Firewatch: Youtube gestattet Copyright-Anspruch gegen Pewdiepie

von Sören Wetterau (Freitag, 15.09.2017 - 14:48 Uhr)

Der aktuelle Pewdiepie-Aufreger geht in eine weitere Runde. In einem neuen Video erklärt Felix Kjellberg, so der vollständige Name des schwedischen Youtube-Stars, dass der gemeldete Copyright-Verstoß seitens des Entwicklers Campo Santo von Youtube akzeptiert wurde.

(Quelle: Youtube, PewDiePie)

Zur Erklärung: Kurz nach dem Livestream-Vorfall von PewDiePie hat Sean Vanaman von Entwickler Campo Santo angekündigt, einen Copyright-Verstoß für Firewatch und alle zukünftigen Spiele des Studios bei Youtube anzumelden. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass Fans des Youtubers kurzerhand die Steam-Produktseite mit negativen Bewertungen gefüllt haben.

PewDiePie selbst hat kurz nach Vanams Twitter-Beitrag selbst sein Firewatch-Video auf "Privat" umgestellt. Dem Verstoß ist er damit allerdings nicht entkommen, wie er in einem aktuellen Video erläutert. Youtube hat seinem Kanal trotzdem einen sogenannten "Strike" verpasst. Folgen noch zweitere Copyright-Strikes, dann droht dem Youtuber die automatische Löschung seines Kanals und all seiner Videos, wie es in den Google-Richtlinien heißt.

Für PewDiePie mit über 57 Millionen Abonnenten wäre das ein herber Rückschlag, allerdings könnte das Copyright-Urteil von Youtube auch Folgen für andere Youtuber und Livestreamer haben, wie Kjellberg weiter ausführt. Schließlich könnten andere Entwickler das System ausnutzen und versuchen Let's Plays, die ihr eigenes Spiel kritisieren oder wegen ganz anderen Gründen, kurzerhand von der Plattform verbannen lassen. Einen ähnlichen Fall hat es in der Vergangenheit schon einmal gegeben, als der Entwickler Digital Homicide den Youtube-Spielekritiker Jim Sterling verklagen wollte.

Rechtlich sind die Entwickler jedoch offenbar auf der sicheren Seite, wie der Anwalt Mona Ibrahim gegenüber der englischsprachigen Webseite Polygon zu Worte bringt:

"Im Falle eines "Let's Play"-Videos würde ein Content-Eigentümer wie Campo Santo damit argumentieren, dass er seine freizügige, nicht exklusive Lizenz zum Streamen (die den Endnutzern gewährt wird) gegen jeden widerrufen kann, der seinen Inhalt auf eine Weise verwendet, die er beleidigend findet oder auf eine Weise, die sein Spiel oder seine Marke mit etwas in Verbindung bringt, dass sich gegen die eigenen Werte des Entwicklers richtet."

Die Gründe von Vanaman, warum er den Copyright-Verstoß gemeldet hat, spielen übrigens laut Ibrahim vor Gericht kaum eine Rolle. Wenn Let's Play nicht dem "Fair Use"-Gedanken entsprechen, wovon viele Entwickler seiner Aussage nach ausgehen, dann sind die eigentlichen Gründe für den Verstoß irrelevant, solange es sich um einen Verstoß handelt.

Im Falle von Firewatch und PewDiePie ist es demnach für den reinen Verstoß nicht von Relevanz, dass Vanam dies nur getan hat, weil PewDiePie öffentlich ein rassistisches Wort in den Mund genommen hat. Wesentlich wichtiger ist der Umstand, dass die Rechte an Firewatch bei Campo Santo liegen.

Für PewDiePie heißt es nun entweder 90 Tage lang warten bis der Verstoß von seinem Kanal entfernt wird oder aber er kontaktiert Campo Santo, um einen Widerruf zu bezwecken. Alternativ reicht er einen Gegenbescheid an und versucht mit seinen Anwälten zu beweisen, dass sein Firewatch-Video unter die "Fair Use"-Regelung fällt und somit nicht gegen geltende Urheberrechte verstößt.

Tags: Video  

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