Test Days Gone: Das Gefühl der ständigen Bedrohung - was es gut, solide und nicht gut macht

von Matthias Kreienbrink (25. April 2019)

Die PlayStation 4 hat in kurzer Folge eine große Reihe an sehr guten Exklusivspielen bekommen. God of War, Spider-Man, Uncharted 4 - es scheint fast so, als könne man sich darauf verlassen, dass von Sonys Exklusivstudios Qualität zu erwarten ist. Nun erscheint mit Days Gone das nächste dieser vielversprechenden Spiele. In unserem Test erfahrt ihr, ob sich Days Gone in diese Erfolgsreihe einordnen kann.

Days Gone: Die Spielwelt in der Zombieapokalypse

Die harten Fakten zu Days Gone

Days Gone ist ein Action-Adventure das in einer offenen Spielwelt spielt, welche im Nordwesten der USA angesiedelt ist. Diese wird bevölkert von sogenannten Freakern: Zombie-ähnlichen Wesen, die durch eine Pandemie die größten Teile der Bevölkerung ausgelöscht haben. Ihr steuert Deacon St. John, der auf der Suche nach seiner Frau ist. Unterwegs seid ihr zu Fuß oder mit eurem Motorrad, das stets gewartet und aufgetankt werden will. Es handelt sich um ein Singleplayer-Spiel ohne Online-Modi. In Deutschland erscheint es mit einer USK-Freigabe ab 18 Jahren. Für die digitale Version müsst ihr mindesten 63 Gigabyte auf eurer Festplatte frei haben. Die Spielzeit beträgt etwa 30 Stunden, wenn ihr nur der Story folgt. Entwickelt wird es von Bend Studio.

Was Days Gone richtig gut macht

Days Gone bringt eine intensive Atmosphäre der ständigen Bedrohung

Wenn in Days Gone plötzlich eine Horde hinter euch her ist, werdet ihr diese bedrohliche Atmosphäre deutlich spüren.Wenn in Days Gone plötzlich eine Horde hinter euch her ist, werdet ihr diese bedrohliche Atmosphäre deutlich spüren.

Ein Zombiespiel - auch wenn die Entwickler diese Freaker nennen - in einer Open World muss wohl vor allem eines liefern, um gut zu sein: Atmosphäre. Anders als etwa in einem Resident Evil 2, das auf kleinstem Raum spielt und dadurch schon bedrohlich wirkt, muss ein Spiel mit einer offenen Spielwelt für eine atmosphärische Dichte sorgen, die euch ein ständiges Gefühl der Bedrohung bringt. Und genau das schafft Days Gone auch.

Wenn ihr etwa von einer Horde Freakern verfolgt werdet, dabei aber kaum noch Benzin in eurem Motorrad habt, kann schnell Panik aufkommen. Besonders in der Nacht, wenn die Freaker aus ihren Nestern kommen, müsst ihr sehr darauf achten, nicht zu viele von ihnen anzulocken. Denn die Menschenwesen achten auf eure Geräusche. Eine Fahrt durch die Nacht wird so zum Spießrutenlauf und nur eines der wenigen sicheren Lager kann euch wirklich zum Durchschnaufen bringen.
Days Gone erschafft also eine Atmosphäre, die auch einer Serie wie The Walking Dead ihre Substanz gibt. Es handelt sich um die wohl größte Stärke des Spiels.

Days Gone legt einen Schwerpunkt auf die Geschichte

In Zwischensequenzen und Rückblenden wird in Days Gone die Geschichte erzählt. Hier seht ihr Deacons Frau Sarah.In Zwischensequenzen und Rückblenden wird in Days Gone die Geschichte erzählt. Hier seht ihr Deacons Frau Sarah.

In Days Gone wird wirklich eine Geschichte erzählt, der es sich zu lauschen lohnt. Es ist eine Geschichte, die sich durch die offene Spielwelt zieht und ständig präsent ist. In vielen anderen Spielen mit einer Open World ist dies nicht der Fall. Oft vergisst man sogar, an welcher Stelle der Geschichte man gerade eigentlich ist. Days Gone hat eine ausgefeilte Dramaturgie, die durch Zwischensequenzen und Missionen fortgeführt wird.

Dabei verzichtet das Spiel weitgehend auf Dokumente wie Briefe oder Tagebucheinträge, in denen in anderen "Open World"-Spielen oft Teile der Geschichte erzählt werden. Ihr erfahrt immer mehr darüber, was es mit der Frau von Deacon auf sich hat und wie es zu dem Zusammenbruch der Zivilisation kommen konnte.

In Days Gone bekommt ihr ein aufgeräumtes Interface zu sehen

Das Interface und die Menüs sind aufgeräumt und übersichtlich. Hier seht ihr das Menü, in dem ihr eure Fertigkeiten verbessern könnt.Das Interface und die Menüs sind aufgeräumt und übersichtlich. Hier seht ihr das Menü, in dem ihr eure Fertigkeiten verbessern könnt.

Gerade in "Open World"-Spielen wird es immer mehr zu einem Problem: Je mehr Möglichkeiten ihr habt, desto mehr Icons, Pfeile oder Markierungen schweben durch die Spielwelt und können dabei massiv stören. Egal ob auf der Weltkarte oder in der Welt selbst: Überall werdet ihr daran erinnert, dass ihr noch diese und jene Nebenmission erledigen und einen wertvollen Gegenstand einsammeln müsst - ja, Assassin's Creed - Odyssey, wir schauen dich an.

Days Gone jedoch ist hier sehr zurückhaltend. Zwar wird euch auf einer Mini-Map angezeigt, wo die nächste Mission zu finden ist. Doch in der Spielwelt selbst werdet ihr kaum mit Erinnerungen belästigt. Zudem bietet das Spiel einen interessanten Zugriff auf das Menü: Wischt ihr auf dem Touchpad des Controllers nach oben, landet ihr im Story-Menü, wischt ihr nach unten im Fertigkeiten-Menü. Links findet ihr das Inventar und rechts die Karte. In allen seinen Menüs und Optionen wirkt Days Gone schlicht und stylisch - ein sehr angenehmes Spielen.

Was Days Gone solide macht

Die Grafik und der Sound

Besonders die Lichtstimmungen in Days Gone wissen zu überzeugen und tragen stark zur Atmosphäre bei.Besonders die Lichtstimmungen in Days Gone wissen zu überzeugen und tragen stark zur Atmosphäre bei.

Days Gone ist sicherlich nicht das grafisch beeindruckendste Spiel, das ihr auf der PlayStation 4 spielen könnt. Doch die Grafik ist ordentlich und sorgt gerade durch die Lichtstimmungen für eine intensive Atmosphäre. Das Spiel läuft einigermaßen flüssig und auch Mimik und Gestik der Charaktere wissen zu überzeugen ohne groß herauszustechen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Klang des Spiels. Der Soundtrack passt sich dem an, was gerade auf dem Bildschirm passiert. Werdet ihr also von Freakern verfolgt, ändert sich die musikalische Untermalung dynamisch. Da es sich mehr um Klangteppiche ohne große Melodie handelt, bleibt die Musik aber nicht im Ohr. Soundeffekte wie etwa Donner oder Explosionen klingen brachial und lassen die Spielwelt lebendig werden.

Alle Spielmechaniken in Days Gone funktionieren gut

Wenn ihr mit dem Motorrad fahrt, müsst ihr sehr bedacht darauf sein, wie es um das Benzin und den Zustand des Gefährts steht. Sonst kann es passieren, dass es mitten in der Flucht vor Freakern den Geist aufgibt.Wenn ihr mit dem Motorrad fahrt, müsst ihr sehr bedacht darauf sein, wie es um das Benzin und den Zustand des Gefährts steht. Sonst kann es passieren, dass es mitten in der Flucht vor Freakern den Geist aufgibt.

Days Gone bietet zwar kaum Neues - dazu kommen wir noch - doch alles was es möchte, schafft es auch. Schleichmechaniken laufen ebenso ordentlich ab wie Crafting-Elemente oder die grundlegende Steuerung. Alles wirkt wie aus einem Guss und geht leicht von der Hand. Spielt ihr im leichten Schwierigkeitsgrad könnt ihr eine Zielhilfe hinzuschalten, die euch das Treffen erleichtert.

Neben Freakern sind ebenso feindliche Menschen und auch Tiere euer Ziel. Letztere könnt ihr im Anschluss auseinandernehmen und das Fleisch in einem Lager verkaufen. Alles greift in Days Gone ineinander, ohne dass eine Spielmechanik nun besonders herausragen würde.

Die Orte der Sicherheit

Euer Motorrad kann aufgemotzt werden - und in dieses solltet ihr auch unbedingt investieren, denn ohne werdet ihr in Days Gone nicht weit kommen.Euer Motorrad kann aufgemotzt werden - und in dieses solltet ihr auch unbedingt investieren, denn ohne werdet ihr in Days Gone nicht weit kommen.

In der offenen Spielwelt von Days Gone findet ihr ein paar Orte, in denen ihr Sicherheit findet. Es sind Lager, die von Menschen aufgebaut und bewacht werden. In diesen Lagern könnt ihr dann auch Waffen und Munition kaufen, euer Motorrad verbessern oder aber Dinge verkaufen. Auch ist es hier möglich, kleinere Aufträge von Personen entgegenzunehmen. Es sind Hubs, die man auch aus anderen Spielen gut kennt. Es sind vor allem aber Orte, an denen ihr euch mal kurz sicher fühlen könnt, bevor ihr euch wieder der ständigen Gefahr der Freaker aussetzt.

Weiter mit: Was Days Gone nicht gut macht und das Fazit

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Tags: Open World  

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