Datenschutz bei Xbox One und PlayStation 4: Was denkt die Bundesregierung?

von Rüdiger Steidle (04. Juli 2013)

Datenschutz bei Xbox One und PlayStation 4: Was denkt die Bundesregierung?Datenschutz bei Xbox One und PlayStation 4: Was denkt die Bundesregierung?

Wie Enthüllungen der Washington Post nahelegen, haben Firmen wie Google, Yahoo oder Facebook amerikanischen Ermittlungsbehörden wie FBI und NSA Zugriff auf E-Mails, Chats und Telefonverbindungen und andere Kommunikationskanäle gewährt.

Vor diesem Hintergrund hat nun die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke eine sogenannte "Kleine Anfrage" (PDF) an die Bundesregierung gestellt, die sich mit der Datenschutzproblematik der kommenden Konsolengeneration auseinandersetzt.

Darin nehmen die Abgeordneten Bezug auf die vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar geäußerten Sorgen, Xbox-Nutzer hätten keine Möglichkeit zu kontrollieren, welche Daten über sie gesammelt und gespeichert würden.

In der Anfrage wollen die Parteipolitiker der Linken unter anderem wissen, ob die Sammlung personenbezogener Daten auf externen Servern nach Meinung der Bundesregierung gegen das deutsche Datenschutzrecht verstößt.

Auch fragen die sechs Unterzeichnenden, ob die Regierung besonderen Handlungsbedarf sehe, da ein Großteil der Nutzerinnen und Nutzer von Spielekonsolen minderjährig sind.

Als Microsoft bei der Vorstellung der Xbox One ankündigte, der mitgelieferte Kinect-Sensor sei ständig in Betrieb und auch nicht abschaltbar, wurden Kritiker, die deshalb Sorgen um ihre Privatsphäre äußerten, teilweise noch belächelt.

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Angesichts der jüngsten Enthüllungen um Prism, Tempora und anderer Spionageprogramme diverser Geheimdienste dürfte allerdings auch den glühendsten Idealisten das Lachen vergangen sein.

Inzwischen hat Microsoft eingelenkt und bekannt gegeben, dass Besitzer der Xbox One das Kinect-Mikrofon und die Kamera entgegen der ursprünglichen Pläne doch deaktivieren dürfen.

Dabei bleibt freilich die Frage im Raum, inwieweit derartige Versicherungen ernstzunehmen sind. Schließlich gibt es Hinweise, dass Microsoft amerikanischen Geheimdiensten verdeckt Zugang zur hauseigenen Kommunikationsplattform Skype gewährt.

Natürlich steht nicht allein Microsofts Umgang mit Anwenderdaten in der Kritik. Auch andere Hersteller hatten in der Vergangenheit schon mit massiven Datenlecks zu kämpfen.

Beispielsweise griffen Hacker 2011 Millionen sensibler Kundendaten aus Sonys Playstation-Netzwerk ab. Wie es um den Datenschutz der PlayStation 4 bestellt ist, muss sich erst noch zeigen.

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