der Intensität eines Fiebertraums:

Nun, dafür gibt es eine Erklärung, wenn auch eine äußerst fadenscheinige. Doch hängt an diesem dünnen Faden dennoch ein Spiel, das ganz neue Stärken zeigt, jedoch so einige verpasste Gelegenheiten und Fehlentscheidungen mit sich bringt. Artjoms vorläufig letzter Einsatz führt eine kleine Gruppe von Mitstreitern auf die Suche nach einem Ort, an dem sie ein neues Leben beginnen können. Ein Leben außerhalb der Metro, an der frischen Luft, unter freiem Himmel. Der Name des Spiels - Exodus - bezeugt diese Thematik treffend.

Metro - Exodus erscheint am 15. Februar 2019 für PC, PlayStation 4 und Xbox One. Getestet haben wir die PS4-Version.

Metro - Exodus ist kein Shooter

Es wurde im Vorfeld schon mehrfach erwähnt, man kann es aber nicht oft genug und in aller Deutlichkeit wiederholen: Erwartet euch kein Call of Duty, wenn ihr euch an Metro - Exodus setzt. Allein der Umstand, dass ihr aus der Ego-Perspektive spielt und dabei hauptsächlich mit Schusswaffen hantiert, macht das Spiel noch lange nicht zu einem Action-Skill-Spektakel.

Meist seht ihr die Welt über den Lauf eurer Waffe hinweg. Dennoch lässt sich Exodus nicht mit herkömmlichen Shootern vergleichen.Meist seht ihr die Welt über den Lauf eurer Waffe hinweg. Dennoch lässt sich Exodus nicht mit herkömmlichen Shootern vergleichen.

Am ehesten lässt sich Exodus als Action-Adventure mit Survival-Elementen beschreiben. Das Vorankommen im Spiel ist von eher gemächlicher Natur. Keine halsbrecherischen Sprünge, keine spektakulären Stunts und schon gar keine fortschrittliche Waffentechnik werden euch begegnen. Im Gegenteil! Passend zum Thema - und wie auch schon in den Vorgängern - sind Waffen oft aus Holz und Isolierband zusammengepappte, klobige Teile, die dennoch ihren Zweck erfüllen.

Nicht umsonst gibt es für viele der Szenarien auch eine pazifistische Herangehensweise. Ihr könnt euch durch gegnerverseuchte Bereiche schleichen, den richtigen Moment abwarten und die Widersacher lautlos und ungesehen von hinten ausschalten. Tatsächlich ist das die bevorzugte Herangehensweise im Spiel. Denn andernfalls reicht oft nur ein einziger Schuss und ihr habt die Besatzung einer ganzen Siedlung am Hals.

Diese spielerischen Möglichkeiten erwarten euch:

Wichtig sind dabei auch die Faktoren Licht und Dunkelheit. Überall gibt es kleine Lichtquellen (meist Öl- und Gaslampen). Schleicht euch an, löscht das Licht und schon seid ihr so gut wie unsichtbar. Zumindest solltet ihr das sein. Denn auf längere Sicht erweist sich diese Mechanik leider oft als inkonsistent. Beim Testen konnten wir schnellen Schrittes agieren und waren sogar im periferen Blickfeld der Gegner, jedoch wurden wir nicht entdeckt. Dann wiederum erkennt euch ein Feind auf größere Distanz durch feste Objekte hindurch, egal, ob ihr im Licht oder in der Dunkelheit steht. Wenn die Stealth-Mechanik funktioniert, ist das Spielerlebnis flüssig, anspruchsvoll und unterhaltsam. Wenn nicht, kommt schnell Frust auf. Da es sich um einen wichtigen Punkt im Gesamtkonzept handelt, gibt es hierfür Abzüge.

Betäuben oder töten? - Die Wahl liegt bei euch. Wenn die Schleichmechanik funktioniert, ist das Ergebnis stets befriedigend.Betäuben oder töten? - Die Wahl liegt bei euch. Wenn die Schleichmechanik funktioniert, ist das Ergebnis stets befriedigend.

Nicht alle Schießereien werden sich vermeiden lassen, so viel steht fest. Müsst ihr dann doch noch auf Waffengewalt zurückgreifen, erwartet euch ein solides Shooter-Modell, das sich durch zahlreiche Waffenmodifikationen variabel genug hält, um das Gefühl von Fortschritt zu vermitteln. Ein kleiner Tipp: Gerade grobe Waffen Marke Eigenbau sind alles andere als stabil. Achtet bei euren Mods darauf, dass ihr die Stabilität erhöht. Euer Vorrat an Munition wird es euch danken.

Der Survival-Aspekt

Munition, Rüstungen, sonstige Versorgungsgüter - all das ist unglaublich kostbar in der Welt von Metro. Noch mehr denn je zuvor wird diese Wichtigkeit unterstrichen, indem ihr in der gesamten Spielwelt verteilt Rohstoffe findet, die ihr in einem leicht zugänglichen Crafting-System zu Medizin, Munition und Reinigungsmitteln verarbeiten könnt. Der sorgfältige Forscher in euch wird dabei belohnt, denn oft ist auch ein verstrahlter Leuchtpilz eine wichtige Rohstoffquelle, während die verlockend aussehende Kiste daneben rein gar nichts beinhaltet.

So grausam es auch sein mag: Selbst diese arme Seele könnte noch wertvolle Rohstoffe bei sich haben. Ihm können sie nichts mehr nützen, euch jedoch schon.So grausam es auch sein mag: Selbst diese arme Seele könnte noch wertvolle Rohstoffe bei sich haben. Ihm können sie nichts mehr nützen, euch jedoch schon.

Apropos Reinigungsmittel: Keine Sorge, Exodus ist kein Putz-Simulator. Jedoch verschmutzen eure Waffen bei Gebrauch und müssen regelmäßig gereinigt werden, da sie sonst im entscheidenden Moment den Dienst versagen könnten. Und glaubt uns: Das werden sie auch gnadenlos tun. Der Unterschied zwischen Leben und Tod liegt im Spiel oft allein daran, wie viel Sorgfalt ihr eurer Ausrüstung gewidmet habt.

Umfangreiche Arbeiten und das nicht zu unterschätzende Putzen könnt ihr aber nur an speziellen Werkbänken durchführen. Seid ihr im Feld oder einem finsteren Gewölbe unterwegs, habt ihr nur eingeschränkten Zugriff auf das Crafting. Im Vordergrund stehen hier einfache Standard-Munition und Heilmittel.

Gleichzeitig wird auf Aspekte wie Hunger und Durst verzichtet. Ihr müsst keine Rezepte ausarbeiten, Zutaten finden und verarbeiten und braucht daher auch keine Angst haben, dass neben den Kugeln von Banditen und den spitzen Zähnen grauenvoller Mutanten auch noch eure körperlichen Bedürfnisse ein Todesurteil darstellen könnten. Die Survival-Aspekte sind wichtig, ufern aber keinesfalls so weit aus, dass sie sich nicht mehr wie ein Spiel, sondern wie Arbeit anfühlen.

Wenn einstige Stärken zu deutlichen Schwächen werden

Die Metro-Spiele basieren auf den Romanen des russischen Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski. Die von ihm erdachte düstere und dystopische Welt steckt voller Gesellschaftskritik, Spannung, Horror und starker mystischer und übernatürlicher Elemente. In der Gesamtheit ergibt sich daraus diese ganz besondere Stimmung, die Metro einzigartig macht und zu der Fans sich immer wieder hingezogen fühlen. Metro - Exodus gelingt es leider nicht, diese gut ausbalancierte Mischung weiterzuführen.

Anna (in den Büchern heißt sie Anja) ist die Frau von Artjom und leidet ebenfalls am Botox-Syndrom: Sie hat kaum erkennbare Mimik.Anna (in den Büchern heißt sie Anja) ist die Frau von Artjom und leidet ebenfalls am Botox-Syndrom: Sie hat kaum erkennbare Mimik.

Der Sprung von klar definierten und linear gestalteten Abschnitten in den Vorgängern zu den großen, offenen Bereichen in Exodus geht glücklicherweise nicht auf Kosten der Atmosphäre (dazu später mehr), sehrwohl jedoch zu Lasten der Erzählung. Und das gleich an mehreren Punkten.

Zum Beispiel die NPCs, die gerne anfangen, endlos lange, meist jedoch erstaunlich inhaltslose Geschichten zu erzählen, sobald ihr euch ihnen nähert. Gerne würde man sich diese Geschichten anhören, wenn sie nicht so dermaßen langweilig, aufgesetzt und unmotiviert rüberkommen würden. Noch dazu wird gerade in engen Räumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten, viel zu oft laustark durcheinandergeredet. Stellt euch vor, ihr erhaltet ein Missions-Briefing, in dem ihr unbedingt auf die Details achten solltet, während irgendjemand in eurer unmittelbaren Umgebung nicht davon abzubringen ist, einen endlosen Exkurs über einen ganz besonderen Vodka zu verzapfen, den er irgendwann mal getrunken hat. Leute, das nervt ungemein! Zudem tragen diese Geschichten leider absolut nichts zur Immersion bei. Dumm nur, dass sich manchmal im Zuge des Zuhörens eine Nebenquest aus einem Monolog ergibt. Wenn ihr also wirklich alles aus dem Spiel rausholen wollt, müsst ihr euch wohl oder übel alles anhören.

Das aufwändig inszenierte Intro vermittelt gekonnt die Stimmung des Spiels:

Apropos Monolog: Artjom wird mit seinen Mitmenschen niemals ein Zwiegespräch führen. Er gehört dieser aussterbenden Gattung von "stummen Helden" an, die nur angesprochen werden und denen ihr Umfeld ständig Worte in den Mund legt. Das war auch in den Vorgängern so, jedoch erschließt sich nicht, warum das überhaupt so sein muss. Es wirkt unnatürlich und sperrig, verwehrt dem Helden die Möglichkeit, seine Persönlichkeit darzustellen und ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Besonders seltsam wird die Situation dadurch, dass der gute Artjom in Ladebildschirmen eine sprachliche Zusammenfassung der Geschehnisse gibt. Er kann reden, er darf es bloß nicht. Eine Figur, die man im Spiel niemals sieht (selbst im Foto-Modus wird er ausgeblendet), sollte man wenigstens hören können. Das wurde leider verpasst.

Ihr findet im Spiel - ähnlich wie in der Fallout-Reihe - eine Menge an kleineren Geschichten, die in sich geschlossen erzählt werden. So erhaltet ihr Einblicke in persönliche Schicksale, den einen oder anderen Mikrokosmos, mitunter auch eine spieltechnische Belohnung. Jedoch bleibt die Intensität des Geschehens aus. Wo die Vorgänger die Spannung in einzelnen Abschnitten auf bestimmte Ziele fokussiert haben und ihr als Spieler immer wusstet, warum ihr etwas machen sollt - ihr hattet also eine Motivation - verlaufen sich in Exodus diverse Erzählstränge in der Weitläufigkeit der Landschaft. Manchmal auch einfach nur deswegen, weil ihr eine gewisse Zeit braucht, um von A nach B zu kommen.

Achtung! Kleiner Spoiler:

Recht früh im Spiel erfahrt ihr es zwar ohnehin, aber falls ihr die Erläuterung aufheben wollt, geht lieber weiter zur nächsten Überschrift.

Wie sich herausstellt, gibt es mehr Überlebende als ihr dachtet.Wie sich herausstellt, gibt es mehr Überlebende als ihr dachtet.

Es wurde eingangs schon angesprochen: Warum ist die Erdoberfläche nun plötzlich zumindest bedingt bewohnbar? In den bisherigen Spielen führten selbst kurze Aufenthalte ohne entsprechende Schutzausrüstung in wenigen Minuten zum Tod. Nun, die Erklärung ist recht dünn und steht leider stellvertretend für die vergleichsweise schwache Geschichte: Rund um die Stadt Moskau wurden Störsender platziert, die verhindert haben, dass Funk von innen, aber auch von außen durchkommt. Somit sollten Feinde nicht den Verdacht bekommen, dass es in den Metropolen noch Überlebende gibt. Denn angeblich ist der Krieg noch nicht vorbei. Nun ja ...

Die größte Stärke des Spiels

Egal, ob ihr die beiden Vorgänger im Original oder in der verbesserten Redux-Edition gespielt habt: Für ihre Zeit sahen die beiden Produktionen recht gut aus, aber das ist Jahre her. Metro - Exodus merkt man glücklicherweise bei jedem Schritt an, wie viel Liebe und Aufwand in die ausgesprochen gut gelungene Grafik geflossen sind.

Mit wenigen Farben und starken Kontrasten zieht euch die Grafik ins Spiel hinein.Mit wenigen Farben und starken Kontrasten zieht euch die Grafik ins Spiel hinein.

Mit einer reduzierten Farbpalette gelingt es den Designern ihren Konzepten Leben einzuhauchen. Dampfendes, fauchendes, heulendes, manchmal Geborgenheit vermittelndes, oft gefährliches Leben. Die Welt über den Metros steht der Welt in den Metros in Sachen Atmosphäre in rein gar nichts nach. Tatsächlich wird durch dynamische Tageszeitenwechsel und hervorragend inszenierte Wetterverhältnisse noch viel mehr Stimmung vermittelt.

Die Geschehnisse und Abschnitte im Spiel orientieren sich an Jahreszeiten. Dementsprechend abwechslungsreich präsentiert sich die gar nicht mal so tote Welt. Selten zuvor wurde eine desolate Umgebung so glaubhaft und authentisch dargestellt. Die Grafik von Metro - Exodus trifft genau den Punkt des Spiels, wirkt detailliert, atmosphärisch dicht und setzt eine Welt nach dem Atomkrieg imposanter und schöner gestaltet in Szene als so mancher Genre-Konkurrent.

Dem entgegen stehen die hölzernen Gesichtsanimationen der Spielfiguren. Während die englischen Sprecher wirklich gute Arbeit leisten, werden ihre mit Leidenschaft eingesprochenen Texte von virtuellen Holzpuppen vorgetragen, die kaum jemals eine Miene verziehen. Und wenn, dann immer nur für einen Moment und auf ausgesprochen unnatürliche Weise. Im Angesicht der sonst so gelungenen Grafik ist das ein herber Rückschlag. Gerade deswegen, weil die Gesichter der NPCs durchaus ansprechend gestaltet sind. Nur wirken sie leider stets leblos.

An sonnigen Tagen zeigt sich die Welt mit einem freundlicheren Gesicht.An sonnigen Tagen zeigt sich die Welt mit einem freundlicheren Gesicht.

Auch ein kleiner Wermutstropfen verbirgt sich in der Steuerung. Das Geschehen bleibt zwar in Sachen Bildwiederholungsrate stets stabil, jedoch fängt Artjom selbst hin und wieder aus unerklärlichen Gründen an zu trippeln, macht hörbar viele kleine Schritte, kommt dabei aber kaum vom Fleck. Leider kommt es auch unnötig häufig vor, dass ihr an Ecken und Kanten der Umgebungsgeometrie hängen bleibt. Diese kleine Störfaktoren sind nun kein Beinbruch, fühlen sich aber wie ein solcher an. Kurzum: Es gibt oft nervige Situationen, speziell in Gefechten. Hoffentlich wird hier noch nachgebessert.

Eine der größten Befürchtungen, nämlich die, ob dieses Metro immer noch ein typisches Metro ist, lässt sich wie folgt ausräumen: Atmosphärisch ist es wohl das dichteste Spiel der Reihe, auch wenn es sich aufgrund der neuen Umgebung auf neue Grafik-Konzepte einlassen muss. Diese fügen sich aber hervorragend in den bestehenden, optischen Kanon ein, fügen ihm "Mad Max"-Elemente zu und verfügen über eine desolate Schönheit, die sich kaum in Worte fassen lässt. Das hervorragende Beleuchtungs-Modell sorgt für stimmungsvolle Szenarien, egal ob unter sengender Sonne oder in der finsteren und feuchten Abgeschiedenheit einer unterirdischen Anlage. Was die vergleichsweise schwache Dramaturgie vermissen lässt, macht die hervorrangede Grafik wieder wett.

Meinung von Micky Auer

Bis vor diesem Test konnte ich Metro - Exodus nur häppchenweise und in unzusammenhängenden Ausschnitten spielen. Da zumindest konnte ich mir schon einen Eindruck von den Stärken des Spiels holen, die ich hier erneut voll und ganz bestätigen kann.

Entgangen sind mir dabei vor allem die Schwächen in der Erzählung. Ich muss dazu sagen, dass ich die Messlatte bei Metro natürlich sehr hoch ansetze, was die Qualität der Geschichte, der Dialoge und der erzählerischen Inszenierung betrifft. Umso härter fällt halt der Unterschied zum bisher Gebotenen auf. Anfangs war ich noch sehr aufmerksam bei der Sache, sehr schnell driftete das endlose, wirklich endlose Blahblah der Charaktere in den Bereich des klassischen getöteten Nervs ab. Dabei hätte gerade Artjom gerne mal was dazu sagen können ...

Grenzenlos begeistert bin ich dann wiederum von der fantastischen Optik. Es gab da einen Moment, den ich mit dem virtuellen Leben bezahlt habe. Aber der Moment war es mir wert: Ein wildes Gewitter tobt an einem schwarzen Himmel, dessen andere Hälfte kaum vom Sonnenlicht hinter der dicken Nebeldecke erleuchtet wird. Ich fand diesen Augenblick so dramatisch, so wunderschön, dass ich nur rumstand und mich ins Spiel hineinfallen ließ ... während mich eine mutierte Ratte zu Tode nagte.

Glücklicherweise gibt es sehr viele solcher Momente im Spiel. Auch ist der Aufbau der einzelnen, großen Abschnitte, die man fast als "Open World" bezeichnen kann, so gut durchdacht, dass vor allem Spieler mit hohem Erkundungsdrang auf ihre Kosten kommen werden. Ihr lernt schnell, welche Merkmale in der Landschaft reine Dekoration sind, welche aber vielleicht wertvolle Rohstoffe beherbergen könnten. Exodus lässt im Spieler ein Gespür für so etwas entstehen, ganze ohne Quest-Marker, Hinweispfeile und rote Kringel, die in der Landschaft schweben. Unbequem? Ja, manchmal. Die Immersion fördernd? Ja, immer!

Tatsächlich bin ich kein Freund von Survival-Spielen. Metro hat das Prinzip aber gut verdaulich verpackt. Zusammen mit der soliden Shooter-Mechanik, dem motivierenden Crafting und der schönen Spielwelt überwiegen ganz klar die Vorteile. Was die Dramaturgie betrifft: Ich will nicht den Eindruck erwecken, als hielte ich die Erzählung für abgrundtief schlecht. Sie kann bloß ihren Vorgängern nicht das Wasser reichen und wirkt hier und da arg konstruiert. Leider ist die so wichtige Schleichmechanik noch verbesserungswürdig. Allzu oft kommt es zu unlogischen Situationen, für die es keine vernünftige Erklärung gibt. Bitte unbedingt nachbessern!

Obwohl Metro - Exodus der dritte Teil einer etablierten Reihe ist, fällt ein Gesamtvergleich mit den Vorgängern erstaunlich schwer. Denn Exodus ist in vielen Bereichen völlig anders, neu, herausfordernd. Gerade diese neuen Dinge macht das Spiel sehr gut, während es einige Altlasten mitnimmt oder vorhandene Tugenden gar komplett ignoriert. Es ist weder signifikant besser, noch deutlich schlechter als seine Brüder. Es ist auf Augenhöhe mit ihnen. Und das ist beim Thema "Metro" eigentlich schon eine Auszeichnung für sich.

87 Spieletipps-Award

spieletipps meint: Grafisch imposant, spielerisch anspruchsvoll. Leider wirkt die Erzählung im Vergleich zu den Vorgängern deutlich schwächer. Dennoch sehr empfehlenswert.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Singleplayer  

Erkennt das Spiel an den selbst gebauten Redakteuren!

Charakter-Editor-Quiz | Erkennt das Spiel an den selbst gebauten Redakteuren!

Unsere Redakteure haben sich in verschiedenen Charakter-Editoren selbst nachgebaut. Könnt ihr erraten, in welchen (...) mehr

Weitere Artikel

WoW: Classic, Astral Chain, Blair Witch und mehr ab nächster Woche

Releases | WoW: Classic, Astral Chain, Blair Witch und mehr ab nächster Woche

Schluss und vorbei: Das Sommerloch hat ab nächster Woche defi (...) mehr

Weitere News

Gutschein Aktion

Keys für The Elder Scrolls: Legends
Jetzt mitmachen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Metro - Exodus (Übersicht)
* Werbung