PS4-Schrott: Junge muss wegen schlechter Noten seine Konsole zerstören

von René Wiesenthal (04. April 2019)

Es ist sicher kein leichter Anblick für gestandene PlayStation-Fans. Und doch geht das Video gerade im Netz viral, in dem ein Junge seine PlayStation 4 mit einem Brecheisen zertrümmert. Das macht er allerdings nicht zum Vergnügen, sondern weil sein Vater ihn dazu zwingt.

Videospielkonsum kann Ausmaße annehmen, die nicht mehr gesund sind. Für den Körper, fürs Sozialleben, aber auch für die schulischen Leistungen. Letzteres hat ein besorgter Amerikaner bei seinem Sohnemann befürchtet und zieht drastische Konsequenzen aus dessen sich verschlechterndem Notenspiegel: Der Sohn muss die geliebte Spielekonsole, an der er für den Geschmack des Vaters wohl etwas zu viel Zeit verbringt, vor laufender Kamera zu Schrott verarbeiten.

In dem Video, das der Vater Tre Cosby auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichte, steht der Sohn im Fortnite-Pulli in der Einfahrt des Familienhauses. Vor ihm seine in einen Beutel gewickelte PlayStation 4. Der Vater drückt dem Jungen zuvor ein Brecheisen in die Hand und fordert ihn nun auf, das Gerät damit zu zerstören. Später folgt eine Behandlung mit einem riesigen Stein:

Der „krönende“ Abschluss der Prozedur kommt, als Tre Cosby in seinen Mustang steigt, um noch einmal über die PlayStation zu fahren. Ein Moment, der für Gaming-Fans sicher schmerzhaft ist.

Tre hat dieses Vorgehen bei der Erziehung seines Sohnes übrigens bereits in der Vergangenheit gewählt und öffentlich gemacht. Um den Jungen fürs Stehlen zu bestrafen, fuhr er in einem Video aus dem Jahr 2015 über dessen Xbox 360:

Über die Maßnahmen des Vaters lässt sich freilich streiten. Sicher gibt es aus pädagogischer Sicht eine Menge an dieser Art der Bestrafung auszusetzen. Was allerdings nicht kleinzureden ist, sind die Risiken von übermäßigem, problematischen Gaming-Verhalten.

Die so genannte Gaming Disorder ist mittlerweile eine von der WHO anerkannte Krankheit, eine kürzlich veröffentlichte Studie der Krankenkasse DAK weist deutlich auf problematisches Verhalten junger Spieler in Deutschland hin.

Solltet ihr oder Personen in eurem Umfeld einen problematischen Umgang mit Videospielen pflegen, ihr das Gefühl haben, dass infolge eures Spielverhaltens eure oder die Gesundheit anderer in Mitleidenschaft gezogen wird, habt keine Scham, euch an entsprechende Beratungsstellen zu wenden! Eine erste Anlaufstelle bietet euch die deutsche Telefonseelsorge, die ihr unter den Nummern 0800/1110111 und 0800/1110222 kostenfrei erreicht.

Natürlich gibt es trotz der Ernsthaftigkeit des Problems der Videospielsucht aber auch immer wieder Meldungen und Berichte, die von einer verzerrten, oberflächlichen Betrachtung des Problems geprägt sind. So hat Fußball-Trainer Ralph Hasenhüttl in einem kürzlich veröffentlichten Statement verkündet, er verbiete seinen Spielern das Zocken im Hotel und zog Vergleiche zwischen Spielen und Drogenkonsum. Auch andere Medien probieren sich manchmal eher unbeholfen an der Thematik.

Findet ihr das Video und die Maßnahme vom Vater witzig oder seht ihr es als problematisch, wie er mit dem Jungen und seiner Konsole umgeht? Was würdet ihr denn möglicherweise als sinnvoller erachten, wenn die Noten des Kindes unter dem Videospielkonsum leiden? Schreibt uns eure Ansichten in die Kommentare!

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Tags: Video  

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