Vorschau One Piece - World Seeker: Monkey D. Ruffy hat nie Urlaub

von Micky Auer (19. Februar 2019)

One Piece - World Seeker verfolgt ein großes Ziel. Nämlich eines, das Millionen von Fans auf der ganzen Welt glücklich machen soll. Wir haben bereits mehrere Stunden mit dem Spiel verbringen dürfen.

440 Millionen verkaufte Exemplare, davon etwa 365 Millionen allein in Japan (Stand: Mai 2018). Die Manga-Serie One Piece kann mit beeindruckenden Verkaufszahlen aufwarten und gilt allgemeinhin als die erfolgreichste ihrer Art in der Geschichte japanischer Comic-Produktionen.

Der Erfolg der überdrehten, komischen und dramatischen Geschichte rund um Hauptfigur Monkey D. Ruffy und die Strohhut-Bande hat dementsprechend auch auf andere Medien übergegriffen. Darunter Romane, Filme und selbstverständlich auch Videospiele.

Der neueste Zugang in dieser Riege ist One Piece - World Seeker, das eine ganz besonders große Ambition hegt: Die Entwickler wollen, dass das Spiel und seine Open World sich so anfühlen, als würden es keine vom Hauptkanon der Erzählung losgelösten Geschichten sein, sondern sich in allen Aspekten konsistent so präsentieren, als wären sie ein Teil davon. Grafik, Design, Ambiente, Figuren, Fähigkeiten ... Entwickler Ganbarion weiß, dass die Fan-Community keine Fehler verzeiht.

Bereits am 15. März soll es auf PlayStation 4, Xbox One und Microsoft Windows losgehen. Wir durften uns vorab schon mehrere Stunden mit der PS4-Version des Spiels vergnügen.

Simple Formel - leichtfüßiger Spaß

One Piece - World Seeker präsentiert sich als astreines Action-Adventure mit leichten Rollenspiel-Elementen in einer Open World. Mit Jeanne wird eine neue Figur eingeführt. Sie ist die Anführerin der Rebellen auf den Prison Islands. Ihr Gegenspieler hört auf den Namen Isaac und ist ebenfalls neu im "One Piece"-Universum. In der Rolle von Ruffy schlagt ihr euch auf die Seite der Rebellen und versucht, Isaac das Handwerk zu legen.

Das ist die Rahmenhandlung, mehr braucht es auch nicht, um ein äußerst farbenfrohes und fulminantes, erstaunlicherweise aber so gut wie niemals unübersichtliches Abenteuer zu gestalten. Die Open World ist einfach, aber wunderschön gestaltet, strahlt in kräftigen Farben und passt hervorragend zu den bekannten "One Piece"-Abenteuern, wie ihr sie aus anderen Medien kennt.

Jeanne und Isaac - die neuen Figuren im "One Piece"-Universum:

Kämpfe sind natürlich ein wichtiger Bestandteil des Spielgeschehens, jedoch sind sie nicht mehr der alleinige Aufhänger desselben. Sie dienen in erster Linie dazu, die zahlreichen Einzelaufgaben zu bestehen. Die reichen von althergebrachten Sammel-Quests bis hin zu speziellen Story-Missionen mit ganz eigener Zielsetzung.

Ein Beispiel: Beim Anspielen durften wir uns unter anderem durch eine Gefängnisanlage schleichen, um ein gefangenes Crew-Mitglied zu befreien. Dabei musste Ruffy zum Beispiel unter Zeitdruck eine Reihe von Schaltern erreichen und betätigen, Suchscheinwerfern ausweichen und Wachen auf die Mütze geben.

Ruffy ist der einzige spielbare Charakter, somit dreht sich die gesamte Charakterentwicklung auch rein um ihn. Es sei erwähnt, dass es keine Level-Aufstiege gibt. Verbesserungen der Charakterwerte werden durch neue Ausrüstung erzielt. Die könnt ihr bei Schatzsuchen finden, als Belohnung für erfüllte Quests erhalten oder euch selbst herstellen. Materialien dazu findet ihr in der gesamten Welt verteilt und dank Übersichtskarte sind sie auch nicht schwer zu finden. Was ihr jedoch findet, wenn ihr einen der glitzernden Punkte ansteuert, erfahrt ihr erst, nachdem ihr ihn aufgesammelt habt. So bleibt ein gewisser Such- und Sammelcharakter aufrecht erhalten.

Die Thousand Sunny: Fans wissen sofort, welches mittlerweile schon legendäre Schiff sie hier vor sich haben.Die Thousand Sunny: Fans wissen sofort, welches mittlerweile schon legendäre Schiff sie hier vor sich haben.

Für fast alles, was ihr tut, abschließt oder erfüllt, verändert sich euer Karma gegenüber einer Vielzahl von Figuren, die nicht immer vordergründig auf eurer Seite stehen. Ein hohes Karma bei euren Crew-Mitgliedern sorgt für zahlreiche Vorteile im Item-Management und den Möglichkeiten, die ihr bei der Herstellung von Ausrüstung habt. Ein zunächst feindlich gesinnter Charakter könnte aber bei entsprechend hohem Karma vielleicht auch mal ein Auge zudrücken, wenn Ruffy sich so sehr in die Nesseln gesetzt hat, dass er eigentlich in den Knast müsste. Das System mag eine gewisse Dynamik haben, dies kann aber erst nach längerer Spielzeit beurteilt werden.

Draufhauen im Gum-Gum-Stil

Die Kampfmechanik unterstützt zwei unterschiedliche Zweige, zwischen denen ihr jederzeit umschalten könnt und dies auch ausgiebig tun solltet.

Regel Nummer 1: Ruffy nicht sauer machen. Diese Regel hat der Angreifer hier wohl missachtet.Regel Nummer 1: Ruffy nicht sauer machen. Diese Regel hat der Angreifer hier wohl missachtet.

Da wäre einerseits die offensive Linie, die mit starken und effektvoll inszenierten Angriffen aufwartet, die auf Konfrontation ausgelegt sind, sowohl im Nah- als auch im Fernkampf. Andererseits gibt es zahlreiche Kampffähigkeiten, die eine eher heimliche Herangehensweise unterstützen. Gegner ungesehen von hinten ausschalten, die Umgebung scannen, schnell ausweichen anstatt zu blocken - auch das alles ist möglich.

Basis für diese Eigenschaften ist ein umfangreicher Skill Tree, in den ihr die Punkte investiert, die ihr durch Kämpfe und den Abschluss von Quests erhaltet. Manche Eigenschaften lassen sich auch mehrfach verbessern und sorgen so für immer höhere Erfolgschancen bei ihrem Einsatz.

Anfangs noch zögerlich, mit fortschreitendem Spielverlauf immer flüssiger und natürlicher haben wir selbst mitten im Kampf zwischen den beiden Varianten gewechselt, um für jede Situation das passende Move-Set parat zu haben. World Seeker hat eine niedrige Einstiegsschwelle, bietet aber erstaunlich variantenreiche Aktionsmöglichkeiten, vor allem im Kampf. Komplexität wie ein turnierfähiges Prügelspiel solltet ihr aber nicht erwarten.

So funktioniert das Haki-Kampfsystem:

Zu den erweiterbaren Fähigkeiten gehören auch Ruffys Fortbewegungsmöglichkeiten, die nicht zu unterschätzen sind. Mithilfe seiner dehnbaren Arme gelangt er auf Knopfdruck an höher gelegene Orte, mit wirbelnden Beinen lassen sich längere Passagen schwebend überwinden. Beides in Kombination kann zu gekonnt anmutender und schneller Fortbewegung führen, die ein wenig an Spider-Man erinnert. Nicht ganz so fulminant und flüssig, jedoch auf jeden Fall authentisch, spaßig und sinnvoll. Und wem das zu langsam vorangeht, der kann auch mit fortschreitendem Spielerfolg zahlreiche Schnellreisepunkte auf der Karte anwählen.

Eine Optik, die der Vorlage gerecht wird

One Piece - World Seeker verfügt über eine höchst leicht verdauliche Optik, die sich auch stark am Manga-Ursprung orientiert. Kräftige Farben, ausdrucksstarke Animationen, manchmal etwas platt wirkende Umgebungen (vor allem in Städten) ergeben insgesamt eine Welt, in der sich nicht nur "One Piece"-Fans wohlfühlen könnten.

Farbenfrohe Einblicke wie diese lassen die Welt von One Piece - World Seeker zum Leben erwachen.Farbenfrohe Einblicke wie diese lassen die Welt von One Piece - World Seeker zum Leben erwachen.

Aufgefallen sind die einfachen, aber umso stimmungsvolleren Lichteffekte. Das Spiel selbst vermittelt eine sommerliche, beinahe schon sorglose Atmosphäre, auch wenn Ruffy sich mit despotischen Machthabern anlegt und gegen bewaffnete Unterdrückung kämpft. Es entsteht aufgrund der Farbwahl, der einladenden Landschaften und dem schönen Beleuchtungsmodell ein virtueller Ort, an dem ihr euch mit hoher Wahrscheinlichkeit gerne aufhalten werdet.

Unterstützt wird dieser Eindruck noch durch die gelungene Musikbegleitung. Heroisch, dramatisch und treibend in den passenden Momenten (vor allem in Filmsequenzen), unaufdringlich und begleitend überall sonst. Puristen werden sich auch darüber freuen, dass die Sprachausgabe aller Voraussicht nach komplett auf Japanisch sein wird, Untertitel sind aber in mehreren Sprachen vorhanden, natürlich auch auf Deutsch.

Rein technisch gab es kaum was zu meckern. Zugegeben: Die Grafik ist nicht so dermaßen aufwändig, dass die Darstellung in die Knie gezwungen wird. Texturen, Konstrukte und Effekte sind hübsch anzusehen, erfordern aber keine Kapriolen von der CPU. Wichtig ist vor allem, dass auch in den Kämpfen alles rund läuft, denn die wiederum leben stark von der skurilen Optik und Ruffys Spezialattacken.

Meinung von Micky Auer

Ob ihr im Laufe des Spiels eine bombastische Geschichte erzählt bekommt, die mit ganz viel Melodram eure emotionale Welt aus den Angeln hebt, kann ich nach ein paar Stunden im Spiel unmöglich beurteilen. Ganz ehrlich: Es sieht nicht danach aus. Irgendwie empfinde ich das aber auch als egal. One Piece - World Seeker lebt von seiner einfachen, aber eingängigen Darstellung, den starken Charakteren und einer Welt, die schon millionenfach für Begeisterung gesorgt hat. Was soll man da jetzt noch großartig neu erfinden? Scheint doch alles zu funktionieren!

Es sei aber auch erwähnt, dass World Seeker dennoch mehr ist als eine reine Abfolge von "One Piece"-Plattitüden, um die Fans glücklich zu machen. Das Entwickler-Team hat sich schon Gedanken darüber gemacht, wie die bestehenden Figuren und Hintergründe sinnvoll eingesetzt und in einen passenden spielerischen Kontext gebracht werden könnten.

Was dabei herausgekommen ist, folgt einer einfachen Formel, die sich schon in vielen anderen Spielen bewährt hat. Ja, es gibt vieles, das man schon in der einen oder anderen Form gesehen oder gespielt hat, aber der spieltechnische Unterbau erweist sich als tragfähig genug, um ein Abenteuer dieser Machart zu unterstützen.

Damit zeigt sich das Spiel auch in keinem Aspekt besonders tiefgründig oder komplex, macht aber trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) Spaß. Nichts davon ist wirklich neu, aber so gut wie alles davon ist One Piece. Nach mehreren Stunden auf den Prison Islands habe ich den Controller jedenfalls nur ungern aus der Hand gelegt und wollte "nur noch diese eine Quest" zu Ende bringen. Der Spielertyp "Jäger und Sammler" wird seine Freude daran haben. Ob es sich dabei auch um einen "One Piece"-Fan handelt, ist beinahe nebensächlich.

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Tags: Anime  

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