Destiny 2: Speziell optimiert, aber auch speziell gut? Die PC-Version im Test

von Sören Wetterau (26. Oktober 2017)

Seit Anfang September 2017 toben sich Konsolenspieler schon aus, nun dürfen auch endlich PC-Spieler die Hand an Destiny 2 legen. Entwickler Bungie und das Partner-Studio Vicarious Visions haben sich besonders viel Zeit genommen, um die Umsetzung speziell zu optimieren. Wir haben uns deshalb rund anderthalb Monate nach unserem Konsolenausflug (hier geht es zum Test: "Destiny 2: Mehr Kampagne, mehr Inhalt, genauso viel Grind") erneut in die Welt von Hütern und Reisenden geworfen.

Exklusiv bei Blizzard

Destiny 2 stellt nicht nur den ersten PC-Auftritt überhaupt für die Shooter-Reihe dar, sondern bietet sogar gleich noch ein zweites Novum: Bungies Online-Spiel gibt es nicht bei Steam, Origin, UPlay oder GOG, sondern exklusiv im Battle.net. Normalerweise ist die Plattform für Blizzard-Spiele wie Overwatch oder World of Warcraft reserviert, aber im Falle von Destiny 2 wird eine Ausnahme gemacht.

Dafür benötigen interessierte Spieler zwingend ein Konto im Battle.net, sowie den "Blizzard Battle.net"-Client. Nach der Aktivierung des Keys lässt sich Destiny 2 anschließend problemlos herunterladen und starten. Selbst zum Veröffentlichungszeitpunkt am 24. Oktober um 19 Uhr hat es keine Serverprobleme gegeben. Lediglich Spieler, die erst dann ihren Code einlösen wollten, standen temporär vor technischen Problemen. Diese sollten mittlerweile behoben sein.

Eine nahezu perfekte Portierung

Während Destiny 2 schon auf Konsolen zuweilen sehr hübsch aussieht, liefert die PC-Version all das, was sich Computerspieler von einem Optionsmenü wünschen, wodurch sich der Shooter bestens für die genutzte Hardware anpassen lässt. Das fängt bei Auflösungen von bis zu 4K und mehr an und hört bei Downsampling-Optionen (rendern der Grafikinhalte in höherer Auflösung als die des Monitors für eine bessere Bildqualität) und zwei verschiedenen Kantenglättungsverfahren auf. Letztere sind jedoch nur mittelmäßiger Natur, da sowohl FXAA, als auch SMAA keine perfekte Glättung ermöglichen.

Ein Optionsmenü, welches kaum Wünsche offen lässt.Ein Optionsmenü, welches kaum Wünsche offen lässt.

Was die Einstellungsvielfalt schon andeutet, stellt sich in der Praxis als wahr heraus: Destiny 2 ist kein liebloser PC-Port, sondern eine sehr gute Umsetzung, die nicht einmal einen High-End-Rechner benötigt. Selbst Mittelklasse-Rechner erreichen nahezu problemlos die Kombination aus 1080p-Auflösung und 60 Bildern pro Sekunde. Aber auch die Top-Modelle von Nvidia und AMD können dank knackiger 4K-Auflösung vollständig ausgenutzt werden, sofern gewünscht. Abstürze oder andere Unzulänglichkeiten konnten wir in der Testzeit nicht feststellen.

Im Internet gibt es jedoch vereinzelt Berichte, dass Destiny 2 auf Rechnern mit älteren AMD-Phenom-Prozessoren nicht startet, obwohl die Beta im Sommer noch lief. Bungie hat dazu bereits Stellung genommen und angekündigt, dass es sich dabei um keinen Fehler handelt, sondern um eine technische Einschränkung. Die fertige PC-Version von Destiny 2 benötigt zwingend Prozessoren mit SSSE3-Technik, die bei AMD erst ab 2011 eingeführt wurde.

Ein weiteres Problem soll Nutzer betreffen, die verschiedene Programme wie MSI Afterburner, Discord oder Fraps nutzen. Laut einem umfangreichen Reddit-Beitrag führt die Nutzung während des Spielens von Destiny 2 zu einer permanenten Sperre. In einem offiziellen Beitrag widerspricht Bungie diesen Gerüchten jedoch. Auch wir wurden in unserer Testzeit trotz Nutzung von Zusatzprogrammen wie Afterburner nicht gebannt

Inhalt identisch, Spielgefühl flüssiger

Wenig überraschend sieht Destiny 2 dank der vielen zusätzlichen Optionen eine ganze Ecke hübscher als auf den Konsolen. Da kann selbst die PlayStation 4 Pro nur bedingt mithalten. Die größte Änderung für das Spielgefühl ergibt allerdings die Kombination aus 60 Bildern pro Sekunde, Maus und Tastatur, sowie das deutlich erhöhte Sichtfeld.

Zugegeben: Schon auf der Konsole spielt sich Destiny 2 für einen Ego-Shooter sehr gut, aber auf dem PC ist es noch einen Ticken besser, flüssiger und präziser. Dies geht auf Kosten des Schwierigkeitsgrades. Auf der PlayStation 4 und Xbox One war die Hüter-Hatz bei weitem kein schweres Spiel, am PC fühlt es sich aufgrund der direkteren Steuerung noch etwas einfacher an.

Ob im PvP oder im Kampf gegen KI-Feinde: Das Schießen fühlt sich in Destiny 2 auf dem PC ebenfalls hervorragend an.Ob im PvP oder im Kampf gegen KI-Feinde: Das Schießen fühlt sich in Destiny 2 auf dem PC ebenfalls hervorragend an.

Inhaltlich hat sich derweil nichts geändert. Auf dem PC bietet Destiny 2 dieselbe Kampagne, dieselben Strikes und auch Endspiel-Inhalte. Vor allem Letztere stehen weiterhin in der Kritik, da es für Spieler, die bereits alles gesehen haben, schlicht nichts mehr zu tun gibt. Einmal pro Woche anmelden, die wöchentlichen Herausforderungen abschließen und danach wieder warten. Hier muss Entwickler Bungie dringend Nachschub liefern, da sich ansonsten die zahlreichen Hüter vielleicht schon bald anderen Spielen widmen.

Fazit: Lohnt sich der Kauf der PC-Version?

Wer Destiny 2 noch nicht gespielt hat und über einen halbwegs modernen PC verfügt, der sollte auf jeden Fall zur PC-Version greifen. Die höheren Auflösungen und vor allem die flüssige Bildwiederholrate sorgen dafür, dass die Portierung den Thron an sich reißt.

Falls ihr Destiny 2 schon auf der Konsole gespielt habt, dann lohnt sich ein Umstieg nur, wenn ihr noch genügend Spaß am Spiel habt und nichts dagegen habt, einen Charakter erneut hochzuleveln. Neue Inhalte gibt es nämlich noch nicht. Diese folgen voraussichtlich mit der ersten DLC-Erweiterung, die für Dezember angekündigt ist.

Tags: Singleplayer   Multiplayer   Online-Zwang  

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