Test Sekiro - Shadows Die Twice: Die Weiterentwicklung von Souls-Like

von Stefan Wirth (21. März 2019)

In den vergangen Jahren hat Entwickler From Software mit der Souls-Reihe und Bloodborne eine Dynastie von Spielen geschaffen, die wegen ihres Schwierigkeitsgrades geliebt, aber auch gefürchtet werden. Dieses Erbe tritt nun Sekiro - Shadows Die Twice an, macht dabei aber eine ganze Menge anders. Spricht das neue Werk die treuen Fans noch immer an?

"Das ist zu leicht!", "Das ist etwas für Casuals!", "Das ist nicht mehr Souls-Like!", sind nur einige der Vorwürfe, die im Vorfeld zu Sekiro - Shadows Die Twice geäußert wurden. Das überrascht nur wenig, denn Sekiro mischt die bereits etablierte Formel des Souls-Like mächtig auf. Wiederauferstehung, das Behalten von Ressourcen nach dem Tod und sogar eine Pausenfunktion sind nur ein paar der Änderungen, die Sekiro mit sich bringt.

Wenn ihr mit Sekiros neuem Kampfsystem nicht ganz zurechtkommt, hilf euch vielleicht dieses Video:

Segen oder Fluch: Die Gabe der Wiederauferstehung

In Sekiro erstellt ihr nicht wie in den Soulborne-Spielen einen eigens geschaffenen Recken, sondern schlüpft in die Rolle des titelgebenden Shinobi. Sekiro stammt aus dem Japanischen und bedeutet zu Deutsch einarmiger Wolf. Dieser Name kommt natürlich nicht von ungefähr, denn zu Beginn der Handlung verliert der "Wolf" auf einer Rettungsmission seinen linken Arm - aber nicht nur diesen. Auch sein Meister, das junge Drachenblut Kuro, wird entführt.

Als Sekiro in einem Tempel neben einem Bildhauer wiedererwacht, hat er eine Prothese als Ersatz für seinen linken Arm und eine Mission - seinen Meister finden und diesen um jeden Preis beschützen. Mit dieser Aufgabe bereist ihr die Burg Ashina, die Bauten aus dem feudalen Japan des 15. Jahrhunderts nachempfunden ist. Außerdem werdet ihr hier auch den einen oder anderen Tod erleiden, doch Sekiro ist gesegnet - oder verflucht - mit der Gabe der Wiederauferstehung.

Der Tod - trotz Unsterblichkeit euer stetiger Begleiter.Der Tod - trotz Unsterblichkeit euer stetiger Begleiter.

Kuro spendete einen Teil seines Drachenblutes an Sekiro, um diesen vor dem Tod zu retten und unsterblich zu machen. Diese Macht ermöglicht euch im Spiel nach dem Ableben an Ort und Stelle wieder aufzuerstehen. Danach muss sich die Fähigkeit allerdings wieder regenerieren. Diese Macht wollen aber auch andere für sich haben, weshalb Sekiro nicht der einzige ist, der sich auf die Suche nach Kuro begibt. Jedoch begegnet der Wolf auch Mitstreitern, die ihm bei seiner Mission zur Seite stehen.

Aller Anfang ist besonders schwer

Während der Wolf sich mit dem Verlust seiner Fähigkeiten konfrontiert sieht, werdet ihr eine Weile brauchen, um euch an das Kampfsystem zu gewöhnen - das gilt auch für altbewährte Soulsborne-Veteranen. Die bekannte Technik "Hit and Run" funktioniert nicht mehr. Es ist nämlich nur noch nebensächlich die Gesundheit eures Gegners zu minimieren. Viel wichtiger ist es, ihn aus der Haltung zu bringen. Das schafft ihr nur mit einer geschickten Mischung aus Angriffen, Paraden und dem Einsatz eurer Prothesen-Werkzeuge.

Ist euer Gegner einmal aus der Balance geraten, öffnet sich das Fenster für einen Todesstoß, der die Gesundheit automatisch auf null reduziert - ausgenommen die von Bossen, die häufig zwei Gesundheitsbalken oder mehr haben. Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn einige Attacken lassen sich nur auf eine bestimmte Art und Weise kontern. Geduld, mehrere Anläufe und das Verstehen der Gegner sind die Schlüssel zum Erfolg. Es ist wichtig zu verstehen, dass Gesundheit und Haltung Hand in Hand gehen, denn je weniger Gesundheit ein Gegner hat, desto langsamer regeneriert sich dessen Haltung. Das bringt euch schneller zum angestrebten Todesstoß.

Der unsterbliche Samurai Hanbei - ein wertvoller TrainingspartnerDer unsterbliche Samurai Hanbei - ein wertvoller Trainingspartner

Auch wenn es so klingen mag, ist das alles andere als einfach. Besonders Bosse verlangen euch präzises Timing und ständige Konzentration ab. Das Haltungssystem gilt übrigens genauso für euch. Auch wenn ein Balance-Verlust für euch nicht im sicheren Tod resultiert, macht dieser euch trotzdem angreifbar. Im Startgebiet, dem maroden Tempel, trefft ihr aber glücklicherweise auf den unsterblichen Samurai Hanbei, der euch jederzeit als Trainingspartner zur Verfügung steht. Gerade zu Beginn des Spiels ist es sinnvoll, ein wenig Zeit bei ihm zu investieren, damit ihr für die kommenden Kämpfe gewappnet seid.

Stille unterscheidet den Shinobi vom Samurai

Eine Sache fällt direkt zu Beginn auf - Sekiro spielt sich deutlich "Stealth"-lastiger als die Soulsborne-Spiele. Die meiste Zeit versucht ihr euch ungesehen an eure Feinde heranzuschleichen und diese so zu eliminieren. Zwar ist es euch freigestellt, die Gegner-Massen direkt anzugreifen, in einem Gefecht mit mehr als drei Widersachern zieht ihr jedoch häufig den Kürzeren, es ergibt also durchaus Sinn sich euren Feinden aus den Schatten zu nähern.

Schleichangriffe töten normale Gegner sofort und reduzieren die Gesundheit von Bossen drastisch.Schleichangriffe töten normale Gegner sofort und reduzieren die Gesundheit von Bossen drastisch.

Dass ihr schleichend unterwegs seid, bedeutet aber noch lange nicht, dass ihr euch nur langsam durch die Spielwelt bewegt. Die Prothese des Wolfs ist nämlich mit einem nützlichen Greifhaken ausgestattet. Dieser erlaubt es euch, über die Köpfe der Gegner hinweg, auf Dächer, Äste oder Vorsprünge zu schwingen. Dadurch wird das Level-Design um einiges vertikaler und komplexer, denn es erlaubt euch schwierige Feinde ungesehen zu umgehen und aus dem Hinterhalt auszuschalten.

In den normalen Gebieten der Spielwelt werden eure Schleichkünste viel stärker als eure Kampfkünste auf die Probe gestellt. Eine ratsame Taktik ist es, sich einen Überblick über das Gebiet zu verschaffen, starke Gegner und Fernkämpfer hinterrücks zu eliminieren und schlussendlich die verbliebenen Nahkämpfer im offenen Gefecht zur Strecke zu bringen. So schafft ihr die meisten normalen Areale häufig schon in ein bis zwei Versuchen und findet euch am nächsten Schrein - dem Äquivalent der Leuchtfeuer aus Dark Souls - oder bei einem Boss wieder.

Von Bossen und kleineren Bossen

Die Wege zu den Bossen gestalten sich häufig recht einfach, da ihr mit wenigen Ausnahmen die Gegner bis dahin umgehen könnt. Seid ihr jedoch erst einmal bei einem Boss angekommen, entfaltet Sekiro das ganze Potenzial seines Kampfsystems. Ein wahrer Attacken-Hagel stürzt auf euch ein und ihr werdet nur wenige der Bosse, wenn überhaupt, im ersten Anlauf besiegen.

Das Haltungssystem vergibt nichts. Schon eine einzige falsch parierte Attacke kann den Bildschirmtod bedeuten. Zwar habt ihr, wie eingangs erwähnt, die Fähigkeit an Ort und Stelle wieder aufzuerstehen, jedoch könnt ihr das nur maximal ein Mal pro Boss-Phase. Das macht die Bosskämpfe einerseits sehr frustrierend, sorgt aber andererseits für umso mehr Befriedigung, solltet ihr doch endlich siegreich sein. Wiederholung und Vertrautheit mit den Angriffsmustern sind die Schlüssel zum Erfolg. Einst gefürchtete Attacken werden dann zu heiß erwarteten Gelegenheiten für geschickte Konter.

Shinobi-Exekution - der befriedigendste Bildschirm in Sekiro.Shinobi-Exekution - der befriedigendste Bildschirm in Sekiro.

Bis ihr aber Überhaupt auf den ersten Boss trefft, kann einige Zeit vergehen. Fünf Stunden kann es dauern, bis ihr den ersten story-relevanten Boss bekämpft. Davor schleudert euch Sekiro aber eine Menge Zwischenbosse entgegen. Manche von ihnen müsst ihr bekämpfen, andere könnt ihr vorerst umgehen und das solltet ihr auch tun.

Denn auch wenn es nur Zwischenbosse sind, haben es viele von ihnen faustdick hinter den Ohren. Im Gegensatz zu den Story-Bossen könnt ihr ihnen meistens direkt eine Gesundheitsleiste durch einen Schleichangriff nehmen, dennoch sind sie häufig ungleich stärker als erstere. Es ist also keine Schande erst einmal weiterzuerkunden und später zurückzukehren - das solltet ihr aber auf jeden Fall.

Weiter mit: Erzähltechnik, Meinung und Wertung

Inhalt

Tags: Singleplayer  

Erkennt ihr die Pokémon anhand ihrer Pokédex-Einträge?

Quiz: Erkennt ihr die Pokémon anhand ihrer Pokédex-Einträge?

Der Pokédex darf bei keinem Pokémon-Trainer fehlen. Er versorgt euch mit wichtigen Informationen über (...) mehr

Weitere Artikel

Gute Angebote für Strategie- und Action-Fans

GoG-Sale: Gute Angebote für Strategie- und Action-Fans

Es ist Angebotswoche bei GoG und ihr bekommt einige Spiele teils erheblich reduziert. Aber auch einige Neu (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Sekiro (Übersicht)
* Werbung