Streik gegen 11 große Spiele-Firmen beendet

von Robert Kohlick (26. September 2017)

Vor knapp elf Monaten rief die amerikanische Arbeitervereinigung SAG-AFTRA zu einem Streik gegenüber elf Videospiel-Firmen auf. Mit dem Streik wollten sie Druck auf die entsprechenden Firmen ausüben, um die Bezahlung und Arbeitsbedingungen von Synchronsprechern zu verbessern. Nun scheinen beide Parteien sich einig zu sein.

Im Oktober 2016 startete der Streik der Synchronsprecher, nachdem die Arbeitervereinigung SAG-AFTRA dazu aufrief. Diese repräsentiert ungefähr 160.000 Film- und Fernsehschauspieler, Journalisten, Sänger, Synchronsprecher und weitere Arbeiter innerhalb der Medienbranche auf der ganzen Welt.

Der Streik wurde gegenüber elf Videospiel-Firmen ausgerufen – unter ihnen auch namenhafte Größen, wie Activision, EA oder Warner Bros. Nun wurde anscheinend endlich ein Deal ausgehandelt, mit dem sich beide Parteien zufrieden geben.

Laut SAG-AFTRA wurden einige neue Vertragsbedingungen ausgehandelt, die auch folgende Punkte beinhalten:

  • Ein neues Bonus-Zahlungssystem, welches den Sprechern zusätzliche Bonuszahlungen zuspricht

  • diese Bonuszahlungen müssen spätestens zum offiziellen Release des Spiels ausgezahlt werden und berechnen sich nach der Anzahl der Aufnahmesitzungen, die der Synchronsprecher durchgeführt hat

  • Diese Bonuszahlungen fangen bei umgerechnet rund 64 Euro ab einer Sitzung an und belaufen sich ab der zehnten Aufnahme auf knapp 1.800 Euro

zusätzliche Beteiligung am Umsatz

Des Weiteren strebte SAG-AFTRA danach weitere Bonuszahlungen für die Sprecher zu vereinbaren. So bemühte man sich auch darum, dass die Sprecher pro 500.000 verkauften Spieleeinheiten eine weitere Zahlung erhalten, die noch einmal so groß, wie ihr ursprüngliches Gehalt sein sollte. Auf diese Forderung scheinen die elf Firmen jedoch nicht einzugehen.

Trotzdem sind die neuen Vertragsbedingungen ein kleiner Fortschritt. Der letzte Deal sicherte den Synchronsprechern von SAG-AFTRA ein Gehalt von umgerechnet mindestens 85 Euro/Stunde plus einigen Bonuszahlungen zu. Dieses wird nun durch die weiteren Bonuszahlungen aufgestockt.

Mehr Transparenz seitens der Auftraggeber

Der neue Deal soll zudem für mehr Transparenz bei der Vertragsvergabe sorgen. So müssen die Firmen nun mehr Details zu ihren Projekten offenlegen, so etwa das Genre, den Code-Namen des Projektes und ob das Spiel auf einem existierendem Franchise basiert. Außerdem erklären sie sich dazu bereit zusammen mit SAG-AFTRA an Lösungen zu arbeiten, die die außergewöhnliche Belastung der Stimmen der Synchronsprecher reduzieren soll. Konkrete Richtlinien diesbezüglich wurden jedoch nicht vereinbart.

Nach dem Bekanntwerden der Meldung wurden auch Stimmen im Internet laut, die die Vertragsbedingungen kritisch sehen. So gehen manche Leute davon aus, dass viele Firmen die Synchronsprecher im Akkord arbeiten lassen werden, damit die vereinbarten Bonuszahlungen nicht so hoch ausfallen.

Innerhalb der kommenden Wochen sollen die neuen Vereinbarungen von beiden Parteien unterschrieben werden. Damit könnte auch die Life is Strange - Synchronsprecherin von Chloe offiziell wieder ihre Arbeit an dem Franchise aufnehmen.

Zum Glück konnte für die Rolle von Chloe damals ein Ersatz gefunden werden, sodass Life is Strange fortgeführt werden konnte. Es gibt aber auch einige Spiele, die ihr niemals spielen werdet. Wir haben einmal 8 davon für euch zusammengetragen.

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