Star Wars Battlefront 2: Der bedrohte EA-Mitarbeiter ist wohl gar kein Angestellter

von Sören Wetterau (Donnerstag, 16.11.2017 - 15:14 Uhr)

Vor wenigen Tagen haben wir im Zuge der kontroversen "Star Wars Battlefront 2"-Diskussion darüber berichtet, dass gegenüber dem Community Manager des Spiels sowie einem Entwickler mehrere Todesdrohungen ausgesprochen worden sind. Laut eines Kotaku-Berichts handelt es sich jedoch bei dem Entwickler Sean (auf Twitter: BiggSean66) möglicherweise um keinen echten Angestellten.

Wirklich bei EA angestellt oder nicht? Laut Kotaku gibt es Umstimmigkeiten, während Sean sein Twitter-Profil mittlerweile angepasst hat.Wirklich bei EA angestellt oder nicht? Laut Kotaku gibt es Umstimmigkeiten, während Sean sein Twitter-Profil mittlerweile angepasst hat. (Bildquelle: Kotaku)

Aber mal der Reihe nach: EA veröffentlicht in dieser Woche Star Wars Battlefront 2 und Nutzer von EA oder Origin Access können bereits zehn Stunden vorab spielen. Schnell hat sich umhergesprochen, dass es EA und Entwickler Dice offenbar bei den Lootboxen und bei der Heldenfreischaltung ein ganzes Stück weit übertreiben. Mittlerweile hat das Team zwar reagiert und die Helden im Preis reduziert, aber nichtsdestotrotz hat die Kontroverse schon ihren Lauf genommen: Spieler sind erbost, äußern harsche Kritik und manch einer überschreitet dabei die Grenzen des guten Geschmacks.

Neben Community-Manager Mat Everett ist laut eigenen Angaben auch der EA-Entwickler Sean betroffen, der über 1.600 persönliche Angriffe und sieben Todesdrohungen erhalten haben soll. Zahlreiche Journalisten, Twitter-Nutzer und andere Entwickler stellen sich auf die Seite von Sean und sprechen sich deutlich gegen diese Spieler aus, die zu solchen Maßnahmen greifen. Aber arbeitet Sean wirklich bei EA?

Kotaku-Autor Jason Schreier hat Kontakt zu Electronic Arts selbst aufgenommen, die zum aktuellen Zeitpunkt die Identität von Sean nicht verifizieren können. Auch andere EA-Mitarbeiter wissen nicht, um wen es sich dabei handeln soll. Bei weiterer Recherche in den Twitter-Beiträgen von Sean ist Schreier zudem auf widersprüchliche Aussagen getroffen. In einem Tweet behauptet Sean beispielsweise erst seit wenigen Monaten bei EA zu arbeiten, ein paar Wochen später sind es auf einmal schon vier Jahre.

Grund genug für Schreier selbst mit Sean Kontakt aufzunehmen. Dieser willigt erst ein, aber als der Kotaku-Autor nachfragt, ob Sean ihn beweisen kann, dass er tatsächlich für Electronic Arts arbeitet, antwortet dieser nicht. Stattdessen ändert er kurze Zeit darauf sein Twitter-Profil, entfernt die Hinweise darauf, dass er als Spieleentwickler bei EA arbeitet und setzt sein Profil auf privat.

Offenbar handelt es sich bei dem besagten Twitter-Nutzer tatsächlich um keinen echten Mitarbeiter. Warum dieser jedoch monatelang behauptet habe, dass er bei EA arbeitet, bleibt unklar. Nur eines ist ganz sicher: Ob nun echter Angestellter oder nicht, persönliche Beleidigungen und Todesdrohungen gehören sich nicht.

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