Gearbox setzt kontroversem Key-Händler die Daumenschrauben an

von Micky Auer (07. April 2017)

Der "Bulletstorm - Full Clip"-Entwickler Gearbox gibt bekannt, dass er eine Partnerschaft mit dem als kontrovers geltenden Key-Händler G2A eingeht und erhält im Zuge dessen eine Flut der Empörung seitens der Konsumenten. Die Situtation eskalierte so schnell, dass der bekannte Youtuber John "TotalBiscuit" Bain öffentlich bekannt gibt, keine Spiele von Gearbox mehr zu präsentieren, solange G2A seine Geschäftspraktiken beibehält. Gearbox reagiert und stellt nun Forderungen an G2A, wie die Kollegen der englischsprachigen Seite Kotaku berichten.

Besagte Forderungen sind im Gespräch zwischen Gearbox und Bain enstanden und drehen sich vorranging um die Demonetarisierung gewisser Elemente von G2As Angeboten bezüglich Sicherheit und Betrugserkennung. Sollte sich G2A nicht damit einverstanden erklären, ist laut Gearbox der Deal geplatzt. Die Hauptpunkte der Forderungen lauten:

Dieses Video zu Bulletstorm - Full Clip schon gesehen?

  • Vor der Veröffentlichung von Bulletstorm auf Steam soll G2A öffentlich verlautbaren, dass G2A Shield (ein Schutz vor Betrügern) für 30 Tage kostenlos zur Verfügung steht - entsprechend den Bedingungen anderer großer Online-Marktplätze - anstatt separat als kostenpflichtiges Abo angeboten zu werden. Alle Kunden, die Geld für Produkte ausgeben, verdienen seitens des jeweiligen Händlers Schutz vor betrügerischen Aktivitäten. Damit einhergehend sollen alle "G2A Shield"-Kunden bis zum 14. April die Mitteilung erhalten, dass die entsprechenden Dienstleistungen kostenlos sind und sie dafür nicht mehr zur Kasse gebeten werden.

  • Vor der Veröffentlichung von Bulletstorm soll G2A öffentlich die Verpflichtung eingehen, einen Web-Service oder API für zertifizierte Entwickler und Publisher zur Verfügung zu stellen, damit diese nach betrügerischen Keys suchen, sowie diese zur sofortigen Entfernung markieren können. Der Zugriff soll kostenlos sein und keine Zahlung der jeweiligen Rechteinhaber fordern.

  • Ebenfalls vor Veröffentlichung von Bulletstorm soll G2A öffentlich die Verpflichtung eingehen, sein Zahlungssystem innerhalb von 30 Tagen zu restrukturieren, damit Kunden, die Keys auf legitime Weise kaufen und verkaufen wollen, eine klare, einfache Zahlstruktur zur Verfügung haben, die leicht verständlich ist und keine versteckten oder verschleierten Kosten enthält.

Bain nannte das Geschäftsmodell von G2A im Vorfeld bereits "Schutz-Abzocke" und wies darauf hin, dass deren Plattform Betrug begünstigen würde. Im Anschluss müssten Entwickler mit G2A eine Partnerschaft eingehen, um gestohlene oder betrügerische Keys zu finden, wodurch G2A wiederum mehr Profit generieren würde.

Bereits in der Vergangenheit hat sich G2A einen gewissen Ruf in der Branche verdient. Käufer ebenso wie Publisher vor Betrug zu schützen zählt nicht zu den starken Seiten des Unternehmens. Der Verlust von Partnerschaften mit bekannten Youtubern und Streamern war die Folge, die Abneigung seitens der Kunden bleibt bestehen.

"Gearbox Publishing wird keinen Online-Marktplatz unterstützen, der nicht dazu bereit ist, diese Verpflichtungen einzugehen und auch entsprechend umzusetzen", so ein Sprecher von Gearbox gegenüber Kotaku. Starke Worte. Hoffentlich folgen auch die entsprechenden Taten.

Tags: Singleplayer  

News gehört zu diesen Spielen

Bulletstorm - Full Clip
Insomniac reagiert mit Pfützen auf die Downgrade-Vorwürfe

Spider-Man: Insomniac reagiert mit Pfützen auf die Downgrade-Vorwürfe

Das aktuelle Update für Spider-Man bringt nicht nur einen "New Game Plus"-Modus und einen erhöhten Schwierigk (...) mehr

Weitere News

* gesponsorter Link