Spielen, um zu überleben - Gold-Farming in Runescape

von Robert Kohlick (23. Oktober 2017)

Viele von uns spielen Videospiele, um am Feierabend etwas abzuschalten, Stress abzubauen, oder einfach um Spaß zu haben. In Venezuela hingegen gibt es Menschen, die ein mehr als 10 Jahre altes MMO spielen, um nicht zu verhungern.

Der Render-Trailer des Spiels gibt euch einen ersten Einblick in das Setting von Runescape:

Venezuela steckt gerade mitten in einer riesigen Wirtschaftskrise. Während die flächendeckende Versorgung mit Nahrungsmitteln und Elektrizität innerhalb des Landes immer weiter abnimmt, steigt derweil die Anzahl der Arbeitslosen, sowie die Kriminalitätsrate unerlässlich an. Um am Ende des Tages nicht hungrig ins Bett gehen zu müssen, nehmen daher viele Venezolaner auch eher ungewöhnliche Jobs an. Einige von ihnen verdienen sich als Gold-Farmer in Runescape ihre Brötchen – einem MMO aus dem Jahr 2001.

Doch was ist Gold-Farming überhaupt? MMOs haben meist eine zentrale Währung, die ihr euch durch das Abschließen von Quests, dem Töten von Monstern oder durch Handel mit anderen Spielern erwirtschaften könnt – in den meisten Fällen ist das Gold. Gold-Farmer erarbeiten sich diese Währung durch stundenlanges Spielen, um sie anschließend an andere Spieler gegen Echtgeld zu verkaufen. Die AGBs der entsprechenden MMOs verbieten solch ein Tauschgeschäft zwar, aber bislang finden Gold-Farmer beinahe immer einen Weg ihre Ware an den Mann zu bringen. So auch bei Runescape.

Mehr als 15 Jahre hat das Spiel schon auf dem digitalen Buckel und erfreut sich trotz seines Alters immer noch einer großen und treuen Spielerschaft. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters, läuft das Fantasy-MMO auch auf älteren Rechnern ohne Probleme. Ein großer Vorteil für viele Venezolaner. Diese haben meist kein Geld, um sich einen teuren Rechner zu kaufen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Gold-Farmer von zu Hause aus arbeiten können. Viele Venezolaner werden nämlich mitten am Tage auf den Straßen ausgeraubt.

Monatsverdienst? Knapp 100 Euro

Ein guter Gold-Farmer verdient im Schnitt zwischen 200.000 – 250.000 venezulanische Bolivar pro Monat. Das entspricht umgerechnet einem Gehalt von rund 80 – 100 Euro. Das mag nach nicht viel Geld klingen, ist aber ungefähr doppelt so viel, wie ein Arbeiter in Venezuela im Durchschnitt verdient. Auf diese Weise können die Leute durch Gold-Farming ihre Familie ernähren.

Das Ganze geht der Community jedoch deutlich gegen den Strich. Viele Spieler sehen sich von den Gold-Farmern belästigt und machen auch keinen Hehl darum. Ein Guide auf Reddit, welcher erklärte, wie man die Farmer am schnellsten jagt, tötet und beleidigt, erhielt mehr als 1.600 Upvotes. Da sich Runescape an eine eher jüngere Zielgruppe richtet, gehen einige Farmer davon aus, dass den Kindern schlichtweg das nötige Einfühlungsvermögen fehlt, um ihre Lage zu verstehen.

Runescape ist trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch sehr beliebt. Es gibt aber auch Spiele, die trotz vielversprechendem Start schnell wieder in der Versenkung verschwunden sind. Wir stellen euch in der Bilderstrecke ein paar dieser Flops einmal näher vor:

Was sagt ihr zu der verzwickten Situation? Könnt ihr Verständnis für die Gold-Farmer aus Venezuela aufbringen? Oder sollte der Entwickler eurer Ansicht nach einschreiten? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

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