Overwatch: D.Va wird zum Symbol der Hoffnung in Südkorea

von Sören Wetterau (10. Februar 2017)

Mithilfe seines vielfältigen Helden-Angebotes in Overwatch schafft es Entwickler Blizzard eine große Zielgruppe von Spielern anzusprechen. Zum Teil schaffen es manche Helden sogar ins echte Leben, wie zum Beispiel Zarya, die zur Ikone für Homosexuelle geworden ist.

Die nächste Heldin, die einen ähnlichen Schritt geht, ist laut einem Bericht des englischsprachigen Magazins Kotaku D.Va. In Südkorea versammeln sich seit einiger Zeit Vertreter des Feminismus unter dem rosa Hasen-Symbol der fiktiven südkoreanischen Heldin, die im Spiel einst ein gefeierter E-Sports-Star war, ehe sie anfing ihrem Land militärisch zu dienen.

Am 20. Januar, dem weltweiten Tag des Protestmarsches der Frauen, entdeckten einige findige Twitter-Nutzer mehrmals das D.Va-Symbol auf Fahnen oder Mützen. Es ist zum Zeichen und Maskottchen der Organisation "For D.Va" geworden.

Die Gruppe, so berichtet eines der Mitglieder gegenüber Kotaku, habe sich vergangenes Jahr als Protest gegen die damalige Präsidentin Park Geun Hye formiert. Die Staatschefin war in mehrere Korruptionsskandalen verwickelt und versuchte des öfteren mit der Ausrede, dass sie eine Frau sei, gewisser Kritik auszuweichen. Nach zahlreichen Protesten und Demonstrationen innerhalb des Landes ist Park Geun Hye zurückgetreten.

For D.Va hat sich nach den Ereignissen nicht aufgelöst, sondern setzt sich seitdem vor allem für die Gleichberechtigung von Geschlechtern in Videospielen ein. Neben Protestmärschen verantstaltet die Organisation alle zwei Wochen einen Buchclub und ist aktuell dabei ein Overwatch-Turnier für Frauen und Transgender an den Start zu bringen.

Grund dafür ist unter anderem das Problem, so die Mitglieder von For D.Va, dass in Südkorea zwar eine starke E-Sports-Szene vorherrscht, diese sich aber fast ausschließlich um männliche Spieler dreht. Es würde jedoch auch talentierte und gute weibliche Spieler geben, die aber so gut wie nie in den Fokus geraten.

D.Va im Spiel ist laut dem Kotaku-Bericht von den zumeist sexuell geprägten Beleidigungen oder Andeutungen nicht ausgenommen. Im aktuellen Neujahrs-Fest gibt es ein neues Outfit für sie, bei der sie einen Rock trägt. Einige südkoreanische Spieler versuchen dabei immer wieder unter ihr Kleidungsstück zu schauen oder schreiben "Ich habe sie gef****", sobald sie sie im Spiel besiegt haben.

Das große erhoffte Ziel der Organisation ist es deshalb, dass im Jahr 2060, also das Jahr in dem Overwatch stattfindet, tatsächlich so jemand wie D.Va existieren könnte. Eine Profi-Spielerin, die die "Starcraft"-Szene weltweit dominiert und dabei nicht von anderen beleidigt oder diffamiert wird, weil sie eine Frau sei.

Wie steht ihr dazu, dass Overwatch-Helden immer mehr im echten Leben zu einem Symbol werden? Ist es für euch nachvollziehbar, dass Menschen in solchen Charakteren etwas Hoffnung für Probleme im echten Leben sehen oder haltet ihr diese Thematik für irrelevant? Wir freuen uns auf eure sachlichen Kommentare!

Tags: Multiplayer   Politik  

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