Zerstückelte Spiele: Ein Gewinn für Industrie und Gamer?

von Micky Auer (11. Oktober 2017)

Die Älteren unter euch kennen das vielleicht noch: Ihr kauft euch ein Spiel und erhaltet auf dem Datenträger das gesamte Programm. Fertig. Mit der Digitalisierung der Spielebranche kamen nicht nur Online-Patches, sondern auch DLCs und Episoden. Es gibt heute kaum ein Spiel auf dem Markt, dass nicht nach seiner Veröffentlichung mit zusätzlichen Inhalten versorgt wird.

Besonders gut ist der Ruf dieser Zusätze nicht. Oft wird Publishern vorgeworfen, sie würden fertig entwickelte Inhalte absichtlich aus dem Spiel nehmen, um sie nachträglich zusätzlich zu verkaufen und mehr Profit zu generieren. Bei Episoden kommt der Vorwurf, man müsse insgesamt mehr für alle Einzelepisoden eines Spiels zahlen als wenn das gesamte Programm auf einmal verkauft werden würde.

Die Kritik ist zahlreich, die Stimmen sind laut. Letzten Endes unterscheidet in einer gewinnbasierten Branche aber das Geld. Und das fließt reichlich. Auch wenn sich viele Spieler über diese Veröffentlichungspolitik beschweren, mit dem Geldbeutel protestiert dann doch niemand, oder zumindest zu wenige, um eine Änderung herbeizuführen.

Ein Report der Firma Digital River, die sich auf Monetarisierungs-Dienste spezialisiert hat, behauptet, dass sich durch den Vertrieb digitaler Inhalte der Wert der Industrie verdreifacht hat. Der Report stellt auch die Behauptung auf, dass der stete Strom an Inhalten sowohl für die Entwickler von Nutzen ist, als auch die Erwartungen der Spieler erfüllt.

Es ist nicht zu bestreiten, dass die Digitalisierung die Ökonomie der Videospiel-Industrie stark verändert hat. Laut dem Bericht erwarten Konsumenten mittlerweile von Entwicklern mehr, wollen dafür aber weniger ausgeben. "Diese veränderte Wertesicht hat auch das Konsumverhalten der Spieler unwiderruflich verändert", behauptet der Report.

"Konsumenten sind weniger bereit, 60 Dollar für ein physisches Exemplar auszugeben. Stattdessen wählen sie Produkte, die über einen steten Strom neuer Inhalte verfügen. Publisher versuchen, diesen Erwartungen gerecht zu werden und haben ein 'Spiele als Dienstleistunge'-Modell etabliert. Dadurch erscheinen weniger neue Spiele, dafür werden die Spieler längere Zeit durch reguläre Updates und Add-Ons an existierende Spiele gebunden", heißt es im Report.

Life is Strange ist - ebenso wie sein Nachfolger Before the Storm - ein Beispiel für ein Spiel, das ausschließlich im Episodenformat veröffentlicht wird. Der Erzählstruktur ist es geschuldet, dass dies in diesem Fall auch funktioniert. Aber wie seht ihr die Situation insgesamt? Was ist eure Meinung zu kostenpflichtigen DLCs, Add-Ons und sonstigen Zusatzinhalten? Lasst uns eure Meinung in den Kommentaren wissen!

Tags: DLC  

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