Star Wars Battlefront 2: Disney reagiert auf EA-Kontroverse, Verkaufszahlen stark eingebrochen

von Luis Kümmeler (21. November 2017)

Nachdem der Publisher Electronic Arts die kontroversen Lootboxen kurzfristig und vorübergehend aus Star Wars Battlefront 2 entfernt hat, wird spekuliert, dass diese Entscheidung möglicherweise auf Druck durch Lucasfilm beziehungsweise den Mutterkonzern Disney getroffen wurde. Doch der entstandene PR-Schaden scheint sich bereits in den Verkaufszahlen niederzuschlagen.

Die Lootbox-Kontroverse rund um das in der vergangenen Woche veröffentlichte Star Wars Battlefront 2 darf als PR-Desaster für den Publisher Electronic Arts bewertet werden. Doch auch Disney muss kurz vor Veröffentlichung des Blockbuster-Films Star Wars: Episode 8 - Die letzten Jedi mit einem Image-Schaden rechnen: Die unglücklichen Wortkombinationen „Star Wars“, „Kinder“ und „Glücksspiel“ fielen zuletzt selbst in großen Mainstream-Medien.

Und das dürfte auch der Grund dafür sein, dass Disney schlussendlich eingegriffen haben soll. Wie die englischsprachige Washington Post berichtet, soll der EA-Chef Andrew Wilson nur wenige Stunden vor Veröffentlichung von Battlefront 2 einen Telefonanruf von dem ranghohen Disney-Mitarbeiter Jimmy Pitaro erhalten haben, der sich unzufrieden darüber gezeigt haben soll, wie sich die öffentliche Empörung auf Disneys Eigentum auswirkte.

„Star Wars drehte sich immer um die Fans – und ob es jetzt um Battlefront oder jede andere 'Star Wars'-Erfahrung geht, [die Fans] kommen zuerst“, so zitiert die Zeitung einen Sprecher von Lucasfilm. „Deswegen unterstützen wir EAs Entscheidung, Bezahlinhalte vorübergehend aus dem Spiel zu nehmen, um Fansorgen anzugehen.“

Ob die Entscheidung nun von Disney oder Electronic Arts ausging, ist unklar – sicher ist aber, dass EA pünktlich zu Release von Battlefront 2 die Notbremse zog und sämtliche Mikrotransaktionen vorerst aus dem Spiel entfernte. Doch der Schaden war bereits angerichtet. Auf Metacritic erhielt das Spiel von Fans überwiegend negative Bewertungen, während selbst der Kritikerspiegel für ein Spiel dieser Größenordnung nicht gerade positiv ausfiel.

Und das könnte sich jetzt in den Verkaufszahlen niederschlagen: Wie das englischsprachige Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, hat sich Star Wars Battlefront 2 nach seinem ersten Wochenende in Großbritannien um ganze 60 Prozent schlechter verkauft, als der Vorgänger aus dem Jahr 2015. Dies geht aus Daten des Marktforschungsunternehmens GFK Chart Track hervor, die allerdings nur Retail-Verkäufe berücksichtigen.

Wie gut sich das Spiel in digitaler Form verkauft hat, ist aktuell unklar. Und bekanntlich sind die Umsätze durch digitale Verkäufe in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Dennoch: Dass sich ein „Star Wars“-Spiel ganze 50 Prozent schlechter verkauft, als das im vergangenen Jahr erschienene Battlefield 1, dürfte kein gutes Zeichen für die Gesamtverkaufszahlen sein. Momentan muss davon ausgegangen werden, dass die Kontroverse rund um Star Wars Battlefront 2 tatsächlich ihren Tribut gefordert hat.

Tags: Singleplayer   Multiplayer  

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