No Man's Sky: Neuer Rechtsstreit um "Superformula" möglich

von Marco Schabel (22. Juli 2016)

Eigentlich schien alles gut. No Man’s Sky wurde offiziell fertiggestellt, es gibt einen finalen Veröffentlichungstermin und auch einen Rechtsstreit um die Verwendung des Wortes Sky in No Man’s Sky haben die Entwickler von Hello Games rechtzeitig beilegen können. Jetzt gibt es aber ein weiteres Unternehmen, das behauptet, dass No Man’s Sky ihre Rechte verletze. Das geht aus einem Artikel des niederländischen Magazins De Telegraaf hervor, der im Neogaf-Forum ins Englische übersetzt wurde.

Demnach steht diesmal nicht der Name, sondern eine der wichtigsten Funktionen von No Man’s Sky im Fokus: Die prozedurale Erstellung des Universums. Das Spiel wirbt damit, dass es keine vorgenerierten Planeten gebe, sondern diese, wenn ihr in der Nähe seid, generisch erstellt werden und euch zur Erkundung bereitstehen. Und genau hier liegt angeblich der Hund begraben.

So soll das hierfür zugrunde liegende System die Rechte der niederländischen Firma Genicap verletzen, die auf einen Algorithmus namens „Superformula“ ein Patent angemeldet hat. Ein Repräsentant soll De Telegraaf mitgeteilt haben, dass das Unternehmen keinerlei Information darüber habe, dass sich Hello Games die Erlaubnis für die Verwendung der „Superformula“ eingeholt habe. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass das Patentrecht verletzt wurde.

Allerdings will Genicap den lange wartenden Anhänger nicht noch eine Verschiebung zumuten. „Wir wollen die Veröffentlichung nicht aufhalten“, so der Sprecher Jeroen Sparrow. „Aber wenn die Formel verwendet wurde, müssen wir reden.“ Das klingt nach: „Wir wollen Geld.“

Dass die Superformula überhaupt zum Einsatz kommen könnte, ist eine Information, die von Hello Games selbst stammt. Ein „No Man’s Sky“-Entwickler habe demnach in einem Gespräch im Juni zu verstehen gegeben, dass sie sich über die Möglichkeiten dieser Formel freuen. „Als Murray (Sean Murray, der Mitgründer des Studios, Anm. d. Red) und der Rest des Teams die Superformula angeschlossen haben, hat es funktioniert“, hieß es damals. „Dinge die vorher keine natürliche Varianz hatten, hatten plötzlich variable und dennoch mögliche Formen. Es war das, was sie brauchten, oder zumindest ein großer Teil davon.“

Was die Streitigkeit jetzt verkompliziert, ist die Unklarheit darüber, ob die Superformula auch weiterhin in No Man’s Sky zum Einsatz kommt. Zudem ist aktuell unklar, ob eine Verwendung im fertigen Spiel tatsächlich ein Problem wäre. Laut einem in De Telegraaf zitierten Anwalt, könnte es das aber tatsächlich möglich sein.

Genicap habe zudem versucht, die „No Man’s Sky“-Entwickler zu kontaktieren, allerdings vielmehr um Erfahrungen auszutauschen, da das Unternehmen selbst ein Spiel entwickelt. Eine Antwort habe es nicht gegeben. Auch eine Stellungnahme von Hello Games steht aktuell aus.

Erscheinen soll No Man’s Sky am 9. August exklusiv für die PlayStation 4 und den PC. Solltet ihr einen digitalen Kauf erwägen, müsst ihr nicht viel Zeit einplanen: Das gesamte Universum von No Man's Sky passt in knapp 6 Gigabyte.

Tags: Open World   Multiplayer   Science-Fiction  

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