Xbox One: Microsoft fühlt sich missverstanden

von Rüdiger Steidle (07. September 2013)

Xbox One: Microsoft fühlt sich missverstandenXbox One: Microsoft fühlt sich missverstanden

Microsofts Produktplaner Albert Penello fühlt sich von der Öffentlichkeit missverstanden.

In einem Gespräch mit der amerikanischen Internetseite Ars Technica zeigte sich Penello enttäuscht von den Kundenreaktionen auf Microsofts später wieder zurückgezogenen Pläne für Gebrauchtspiele und Internetanbindung.

Zur Erinnerung: Die Xbox One sollte sich ursprünglich mindestens einmal alle 24 Stunden ins Netz einwählen, zusätzlich nicht ohne den Kinect-Sensor funktionieren und beim Verkauf gebrauchter Spiele wäre eine Gebühr fällig geworden. Nach teils heftigen Nutzerprotesten hatte Microsoft die entsprechenden Ankündigungen für die Xbox One aber wieder zurückgezogen.

Dabei, beteuert Penello nun im Interview, sei doch alles nur zum Besten der Kunden gewesen.

"Wir dachten einfach: Mensch, das ständige Wechseln von Spiele-Datenträgern nervt doch", so Penello gegenüber Ars Technica. "Deshalb haben wir uns überlegt, wie wir es hinbekommen, dass alle Spiele direkt von der internen Festplatte laufen."

Nach Penello wollte Microsoft mit der geplanten Verknüpfung von Kundenkonten und Spielelizenzen also nur den Komfort der Spieler steigern.

Microsofts Versagen sieht Penello eher in der Öffentlichkeitsarbeit: "Unsere Kommunikation war fürchterlich. Das Problem war, dass vorab bereits Gerüchte durchgesickert waren und sich die Leute dann alle Probleme ausgemalt haben, die durch [die Kontoverknüpfung] entstehen könnten."

"Als wir dann schließlich die Gerüchte bestätigt haben, war die Stimmung schon so aufgeheizt, dass die Leute das als Bestätigung ihrer Befürchtungen missverstanden haben."

Penello zufolge ist die voll digitale Distribution von Spielen (also der Verzicht auf DVDs oder Blu-rays) ohnehin unausweichlich: "Die Wahrheit ist doch, jeder in der Branche weiß, dass wir digital werden. Das ist bei Musik schon passiert, bei Filmen ist es noch im Gange. Auch PC-Spiele sind komplett digital. Also haben wir uns gedacht, warum nicht?"

"Aber für viele Leute erfolgte der Schritt wohl zu früh. Deshalb bin ich froh, dass wir zurückgerudert sind. Auch wenn jetzt wieder andere Spieler ankommen und meinen, dass sich einige unserer Pläne doch gar nicht so schlecht angehört haben."

Zum Abschluss des Gesprächs wirbt Penello um das Vertrauen der Xbox-Anhänger und beklagt sich, dass viele Spieler Microsoft kritischer gegenüberstünden als einem nicht explizit genannten Konkurrenten - also Sony.

Als Beispiel nennt er die Konsolen-Prototypen der beiden Firmen: "Wir waren da transparenter, ehrlicher. Wir haben die Technik der Xbox One gezeigt, die Innereien der Produktionsversion."

"[Sony] hat nichts dergleichen enthüllt. Ich habe noch immer kein Spiel gesehen, dass tatsächlich auf der finalen Box [der Playstation 4] läuft."

Die Xbox One wird voraussichtlich am 22. November erscheinen. Bei Amazon könnt ihr sie für 499 Euro vorbestellen.

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