Vorschau Days Gone: 2 Hoffnungen und 2 Bedenken, die wir nach dem Spielen haben

von Matthias Kreienbrink (06. März 2019)

Begleitet mit dem Geruch von Gegrilltem und den Geräuschen eines Motorrades konnten wir in einer etwas abgelegenen Location drei Stunden Days Gone anspielen, das am 26. April für die PlayStation 4 erscheinen soll. Einiges hat uns dabei gefallen, doch haben wir auch Bedenken. Hier erfahrt ihr von zwei Hoffnungen und zwei Dingen, die uns etwas Stirnrunzeln bereiten.

Was konnten wir spielen?

Zunächst hat uns Sony den Anfang des Spiels zocken lassen. Etwa eine Stunde konnten wir erkunden, wie die Welt zusammenbrach, wie der Protagonist Deacon St. John von seiner Frau getrennt wurde und nun mit einem Freund zusammen in der offenen Spielwelt überleben muss. Dabei zeigte uns ein Tutorial die üblichen Spielmechanismen: Schleichen, rennen, Fährte aufnehmen, Motorrad bedienen, schießen.

So gestaltet sich der Überlebenskampf in Days Gone:

Danach wurden wir in einen etwas späteren Teil des Spiels katapultiert. In diesem hatten wir nicht nur eine bessere Bewaffnung, sondern konnten auch einen großen Teil der offenen Spielwelt bereisen. Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen Missionen, die wir an- und abwählen konnten und zogen so durch die Welt, die von sogenannten Freakers - zombieähnliche Wesen, die alleine oder in Horden durch die Gegend streifen - durchzogen ist. Auch lernten wir in diesem späteren Teil mehr über die Hintergrundgeschichte, die sich auch darum dreht, wie es zu dem Zusammenbruch der Welt kam.

Was haben wir dabei erlebt?

Wir sind durch einen Tunnel geschlichen, in dem wir Nester der Freaker mit Molotov Cocktails ausgebrannt haben. Das ist ein wichtiger Bestandteil des Spiels, da die Population dieser gefährlichen Wesen auf diese Weise eingeschränkt werden kann. Gehen die Nester in Flammen auf, gilt es jedoch die Freaker zu erledigen, die aus dem Feuer rennen.

Genauso sind wir auf Schwärme gestoßen. Das sind Zusammenrottungen von mehreren Freakern, die durch die offene Spielwelt ziehen und eine große Bedrohung darstellen, da sie kaum zu besiegen sind. Haben wir nicht ausreichend Bewaffnung, ist es besser, die Füße in die Hand zu nehmen und zu einem späteren Zeitpunkt an den Ort zurückzukommen.

Doch auch gegen Banditen haben wir gekämpft, die sich in Lagern in der Welt eingerichtet haben und von diesen gut bewacht werden. Entweder schleichend oder im offenen Gefecht gilt es hier, alle Gegner zu besiegen. Denn passend zu Postapokalypse sind die Menschen mindestens genauso gefährlich wie die mutierten Wesen, die die Spielwelt bevölkern.

Einen großen Teil unseres Erlebnisses hat der Umgang mit dem Motorrad ausgemacht. Mit diesem fahren wir nicht nur durch die offene Spielwelt, entkommen Freakern oder Menschen, auch gilt es, sich gut um das Gefährt zu kümmen. So muss es etwa immer mal wieder repariert werden - eine Anzeige gibt an, wie gut das Motorrad noch in Schuss ist. Ebenso mussten wir aber auch nach Benzin suchen, um das Fahrzeug weiterhin betreiben zu können. Wenn das Benzin alle ist und wir gerade von einer Horde verfolgt werden, kann das zu echten Problemen führen.

Zwei Hoffnungen, die wir nach dem Spielen haben.

1. Eine Atmosphäre der ständigen Bedrohung.

Ein Zombie-Spiel, gerade eines, das in einer offenen Spielwelt angesiedelt ist, steht und fällt mit der Atmosphäre. Damit so ein Spiel hier gut funktioniert, braucht es ein konstantes Gefühl der Bedrohung, die ständige Angst vor der Umgebung, die einem nichts Gutes will. Aufgebrochen werden sollte diese nur durch einzelne Orte werden, die Unterschlupf gewähren und in denen man kurz durchatmen kann.

Days Gone schafft diese Atmosphäre vor allem dann, wenn man einer Horde begegnet oder etwa ein Gelände untersuchen möchte, ohne von den Freakern entdeckt zu werden. Denn diese sind wirklich überall - auf Dächern genauso wie in Kofferräumen von Autos. Besonders, wenn dann auch noch das Benzin knapp wird und wir überlegen mussten, wie wir nun am besten vorgehen und wo wir Nachschub finden könnten, kam diese bedrohliche Atmosphäre auf, die uns gut gefallen hat. Wir hoffen, dass diese im fertigen Spiel noch mehr unterstrichen und bei uns für schweißnasse Hände sorgen wird.

2. Eine Geschichte, die nicht untergeht.

Oft ist es in Spielen mit einer Open World so, dass die Geschichte ziemlich untergeht. In der Größe der Spielwelt und den schier unendlich erscheinenden Missionen, Nebenmissionen, sammelbaren Gegenständen oder anderen Entdeckungen vergisst man schnell, was man hier eigentlich gerade tut - und wieso. Ein richtiger Spannungsbogen kommt so nur selten zustande.

Hier erfahrt ihr etwas über die Story von Days Gone:

Nach den drei Stunden, die wir mit Days Gone verbringen konnten scheint es uns so, als würde die Geschichte hier sehr viel stärker im Fokus stehen. Sowohl das Schicksal von Deacons Frau - die Hochzeit könnt ihr euch im Trailer oben ansehen - als auch die Ursache für den Ausbruch der Seuche werden in der Geschichte behandelt.

Es gibt Rückblenden auf die Zeit davor und wir erfahren von einem Unternehmen, das wohl hinter dem Ausbruch stecken könnte. Sollte sich unsere Hoffnung bestätigen, wird Days Gone also nicht nur eine große offene Spielwelt bieten, sondern durch diese wird sich auch eine Geschichte ziehen, die es wert ist, sie zu erkunden.

Zwei Bedenken, die wir nach dem Spielen haben

1. Ist das wirklich neu?

Days Gone hat viele Elemente, die man schon aus anderen Spielen kennt. Auf dem Anspiel-Event wurde auch nochmal unterstrichen, dass die Entwickler nun schon seit sechs Jahren an dem Spiel arbeiten. Nach dem Ausprobieren sorgen wir uns ein wenig darum, dass man dem Spiel diese Jahre anmerkt, denn Neues scheint es kaum zu bringen. Vielmehr wirkt es so, als habe man Elemente aus Spielen wie Dead Rising 4 und State of Decay ebenso wie Mechaniken aus Assassin's Creed oder Far Cry genommen und zu einem Mosaik zusammengesetzt.

Beim Anspielen wirkte dieses Mosaik nicht immer wie aus einem Guss, ging es doch manchmal etwas ruckartig von einer Schleich-Episode zu einem offenen Schusswechsel zu einer Zwischensequenz, doch kann dieser Umstand noch der Tatsache geschuldet sein, dass solche technischen Ungereimtheiten erst in den letzten Monaten der Entwicklung beseitigt werden. Dies betonte Sony auch nochmal: Bei dieser Version handelte es sich nicht um die finale Version, die so im Laden stehen wird. An dem Spiel wird noch gearbeitet.

Doch auch einige der Missionen und Nebenaufgaben wirken altbekannt: Besiegt X Gegner, um ein feindliches Lager auszuheben, spürt eine Überlebende auf, indem ihr ihre Fußspuren mit deinem Fährten-Sinn aufdeckt. So oder so ähnlich hat man das schon in vielen anderen Spielen erlebt. Das muss nicht schlecht sein - auch Altbewährtes kann viel Spaß machen und Spaß hatten wir beim Anspielen durchaus. Doch begegnete uns noch teilweise eine KI die nicht sonderlich helle zu sein scheint. Besonders menschliche Gegner haben uns teilweise dann noch nicht entdeckt, als wir schon direkt neben ihnen standen.

2. Wird das noch komplexer?

An dieser Stelle soll es gar nicht um die Mechaniken oder die Herausforderungen des Spiels gehen, sondern um die Spielwelt selbst. Denn an einigen Stellen, hat es uns da noch an Komplexität gefehlt. Als Beispiel wollen wir das Gut-Böse-Schema nehmen, das wir in den drei Stunden des Anspielens erleben konnten.

Wie schon erwähnt, gibt es in der Welt von Days Gone auch viele menschliche Gegner. Oftmals trifft man diese in Lagern an, die wir durch Zufall entdecken und die es sich lohnt auszuheben, um an Erfahrungspunkte und nützliche Gegenstände zu kommen. Doch wieso sollen wir diese Leute eigentlich um die Ecke bringen? Weil sie "böse" sind? Das wirkt in einer Spielwelt, die so viel Wert auf Geschichte zu legen scheint ziemlich unterkomplex.

Zwar murmelt Deacon etwas von Mördern und Dieben, wenn er auf ein solches Lager zufährt, doch klingt das noch nach einer ziemlich klischeehaften Begründung. Daher lautet unsere Sorge, dass sich Days Gone zu sehr an bekannten Story-Klischees bedienen wird, anstatt eine originäre und originelle Welt zu schaffen, die sich wirklich lebendig und organisch anfühlt. Wir hoffen, dass wir nicht auf auswechselbare Gegner schießen werden, die nichts zur Dichte der Welt beitragen, sondern Pappaufsteller sind, die man umlegen muss, weil das eben dazu gehört in einem solchen Spiel.

Ihr seht, noch sind wir etwas Zwiegespalten bei dem Blick auf Days Gone. Wie uns das Spiel schlussendlich gefällt, werdet ihr natürlich zum Release am 26. April auf spieletipps nachlesen können. Bis dahin sind es noch ein paar Wochen, in denen die Entwickler fleißig justieren und nachbessern können.

Tags: Open World  

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