Neue "Killerspiel"-Diskussion nach Münchner S-Bahn-Schlägerei

von Kevin Lunn (15. September 2009)

Laut einer amerikanischen Studie sind gewalthaltige Spiele keine Auslöser für die Ausübung von realer Gewalt.

Das Thema "Killerspiele" wurde unter anderem vom bayrischen Ministerpräsident Horst Seehofer erneut ins Gespräch gebracht, nachdem ein 50-Jähriger von Jugendlichen in der Münchener S-Bahn totgeprügelt wurde. In der Boulevardzeitung Münchner Merkur ist die Rede von "hemmungslosen Schlägern, die sich Anregungen aus Gangster-Rap und Killerspielen holen" und in einem Online-Kommentar der Offenburger Post heißt es sogar wörtlich: "Aufgeputscht von Killer-Spielen oder was auch immer sind sie im Rausch".

In der Studie des US-amerikanischen Verhaltenspsychologen Christopher Ferguson wird der These, gewalthaltige Spiele seien für reale Gewalt verantwortlich, widersprochen. Untersucht wurden über 600 Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren - ein Großteil von ihnen mit Migrationshintergrund. Vor allem der Einfluss von Gleichaltrigen, antisozialen Persönlichkeitsmerkmalen, Depressionen und Eltern, die psychologische Gewalt in ihren Beziehungen ausüben, führen laut der Studie zu realer Gewalt. Oft gelistete Merkmale wie Fernsehsendungen und Coputerspiele stellen hingegen keine Auslöser dar.

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