Schwierigkeitsgrad: Braucht jedes Spiel einen Easy-Mode? - Seite 2 (Special)

Easy-Mode zerstört die Motivation der Spieler

Eines der am meisten genannten Argumente gerade von Fans der Darksouls-Spiele ist, dass die Motivation und das Gefühl, etwa Großes geschafft zu haben, durch einen Easy-Mode flöten gehen würde. "Abgesehen davon, dass es keine besondere Leistung mehr ist, ein Spiel durchzuspielen, verkümmert dadurch der Ehrgeiz der Spieler immer mehr. Das merke ich auch an mir selbst. Wenn ich mal feststecke, schalte ich gerne mal den Schwierigkeitsgrad runter, anstatt es weiterzuprobieren", schreibt daher auch Sergej. Und auch unser User Markus teilt diese Meinung: "Auf gar keinen Fall! Wenn zum Beispiel Dark Souls einen Easy-Mode hätte, wäre das Erfolgsgefühl weg."

Spiele wie Dark Souls oder Sekiro - Shadows Die Twice dienen einigen Spielern eben auch als Möglichkeit, sich zu beweisen. Zu üben, zu lernen, die Zähne zusammenzubeißen - und dann schlussendlich zu siegen. Daher liegt bei einigen dann vielleicht auch die Angst nahe, dass ein Easy-Mode, selbst wenn er optional wäre, dieses Erfolgserlebnis nehmen könnte. Denn dann könnte ja theoretisch jeder dieses Spiel durchspielen und es gäbe keine Möglichkeit mehr, sich als Veteran dieser Spielereihen zu inszenieren. Doch das führt uns direkt zum letzten Argument, das in dieser Diskussion oft genannt wird.

Der Schwierigkeitsgrad ist eure Entscheidung

Sollte es einen Easy-Mode in einem Videospiel geben, so das Argument, wird ja niemand dazu gezwungen, diesen auch zu nutzen. Wer sich beweisen, sein Können auf die Probe stellen möchte, der kann das nach wie vor tun. "Wer will spielt es so hart, wie es die Entwickler vorgesehen haben. Wer nicht weiterkommt, kann sich im Spiel helfen lassen, damit er nicht stundenlang gegen eine Wand rennt, frustriert ist und dann das Spiel beendet", meint Daniel dazu. Das würde aber eben auch ein Umdenken bei einigen Entwicklern bedeuten. Immer mehr Menschen spielen Videospiele - die wenigsten davon haben jedoch die Zeit oder die Lust, Stunden ins Grinden oder Üben zu stecken. Wollen die Entwickler also auch diese Spieler erreichen, wäre ein Easy-Mode fällig.

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Auch unter euch sind viele - mehr - dabei, die genau so denken: Ein Easy-Mode würde euch die Entscheidungsfreiheit geben, selbst zu entscheiden. "Also ich fände es gut, ich habe leider bei manchen Spielen Probleme wenn es nur einen oder zwei Modi gibt. Außerdem macht es auch mal Spaß, richtig durchrennen und Gegner abschlachten zu können", schreibt etwa unsere Userin Lina.

Das 2D-Spiel Cuphead hat einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad. Wieso das Spiel keinen Easy-Mode hat, fragten sich zum Release einige Spieler.Das 2D-Spiel Cuphead hat einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad. Wieso das Spiel keinen Easy-Mode hat, fragten sich zum Release einige Spieler.

Mehrere Schwierigkeitsgrade könnten dazu beitragen, dass ihr euren eigenen Spiel-Stil findet. Und auch unser User Robert sieht das so: "Die Frage stellt sich nicht. Einfach die Modi einbauen und der Gamer entscheidet welchen er spielt. Egal ob Easy, Middle oder Heavy. Ich denke wir sind mündig genug, das zu entscheiden."

Abschließend bringt unser Redakteur Alexander jedoch noch einen wichtigen Punkt zu dieser Entscheidungsfreiheit: "Unabhängig davon, ob die angebotenen Schwierigkeitsgrade das Spiel einfacher oder schwerer machen, sollte klar erkenntlich sein, welcher Schwierigkeitsgrad der von den Entwicklern beabsichtigte ist. Sollte etwa Dark Souls einen leichteren Schwierigkeitsgrad bekommen, sollte allen klar sein, dass diesem ein wesentlicher Teil der intendierten Spielerfahrung und Faszination fehlt."

Das wäre dann also ein guter Kompromiss zwischen dem Argument, dass die Vision der Entwickler nicht untergraben werden sollte und dem Ansatz, dass möglichst allen der Zugang zu einem Spiel geboten werden sollte. Wenn immer klar ist, welcher Modus die Intention der Entwickler repräsentiert und sich genau so spielt wie es geplant war - dann sollte auch die Entscheidung einfacher fallen. Wollt ihr die Vision der Entwickler erleben, oder so spielen, wie ihr es wollt?

Die Frage, ob jedes Spiel einen Easy-Mode haben sollte, ist also gar nicht so einfach zu beantworten. Die Argumente sind komplex und die Perspektiven vielseitig. Und jeder muss wohl für sich entscheiden, was er oder sie für richtig hält. Doch ist es sicher begrüßenswert, wenn Videospiele als Medium zugänglicher würden. Dass dazu dann auch Zugänge für Menschen mit Behinderungen gehören, ist nochmal ein ganz anderes Thema. Eines aber, über das wir auch bald berichten werden.

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