Test Dirt Rally 2.0: Rallye-Sport für Profis ohne Wenn und Aber

von Thomas Stuchlik (18. Februar 2019)

Lust auf einen zünftigen Ausflug in die malerische Natur? Aber nicht zu Fuß oder auf dem Fahrrad, sondern mit einem hochgezüchteten Allrad-Vehikel? Dann seid ihr bei Dirt Rally 2.0 genau richtig!

Typisch Entwickler Codemasters: Obwohl Dirt Rally 2.0 abermals die offizielle WRC-Lizenz fehlt, bringt die Raserei feinsten Rallye-Sport auf den Bildschirm. In Sachen Realitätsnähe und Spielspaß übertrumpft die Rennsimulation damit locker das lizenzierte Konkurrenzprodukt WRC 7, aber auch das hauseigene Dirt 4. Warum? Weil das Fahrverhalten vom Feinsten ist!

Teil 2 bleibt dabei dem Vorgänger Dirt Rally treu. Auf den rutschigen Untergründen benötigt ihr ein sensibles Händchen am Lenkrad, um den eigenen Wagen gekonnt durch Kurven und Ecken driften zu lassen. Je nach Antrieb und Wagenklasse reagieren die Fahrzeuge natürlich anders und überraschen mal mit Untersteuern, mal mit Übersteuern. So können schnelle Vollgas-Passagen schnell zur riskanten Mutprobe mutieren. Denn die Streckenbegrenzung samt Bäumen und Felsen ist gefährlich nahe platziert.

Durch Pampa, Wald und Steppe

Die 72 enthaltenen Rallye-Etappen in sechs Ländern bergen unterschiedliche Streckenbedingungen und damit so manche Überraschung. In den USA rast ihr beispielsweise durch herbstliche Waldgebiete, in Australien erwarten euch dagegen sandige Pisten durch die trockene Steppe.

Nur mit dem richtigen Anstellwinkel wuchtet ihr euren Wagen schnell genug um die staubigen Pisten.Nur mit dem richtigen Anstellwinkel wuchtet ihr euren Wagen schnell genug um die staubigen Pisten.

In Spanien heizt ihr mit hohem Tempo auf Asphaltstraßen über Hügel und durch kleine Dörfchen. Noch anspruchsvoller ist Argentinien, wo engste Pfade zwischen bedrohlichen Felsen hindurch führen. Schade nur, dass Schnee-Rallyes im Grundspiel nicht enthalten sind. Kleinere wie größere Fahrfehler werden auf den oft engen Abschnitten mit Abflügen, demoliertem Auto oder auch einem Reifenplatten bestraft.

Daneben rangiert das Wetter zwischen sonnig und regnerisch. Entsprechend neigt der eigene Wagen zum Rutschen und Untersteuern, vor allem auf Asphalt. Obendrein tretet ihr tagsüber, bei Dämmerung oder in der Nacht an. Bei letzterem erleuchten nur eure Scheinwerfer die dunkle Szenerie. Eine entscheidende Rolle spielt deshalb eure Co-Pilotin. Ja, Co-Pilotin! Erstmals kündigt eine freundliche, weibliche Stimme die nächsten Kurven mitsamt Pfeilsymbolen an.

Vorbereitung ist alles

Die Rallye-Veranstaltungen unterteilen sich in mehrere Etappen, in denen ihr um die Bestzeit kämpft. Zwischendurch dürft ihr Reparaturen ausführen und erstmals auch die Reifen (weich, mittel, hart) wechseln. Ebenso schraubt ihr am Setup und justiert Fahrhilfen wie Traktionskontrolle und ABS.

Nur beim Rallycross tretet ihr direkt gegen andere Fahrer an, die sich obendrein als rücksichtslose Rowdys erweisen!Nur beim Rallycross tretet ihr direkt gegen andere Fahrer an, die sich obendrein als rücksichtslose Rowdys erweisen!

Während ihr bei Rallyes nur gegen die Zeit kämpft, stellt ihr euch beim WRX-Rallycross dem direkten Duell mit Kontrahenten. Hier rast ihr auf acht engen Rundkursen mit unterschiedlicher Fahrbahnoberfläche. Fies in zweierlei Hinsicht: Die PS-starken Monster neigen zum Driften, was jedoch Zeit kostet. Außerdem drängeln die aggressiven Computerfahrer und heizen euch gnadenlos davon. Da hilft nur viel Übung, sonst ist Frust vorprogrammiert.

Schöner Dreck: Der Ankündigungs-Trailer von Dirt Rally 2.0 macht richtig Lust auf Schotterpisten-Tango!

Dirt Rally 2.0 bietet auch einen Karriere-Modus, der jedoch eine Online-Anbindung an Codemasters' Racenet erfordert. Für erfolgreich absolvierte Meisterschaften kassiert ihr Geld, das ihr in neue Wagen steckt. So ergattert ihr Zugriff auf neue Rennklassen. Außerdem heuert ihr Mechaniker und Teamkollegen an, damit Reparaturen schneller erledigt werden. Für mehr Geld erledigt ihr tägliche und wöchentliche Online-Herausforderungen.

Meinung von Thomas Stuchlik

Wem konventionelle Rennspiele zu langweilig sind, der findet bei Dirt Rally 2.0 pure Hochspannung. Die unübersichtliche Streckenführung sowie Regen und Nacht erfordern viel Konzentration und die Fähigkeit, dem Beifahrer gut zuzuhören. Die fiesen Pisten in Kombination mit dem vielschichtigen Fahrverhalten sind wohl die größte Stärke dieser Simulation. Das kann Einsteiger jedoch schnell überfordern, denn Tutorials gibt es nicht.

Außerdem fehlt es am Drumherum. Abgesehen vom Rallycross gibt es keine weiteren Offroad-Veranstaltungen wie in den Vorgängern (Stichwort: Hillclimb). Außerdem nervt mich die zweifelhafte Season-Pass-Politik: Rallye-Etappen in Monaco, Schweden und Deutschland kommen nur mit dem kostenpflichtigen Staffelpass ab März 2019. Doch trotz aller Meckerei: klare Kaufempfehlung für Offroad-Fans!

85 Spieletipps-Award

meint: Dank fordernden Etappen und ausgetüftelter Fahrphysik ist Rallye-Spaß pur geboten. Dennoch fehlt es am Drumherum.

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Tags: Singleplayer  

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