Mortal Kombat: Darum bin ich seit Jahren ein Fan der Reihe

(Kolumne)

von Martin Seng (21. April 2019)

Seit 1992 ist die "Mortal Kombat"-Reihe eine feste Größe auf dem Markt der Prügelspiele. Der mittlerweile elfte Teil der Reihe wird schon sehnsüchtig erwartet, doch die Reihe hatte nicht nur Höhepunkte. Warum ich ihr aber über die Jahre dennoch die Treue gehalten habe, möchte ich in den folgenden Zeilen erklären (Spoiler: es ist nicht nur wegen dem roten Pixelblut).

Wenn die "Mortal Kombat"-Reihe für eines berühmt-berüchtigt ist, dann ist es ihre exzessive Gewalt. Brutale Fatalities und Exekutionen in aller Deutlichkeit sind keine Seltenheit in der Reihe und gerade das sorgte für zahlreiche Diskussionen und Reformen im Jugendschutz in Bezug auf Videospiele. Doch die Spiele rund um Raiden, Sub-Zero und Scorpion sind so viel mehr als nur stupide Gewalt.

Trash, Humor und Blut

Im Gegensatz zu den großen Konkurrenten wie der Tekken- und "Street Fighter"-Reihe sind die "Mortal Kombat"-Prügler immer noch eine Spur abgehobener und skurriler. So etwas wie Realitätsnähe sucht ihr hier vergebens, stattdessen bekommt ihr wilde Kämpfe mit überzeichneten Charakteren, die teils coole, teils peinliche Einzeiler in die Kamera sprechen. Und das kurz nachdem sie ihrem Gegner die Wirbelsäule herausgerissen haben.

Gerade dieser, zugegeben sehr derbe Humor, war es, der mich die Reihe lieben gelehrt hat. Charaktere wie Johnny Cage, der an Action-Ikone Jean-Claude Van Damme angelehnt ist, nehmen sich selbst nicht ernst und wissen auch eigentlich, dass sie eine Lachnummer sind.

Die Hollywood-Grinsebacke Johnny Cage ist von Anfang an mit dabei.Die Hollywood-Grinsebacke Johnny Cage ist von Anfang an mit dabei.

Gerade diese Leichtfüßigkeit tut der Reihe gut, denn durch sie bekommen die ansonsten blutigen und harten Kämpfe eine humorvolle Note. Der Gewaltgrad der Reihe war seit jeher so extrem, dass er fast lachhaft wirkte. Und wenn dann noch ein muskulöser und grinsender Möchtegern-Filmstar in die Kamera zwinkert, könnt ihr doch gar nicht anders als kichern, oder? Obwohl ihr also meistens in den brutalsten Kämpfen verwickelt seid, habt ihr dabei stets ein Schmunzeln auf den Lippen.

Die "Mortal Kombat"-Reihe also nur auf ihre Gewalt zu reduzieren würde der Reihe nicht gerecht werden. Vielmehr zeichnen sich die kultigen Spiele durch ihren Trash-Charme aus, der durch Gewalt und Humor gleichermaßen zustande kommt.

B-Film-Ware oder Videospiel?

Die Kämpfe unter den Charakteren waren immer in einen Story-Modus eingewoben, der ehrlich gesagt mehr an einen mittelmäßigen B-Film erinnert als an eine wirklich gute und durchdachte Handlung. Doch gerade das ist das Kunststück der Reihe: eine vermeintlich simple, fast schon plumpe Story zu erzählen, die euch trotzdem gut unterhält.

Mortal Kombat 11: Raiden und Scorpion steigen in den Ring

Und ist es nicht letztendlich das, was ihr möchtet? Unterhalten werden? Diesen schwierigen Spagat zwischen 08/15-Handlung und dennoch guter Unterhaltung schafft die blutige Reihe in fast jedem ihrer Spiele. Ein Kunststück, das bisher nur wenige andere meistern konnten. Doch unter diesen Meistern spielt Mortal Kombat ganz weit oben mit.

Kleine Schrauben an den richtigen Stellen drehen

Seit 1992 kämpft Mortal Kombat mit der Konkurrenz um den Thron des besten Prügelspiels. Von ein paar Spielen wie Mortal Kombat - Special Forces und Mortal Kombat vs. DC Universe einmal abgesehen, hat die Reihe stets eine gute Figur dabei abgegeben. Insbesondere mit dem 2015 erschienenen zehnten Teil der Reihe, Mortal Kombat X, landete Entwickler NetherRealm Studios einen kleinen Geniestreich.

Im Gegensatz zur brachialen Präsentation folgen die Kämpfe einer äußerst fein justierten Mechanik.Im Gegensatz zur brachialen Präsentation folgen die Kämpfe einer äußerst fein justierten Mechanik.

Neben den üblichen Charakteren und Finishern kamen mehrere Movesets dazu, die ihr bei jedem Charakter individuell einstellen konntet, zusammen mit einer Vielzahl von Arenen. In diesen konntet ihr wiederum eure Umgebung gegen euren Gegner einsetzen, um etwa hinter ihn zu springen oder ihm einen Baumstamm entgegenzuwerfen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Mortal Kombat X eine große Fangemeinde um sich aufbaute, mehrere DLCs nach sich zog und für eine lange Zeit eine florierende eSport-Szene hatte. Doch gerade wegen diesem starken Auftritt liegen auf dem kommenden Mortal Kombat 11 große Erwartungen. Bisher hat die Reihe an den richtigen Stellschrauben gedreht, manchmal mehr, manchmal weniger.

Die Geschichte der "Mortal Kombat"-Reihe ist eine, die sich durch ihren Humor und ihre überspitzte Brutalität auszeichnet. Ob sich die Reihe mit dem nächsten Teil treu bleibt oder doch neue Wege einschlägt, erfahrt ihr rechtzeitig bei uns.

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