Modern War: Spieler steckt Millionen in "Free 2 Play"-Spiel, ruft dann zum Boykott auf

von Sören Wetterau (21. Oktober 2016)

Stephan Barnes ist Betreiber einer Elektronikhandlung im US-Bundesstaat Texas. Nach getaner Arbeit vergnügt sich der 59-Jährige seit vier Jahren mit dem Mobile- und "Free 2 Play"-Spiel Modern War. Ähnlich wie in Clash of Clans baut der Spieler hier seine eigene Basis auf und bekriegt sich mit anderen Spielern. In den Spielspaß hat Barnes in den letzten Jahren über zwei Millionen Dollar (rund 1,8 Millionen Euro) investiert.

Barnes gehört damit zu den bestzahlenden Kunden des Spiels und ist ein sogenannter "Wal". Diese Spielergruppe ist besonders wichtig für "Free 2 Play"-Spiele, da sie im Grunde die Spieler mitfinanzieren, die normalerweise kein oder nur ganz wenig Geld ausgeben. Außerdem würden sie auch andere Spieler aufgrund ihrer Aktivität zum Zahlen bringen.

Durch seine immensen Ausgaben besitzt Barnes zudem einen hohen Stellenwert in der Spielergemeinde, welchen er vor kurzem in Anspruch nahm. Er rief laut der englischsprachigen Website Venture Beat zum Boykott auf.

Grund dafür waren dauerhafte Probleme und Fehler, sowie die allgemeine Unzufriedenheit innerhalb der Spielerschaft. Vor allem das Bezahlsystem stand stark in der Kritik, da die Spieler der Ansicht waren, dass der japanische Hersteller Gree gekaufte Inhalte durch neue Aktualisierungen schnell entwertet. Modern War wäre somit in die absolute "Pay 2 Win"-Richtung gedriftet.

Über 6.000 Spieler haben sich Barnes angeschlossen, wodurch Gree gezwungen war Änderungen vorzunehmen, da ihnen ansonsten zahlreiche Einnahmequellen abgesprungen wären. Auch die Auswirkungen auf den Rest der Spielerschaft wären stark negativ gewesen, wenn "Wale" wie Barnes abspringen.

Da der Boykott erfolgreich war, spielt Barnes weiter Modern War. Früher waren es über 80 Stunden pro Woche, mittlerweile ist er bei 40 Stunden angelangt. Viele Wochenenden verbringt er komplett in der Welt des "Clash of Clans"-artigen Spiels.

Mehr Infos zum Bezahlmodell gibt es übrigens im ausführlichen Blickpunkt: "Free 2 Play - Licht- und Schattenseiten des Bezahlmodells". Onkel Jo selbst hat sich mal selbst an ein "Free 2 Play"-Mobile-Spiel gewagt. Das Ergebnis gibt es in der Kolumne: "Das geheime F2P-Experiment von Onkel Jo mit Trials Frontier".

Tags: Free 2 play   Multiplayer  

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