Generation Zero: Wir haben es gespielt, damit ihr es nicht müsst

(Special)

von Michael Sonntag (26. März 2019)

Im Schatten der großen Releases könnt ihr ab heute auf einen speziellen Shooter treffen. Die Teenager der Generation Zero wollen keine Rockstars oder YouTuber mehr werden, ihre Bestimmung ist es, Roboter in Schweden zu jagen. Ich habe mich auf den Trip eingelassen, um dann aber ganz schnell wieder den Heimweg anzutreten.

Roboter, Teenager, Schweden in den 80ern und nein, das sind keine zufälligen Quiz-Kategorien:

Da lässt man die Eltern einmal alleine ...

... und schon wurde die gesamte Heimat von einer Schar Roboter überfallen, während ich selbst - einer Intro-Textbox in Generation Zero zufolge - auf einem Schulausflug gewesen bin.

Auch wenn dem idyllischen Kuhland etwas Action ganz gut tut, will ich als rotzfreche Teenager-Göre natürlich nicht auf die Privilegien der modernen Welt verzichten und muss deshalb dieses Mysterium schnell aufklären. Selbstverständlich mit Rucksack, Karte und Maschinengewehr ausgestattet, wie es sich für einen "B-Movie"-Plot gehört.

In der Spielwelt aufgeschlagen - die auf den ersten Blick wirklich gut ausschaut - stürme ich ins erste Haus, um nach alter Survival-Manier alles einzusammeln, was ich finde: Radio, Benzinkanister, einen alten Handschuh, es könnte ja sein, dass ich die Objekte irgendwann zu einer ultimativen Waffe zusammenzimmern kann. (Spoiler: Nein, kann ich nicht).

Die Spielwelt bietet mit ihrer Bodenständigkeit eine willkommene Abwechslung zum typischen Shooter-Alltag, besteht im Grunde aber nur aus hunderten Quadratkilometern Langeweile.Die Spielwelt bietet mit ihrer Bodenständigkeit eine willkommene Abwechslung zum typischen Shooter-Alltag, besteht im Grunde aber nur aus hunderten Quadratkilometern Langeweile.

Die Stille und Leere erzeugen zunächst eine wirklich unheimliche Atmosphäre, vergleichbar mit der aus Slender - The Arrival. Etwas Böses hat sämtliches Leben vertrieben, befindet sich aber immer noch hier und versteckt sich, lauert, beobachtet mich.

Ich habe das Gefühl, selbst wenn ich fünf Kilometer in eine Richtung flüchte, komme ich keinen Meter von dieser unfassbaren Bedrohung weg. (Spoiler: Wie ich später herausfinde, verbirgt sich hinter dieser Bedrohung irgendwann nur noch meine Langeweile - Diese Welt ist nicht nur leer, sie ist das pure Nichts).

An einem Polizeiauto treffe ich auf den ersten Roboter-Feind. Ich sehe ihn an, sein optisches System sieht mich an - und nachdem wir dutzende Kugeln abgegeben und ein paar auch ihr Ziel getroffen haben, liegt der mechanische Vierbeiner besiegt da. „Hat das Spaß gemacht?“, frage ich mich, den Schrotthaufen und den Baum rechts von mir. Aber wir sind alle ahnungslos.

Der Kampf steuert sich merkwürdig: Es gibt wenig Treffer-Feedback und das Zielen geht unpräzise von der Hand.Der Kampf steuert sich merkwürdig: Es gibt wenig Treffer-Feedback und das Zielen geht unpräzise von der Hand.

Der schwedische Limbus

Die erste halbe Stunde in Generation Zero erliege ich der Illusion, ein Spiel zu zocken, in dem ich als Teenager durch eine unheimliche Welt laufe, verdammt zähe Roboter ausschalte und ein großes Mysterium aufdecke.

Aber in Wirklichkeit laufe ich durch eine lieblos gestaltete und viel zu große Spielwelt, in der ich kein funktionstüchtiges Auto finden kann, gegen Roboter kämpfe, denen jedes Mittel recht ist, um mich zu töten, auch durch Wände glitchen, und eine Geschichte finde ich hier auch nicht wirklich.

Während ich zuvor die Roboter um jeden Preis gemieden habe, suche ich sie irgendwann absichtlich auf und knalle sie ab, nur um mich nicht länger einsam zu fühlen. Denn was soll ich sonst tun? Noch sechs weitere Radios einsammeln? Zwanzig weitere Häuser untersuchen, die allesamt gleich aufgebaut sind?

Ich laufe ziellos weiter, die Straßen entlang, vorbei an Städten, durch die Wälder, auf der Suche nach etwas Spannendem, und frage mich, ob das nicht alles nur ein Traum ist. Ob ich auf dem Heimweg durch einen Unfall umgekommen bin und mich jetzt in der schwedischen Teenager-Hölle befinde. Ob ich dafür büße, meine Heimat langweilig genannt und meine Nase nur in Scifi-Comics gesteckt zu haben.

Ich weiß, dass ich noch andere Mitspieler einladen könnte, um mit ihnen gemeinsam gegen die Roboter und Langeweile zu kämpfen, aber ich denke mir, dass es für ihr Seelenheil das Beste ist, sie nicht auch noch mit hierein zu ziehen. Ein Büßer reicht.

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