Forza Motorsport 7: Kritik an Mikrotransaktionen - "Fühlt sich wie ein Free-2-Play-Spiel an"

von Sören Wetterau (04. Oktober 2017)

Mit Forza Motorsport 7 stellt Entwickler Turn 10 erneut seine beeindruckenden Muskeln zur Schau, wie wir bereits im Test "Forza Motorsport 7: Mit Vollgas zum Raser-Olymp" festgestellt haben. Spielerisch ist an sich also alles in bester Ordnung, wären da nicht bestimmte Aspekte, die zahlreiche Spieler mittlerweile als "Free 2 Play"-Funktionen in einem Vollpreisspiel bezeichnen.

Im Mittelpunkt der hitzigen Debatte steht die Spielwährung Credits, die wie üblich in der "Forza Motorsport"-Reihe zum Erwerb von neuen Autos benötigt wird. Für jedes absolvierte Rennen, erhält der Spieler eine bestimmte Menge an Credits. In früheren Serienteilen ist es möglich gewesen, dass der Spieler bestimmte Fahrhilfen ausschaltet oder die KI-Fahrer schwieriger eingestellt, um Credit-Boni zu erhalten. Wer sich das Leben also schwerer gestaltet hat, bekommt mehr Belohnung - logisch.

In Forza Motorsport 7 hat Entwickler Turn 10 kurzerhand das System gestrichen. Zwar lassen sich immer noch alle Fahrhilfen deaktivieren, allerdings gibt es dafür keine Boni mehr. Ein Spieler, der mit allen Fahrhilfen gegen die einfachste KI fährt, bekommt genauso viele Credits, wie ein Spieler, der ohne ABS und Ideallinie fährt.

Lediglich über sogenannte Fahrzeug-Modifikationen können Credit-Boni hinzugefügt werden. Allerdings sind diese zumeist auf wenige Rennen begrenzt. Danach müssen sie neu erworben werden und zwar für Credits. Der Knackpunkt: Die Mods können nicht separat gekauft werden, sondern nur über Lootboxen, deren Inhalt wie üblich zufällig ist.

Besonders brisant ist der Umstand, dass aktuell die Lootboxen nur für Credits erworben werden können. Gegenüber den englischsprachigen Kollegen von Ars Technica hat Turn 10 jedoch schon bestätigt, dass die Boxen zukünftig auch für Echtgeld kaufbar sein werden.

Turn 10 hat jedoch nicht nur die Credit-Boni für Fahrhilfen geändert, sondern zugleich die VIP-Mitgliedschaft. In den Vorgängern hat sie Besitzern das gesamte Spiel über einen Credit-Bonus von 100 Prozent gewährt. Das ist noch immer so, allerdings umfasst die VIP-Mitgliedschaft, die übrigens Teil der teuren Ultimate Edition ist, nur noch fünf Fahrzeug-Modifikationen, die den Bonus gewährleisten. Dieser ist zudem auf fünf Einsätze beschränkt, sprich maximal 25 Rennen. Eine Änderung, die Microsoft und Turn 10 im Vorfeld nicht genau kommuniziert haben, so der Vowurf mancher Spieler.

Hier hört die Kritik am neuen Credit-System aber noch nicht auf, denn die Entwickler haben außerdem das Fahrzeug-System geändert. Ab sofort sind die unterschiedlichen Autos in verschiedene Stufen eingeordnet. Wer beispielsweise Profilstufe 3 erreicht, kann Fahrzeuge der Tier-Stufe 3 und niedriger erwerben.

Möchte ein Spieler unbedingt ein Fahrzeug der höheren Tierstufe, muss er ersteinmal die benötigte Profilstufe erreichen und das funktioniert über den Kauf von Fahrzeugen. Dafür benötigt es wiederum eine Menge Credits, die lediglich mithilfe der Fahrzeugmodifikationen erhöht werden können. Für die Modifikationen braucht es ebenfalls wieder Credits, da es sonst keine Lootboxen gibt. Eine klassische Tretmühle, die bei zahlreichen Fans auf wenig Gegenliebe stößt, wie die Reddit-Seite zur Forza-Reihe offenlegt.

Microsoft und Turn 10 haben sich bislang zu der Kritik noch nicht geäußert. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass die Forza-Reihe für ihre Finanzierungsoptionen kritisiert wird.

Wer vorerst einen Bogen um Forza Motorsport 7 schlagen möchte, der muss nicht auf das Rennspiel-Genre verzichten. In unserer Bilderstrecke stellen wir euch die Rennspielshits des Jahres vor, die definitiv einen Blick wert sind.

Tags: Singleplayer   Multiplayer   Free 2 play   Video  

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