Usbekistan verbietet 34 Spiele - darunter das imaginäre "Left 4 Dead 3"

von Luis Kümmeler (31. Mai 2017)

Die Regierung von Usbekistan hat jüngst 34 Spiele für die Menschen im Land verboten. Themen wie Sex und Gewalt ziehen sich durchaus wie ein roter Faden durch die Liste der verbotenen Spiele – unabhängig vom allgemein fragwürdigen Spieleverbot lassen so einige Entscheidungen dann aber doch die eine oder andere Augenbraue nach oben wandern.

Lange mussten sich deutsche Spieler über Zensuren in Videospielen mit Gewaltinhalten ärgern. Doch während hierzulande inzwischen die meisten, noch so harten Inhalte mit entsprechenden Altersbeschränkungen auf den Markt kommen, genießen Menschen anderer Länder Freiheiten wie diese nicht einmal ansatzweise. Das Land Usbekistan etwa hat jüngst ganze 34 Spiele verboten, wie die englischsprachige Webseite Game Rant berichtet.

Auf der Liste der betroffenen Spiele sind durchaus kontroverse Gewaltspiele wie Manhunt 2Postal 2 und Hatred, aber auch Titel wie Mass Effect, Castlevania - Lords of Shadow und Assasin’s Creed - Brotherhood hat es erwischt.

Grand Theft Auto - San Andreas fanden die Verantwortlichen hinter dem Verbot offenbar sehr anstößig, doch neuere und damit viel realistischere Teile wie Grand Theft Auto 4 und Grand Theft Auto 5 blieben vorerst verschont. Und Die Sims 3 und Die Sims 4 hat es mutmaßlich erwischt, weil die Spiele gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Spielfiguren ermöglichen.

Kurios sind auch einige der Schreibweisen der Titel in der Liste: Da wird das Horrorspiel Until Dawn zu „Until Down“, und Kane & Lynch 2 - Dog Days zu Kane and Leanch 2 - Dog Days. Und für den Fall, dass Valve doch mal auf die verrückte Idee kommt, einen dritten Teil von irgendeiner seiner Marken zu entwickeln, ist das Spiel Left 4 Dead 3 in Usbekistan bereits verboten.

Die Gründe: Unter den betroffenen Spielen finden sich laut offizellen Angaben Inhalte, die „Gewalt und Pornographie propagieren“, und die „Sicherheit sowie soziale und politische Stabilität gefährden“. Man fürchtet außerdem, die Spiele könnten den „zivilen Frieden sowie die inter-ethnische und inter-religiöse Harmonie bedrohen“.

Kritiker werfen der Regierung von Usbekistan vor, sie sollten sich lieber mit ernsthaften Problemen, statt mit solch trivialen Angelegenheiten auseinandersetzen. Viele Spieler freuen sich derweil in den sozialen Netzwerken scherzhaft über eine inoffizielle Ankündigung von Left 4 Dead 3.

Unsere Bildergalerie zeigt: Skandale gab es in der Geschichte der Videospiele schon so einige. Nicht zuletzt die Spiele der „Grand Theft Auto“-Reihe waren über die Jahre hinweg immer wieder Auslöser von Kontroversen in der medialen Öffentlichkeit.

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