Activision: Publisher erforscht Matchmaking-Tricks, um Ingame-Items zu verkaufen

von Micky Auer (18. Oktober 2017)

Dem Publisher Activision wurde ein Patent für ein System zugesprochen, das dazu dient, Teilnehmer an Multiplayer-Spielen vom Kauf zusätzlicher Spielgegenstände gegen Echtgeld zu überzeugen. Das Patent wurde am 17. Oktober laut dem U.S. Patent and Trademark Office gewährt.

"Es handelt sich um ein Forschungspatent, das 2015 von einem R&D-Team (Forschung und Entwicklung) eingereicht wurde, das unabhängig von unseren Spieleentwicklern operiert," erklärt ein Sprecher von Activision gegenüber der US-Seite Rolling Stone. Gleichzeitig wird betont, dass die entsprechende Technik in keinem Spiel angewendet wird. Das bestätigt auch Bungie in Bezug auf Destiny 2.

Dieses Video zu Destiny 2 schon gesehen?

Was genau macht dieses System? Es geht im Grunde um das Matchmaking in Multiplayer-Partien. Dabei soll eine Vielzahl von Faktoren berechnet werden, was dann dazu daführt, dass gezielt Spieler für eine Partie ausgewählt werden. Einige dieser Faktoren sind die Geschicklichkeit der Spieler, Stärke der Internet-Verbindung oder Verfügbarkeit von Freunden. Durch einen Kniff kann das System dazu genutzt werden, Spieler zum Kauf von Spielgegenständen anzuregen.

Ein Diagramm aus dem Patentantrag erläuter das Matchmaking-System. (Quelle: U.S. Patent and Trademark Office)Ein Diagramm aus dem Patentantrag erläuter das Matchmaking-System. (Quelle: U.S. Patent and Trademark Office)

Ein Beispiel direkt aus dem Patent-Antrag: "Die Mikrotransaktions-Engine kann zum Beispiel einen besseren oder erfahrenen Spieler mit einem Neuling zusammenführen, wodurch der Neuling dazu ermutigt wird, Spielgegenstände zu erwerben, die der erfahrenere Spieler bereits besitzt." Das System kann dabei äußerst spezifisch vorgehen, um potenzielle Kunden für Mikrotransaktionen zu identifizieren:

"Ein bestimmtes Beispiel: Der Neuling strebt an, im Spiel ein Sniper-Experte zu werden (wie es zum Beispiel aus dem Spieler-Profil ersichtlich ist). Die Engine kann den Spieler mit anderen Spielern zusammenführen, die bereits hervorragende Sniper im jeweiligen Spiel sind. Auf diese Weise kann der Neuling dazu ermutigt werden, Spielgegenstände wie eine Waffe oder andere Items zu erwerben, die der erfahrenere Spieler bereits nutzt."

Im weiteren Verlauf der Patent-Erklärung ist noch die Rede von "einem gewissen Level an Freude am Einkauf, der zu weiteren Einkäufen animieren soll." Wir wiederholen: Activision beteuert, dass dieses System aktuell in keinem Spiel Anwendung findet. In Hinblick auf die Gewinnsteigerung durch Mikrotransaktionen (2015: 1,6 Milliarden US-Dollar. 2016: 3,6 Milliarden US-Dollar.) ist es nur eine Frage der Zeit, dass eine große Firma versucht, den Trend weiter zu nutzen und mehr Profit zu generieren.

Erneut stellt sich die Frage: Wenn sich gefühlt jeder über Mikrotransaktionen und DLCs beschwert, wie kommt es dann zu solchen Gewinnen in der Industrie? Gerade das oben erwähnte Destiny 2 geriet wegen In-Game-Verkäufen in die Kritik. Schaut mal in die Galerie, ob der Online-RPG-Shooter was für euch ist und fragt euch, ob ihr zusätzlich zum Kaufpreis noch weitere Spielgegenstände erwerben würdet.

Tags: Multiplayer  

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