Erfahrungspunkte statt Schulnoten: Wiener Lehrer orientiert sich an Videospielen

von Frank Bartsch (12. Dezember 2014)

Das Schulnotensystem ist nicht transparent, unfair und fördert die Motivation von Schülern nur wenig. Das ist die Überzeugung eines Lehrers aus Wien. Er benotet seine Schüler lieber mit Erfahrungspunkten. Das Bildungsministerium zeigt sich interessiert.

Was genau ist eine Schulnote Zwei wert? Was sagt das dem bewerteten Schüler? Wie kann ein Lehrer die Leistung eines Schülers durch einen einzigen Test beurteilen?

Diese und weitere Fragen hat sich auch der Wiener Pädadoge Christian Haschek gestellt. Seinem Empfinden nach muss eine Alternative zum aktuellen System der Benotung her. Nach einiger Recherche stößt er auf die Welt der Videospiele und freundet sich mit der Idee der Erfahrungspunkte in Spielen wie World of Warcraft und Co. an.

Dieses Video zu WoW - Draenor schon gesehen?

Dieses System adaptiert Haschek und beschreibt den Prozess der Vergabe von Erfahrungspunkten in seinem Blog.

Ähnlich einem Spiel gibt es zu Beginn des Schuljahres verschiedene Aufgaben, die es zu erfüllen gilt. Für das Erreichen der Ziele sind jeweils Erfahrungspunkte ausgelobt. Die Schüler ergattern Erfahrungspunkte durch produktives Handeln.

Möglichkeiten Punkte zu sichern bestehen beispielsweise in einer guten Mitarbeit im Unterricht, dem Erstellen und Halten einer Präsentation oder einer gut erledigten Hausaufgabe. Transparenz und Kommunikation sind wichtige Eckpfeiler des Systems.

Die Schüler bekommen vermittelt, wofür es Erfahrungspunkte gegeben hat und können jederzeit online auf ihrem eigenen Konto erkennen, wie viele Punkte ihnen noch bis zur Zielerreichung fehlen. Außerdem erfahren sie, wie ihre Ausbeute im Vergleich zum Rest der Klasse steht, um eine gewisse Einordnung ihrer Leistungen nachvollziehen zu können.

Haschek hat bereits positive Erfahrungen mit diesem Bewertungssystem gesammelt und sogar festgestellt, dass selbst Schüler, die ein Ziel erreicht haben, noch fleißig am Unterricht teilnehmen und anderen helfen.

Ob sich das System durchsetzen wird? Haschek bekommt zwar aus dem Bildungsministerium positive Signale und auch den Schülern gefällt das System. Doch bereits aus dem Kollegenkreis gibt es Gegenwind. Einige Lehrer befürchten einen Mehraufwand und eine nachlassende Motivation, wenn die Schüler zu schnell Erfolge erreichen.

Virtuell könnt ihr mit der aktuellen Erweiterung "Warlords of Draenor" auch ordentlich Erfahrung sammeln. Die wichtigsten Aspekte dazu gibt es im Artikel "World of Warcraft - Warlords of Draenor: Wenn Orcs in den Krieg ziehen".

Tags: Online-Zwang  

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